Im Auge des Wolfes (Braqueurs)

Braqueurs aka The Crew aka Im Auge des Wolfes ist ein französischer Actionfilm von 2015. Für die Regie zeigte sich Julien Leclercq verantwortlich, der mit den mittelmäßigen The Assault und The Informant gute Kassenerfolge verzeichnet hat.

Der Film handelt von Yanis (Sami Bouajila), einem professionellen Dieb, der mit seiner Crew gut geplante Überfälle in und um Paris ausführt. Teil seiner Crew ist sein jüngerer Bruder Amine (Redouane Bahache). Als der jedoch aus Gier eine bei einem Überfall benutzte Waffe verscherbelt statt sie zu vernichten, ist die Polizei plötzlich hinter einer Drogengang her, welche die Waffe benutzt hat und dabei einen Fußsoldaten verlor. Das finden die noch so toll, und so zwingen sie Yanis, zur Wiedergutmachung eine Drogenlieferung für sie hops zu nehmen. Nicht nur geht das schief, auch ist mit den Drogendealern nicht ehrlich Geschäft zu machen….denn die schrecken vor nichts zurück, und töten auch die Frau von Eric (Guillaume Gouix), dem Pyrotechniker der Gang.

Billige Popcorn-Action oder anspruchsvolles Thriller-Kino? Von den markigen Sprüchen auf dem Cover sollte man sich mal nicht einlullen lassen. Braqueurs liefert ordentliche Actionszenen (die Schießereien sind mit Sicherheit erstklassig), eine nicht schlechte Story und gute Performances. Was der Film nicht ganz abschütteln kann ist der etwas generische TV-Look und eine gewissen Kälte. Was Michael Mann in Heat vollbrachte ist es, nicht nur zwischen den Charakteren, sondern auch zwischen denen und dem Zuschauer eine emotionale Bande zu spannen. Das schafft Leclercq nicht. Er dreht eher im Stil der Besson Filme nach dessen Zenith, oder inspiriert von der Transporter Serie.

Was bleibt ist ein durchschnittlich spannender Heist-Thriller mit guten Verfolgungsjagden, dramatischen Schicksalen, einigen wenigen aber knallharten Schießereien, gute Stunts und einer soliden Story. Die Besetzung passt, aber wenn man nicht gerade viel im aktuellen französischen Kino unterwegs ist, wird man hier vielleicht bekanntere Gesichter vermissen. An soundtrack bietet der Film nicht viel, und wie gesagt optisch eher kühl und einfach gehalten. Was den Film ein wenig absetzt ist der ehrliche Versuch, viel Realismus walten zu lassen, was sich auch in einer gewissen Liebe zu Details ausdrückt.

Der Film hat ein soziopolitisches Element, und zwar berührt er stellenweise das Thema von Chancengleichheit und Integration. Dass sich die Gangster letztlich nach Marrakesh absetzen wollen, ist dann nur noch ein kleines Detail. Während das aktuelle spanische Kino sehr viel aus der ökonomischen Krise zieht, spiegelt sich ein gewisser Zweifel an der Integrationsfähigkeit und der Chancengerechtigkeit der französischen Gesellschaft auch hier wieder. Das setzt den Film dann auch von Heat ab, der Film dem Leclercq hier nacheifert. Die Gangster bei Heat sind eher elitär, die Gangster bei Braqueurs kommen aus Banlieus.

Die BluRay bietet deutschen und französischen Ton, mit optionalen deutschen Untertiteln. Das kracht teilweise recht ordentlich (französisch getestet). Das Bild ist auch prima, aber man merkt das Budget, es sieht teilweise etwas wie fürs TV produziert aus, auch wenn man sieht das man sich wohl bemüht hat. Als Extras gibt es ein fürs TV produziertes Making of (14min) mit guten Einblick in den Dreh (Dialoge mit Untertiteln), eigenständige Interviews (insgesamt nochmal circa 13min) über den Film, eine Minute Bildergalerie aus Storyboards, den deutschen und den französischen Trailern und eine Trailershow.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info, TripleFeatureFoundation.org und FuriousCinema.com

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