Im Wendekreis des Söldners / Tornado / Last Blood

Antikriegsfilm von Antonio Margheriti, in dem es um Soldaten im Vietnamkrieg unter einem sadistischen Befehlshaber geht. In den letzten Tagen des Vietnamkriegs schickt ein sadistischer Captain seine ihm unterstellten Green Berets auf Höllenfahrtskommandos hinter den feindlichen Linien. Sgt. Maggio stemmt sich gegen die Willkür, die der Vorgesetzte seinen Männern gegenüber bringt. Als auch noch ein Freund Maggios bei einem Einsatz wegen der Leichtfertigkeit des Captains ums Leben kommt. kommt es zum Kampf zwischen den beiden Männern. Auf dem Weg in den Knast flieht Maggio und kämpft sich in Richtung Kambodscha vor. (Ascot Elite Home Entertainment)

Unter der Regie von Antonio Margheriti spielt Im Wendekreis des Söldners (1983) gegen Ende des Vietnamkrieges, in dem ein amerikanischer Soldat namens Sgt. Sal Maggio (Giancarlo Prete) von diesem militärischen Konflikt schwer desillusioniert worden ist. Er ist müde, ausgebrannt und hat genug vom sinnlosen gegenseitigen Töten, was ihn mit seinem Vorgesetzten, Captain Harlow (Antonio Marsina), zusammenstoßen lässt. Für den Trupp entwickelt sich die Lage von schlimm zu immer schlimmer, als Harlow die Einheit hinter die feindlichen Linien führt, um eine Kommandomission durchzuführen. Diese läuft nicht wie geplant, wobei einer von Maggios Freunden ums Leben kommt.

Verständlicherweise über Harlows Missmanagement verärgert, verprügelt Maggio seinen Vorgesetzten und soll deswegen nun vor ein Kriegsgericht gestellt werden, doch bevor er in den Knast geworfen werden kann, gelingt ihm eine gewagte Flucht, während der er versucht sich alleine bis zur kambodschanischen Grenze durchzuschlagen. Ein Kriegsreporter namens Freeman (Luciano Pigozzi, als Alan Collins aufgeführt) bekommt Wind von der Sache und möchte Maggio zur Seite stehen, doch Harlow hat immer noch die Befehlskontrolle über den Rest des Squads, den er in den Dschungel schickt, um den entkommenen Maggio einzufangen.

Margheritis Film, der Elemente aus Steiner – Das Eiserne Kreuz (1977) und Rambo (1982) entlehnt, gestaltet sich ein wenig generisch, schafft es aber dennoch meistens die richtigen Töne zu treffen. Denjenigen, die mit den Werken des Regisseurs vertraut sind, wird sehr wahrscheinlich auffallen, dass hier Teile aus seinem früheren (und besseren) Film Jäger der Apokalypse recycelt wurden und die Szene, in der Maggio vom Vietcong gefangen genommen wird, unverfroren aus Die durch die Hölle gehen geklaut worden ist. Trotzdem handelt es sich hier um ziemlich anständige Unterhaltung, auch wenn dieser Film nicht gerade das Originellste repräsentiert, das der Regisseur jemals gedreht hat.

Die Actionszenen, in denen manchmal die „Markenzeichen“-Miniaturen des Regisseurs verwendet werden, zeigen sich gut inszeniert, während der Film von Anfang bis Ende auf hohem Tempo läuft. Man bekommt einige von Peckinpah inspirierte Zeitlupensequenzen und jede Menge Explosionen sowie einige anständige Schießereien zu bestaunen, in denen unzählige generische asiatische Soldaten abgeballert werden – es gibt sogar eine Disco-Szene, die den Film auf wunderbare Art und Weise datiert. So ziemlich alles, was man von einem italienischen Kriegsfilm erwartet, der mit bescheidenem Budget gedreht wurde, um vom Erfolg einiger der oben genannten Filme zu profitieren, ist hier und da verwurstet worden. Eine großartige Verfolgungsjagd mit Motorrad und Jeep ist genauso vorhanden, wie viele Dinge, die explodieren und in Brand gesteckt werden.

Was die Besetzung betrifft, so gibt Prete einen anständigen Hauptdarsteller ab. Er verfügt über genügend Charisma, um den Film tragen zu können und kommt auch gut mit der körperlich anspruchsvolleren Seite der Rolle zurecht. Luciano Pigozzi spielt als Reporter gewohnt solide, während Antonio Marsina (Keoma, Racket, beide 1976) sie alle als fieser Bösewicht überstrahlt. Er geht dabei nie zu weit, kommt allerdings durchweg bedrohlich rüber und ist hier ganz einfach perfekt besetzt. Margheritis Im Wendekreis des Söldners klaut vielleicht von einer ganzen Reihe anderer, originellerer Kriegsfilme, doch dies alles geschieht mit dem eigenwilligen Stil des Regisseurs. Er erfindet das Rad hier sicherlich nicht gerade neu, das Endergebnis kann allerdings als ein Actionfilm bezeichnet werden, der seinem Publikum wirklich Spaß bereitet und gleichzeitig auch als ziemlich offensichtliche Aussage gegen Operationen wie den militärischen Konflikt in Vietnam dient.

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  • Seitenverhältnis : 16:9 – 2.35:1
  • Regisseur : Antonio Margerithi
  • Medienformat : PAL, Breitbild
  • Laufzeit : 1 Stunde und 34 Minuten
  • Erscheinungstermin : 18. Februar 2014
  • Darsteller : Timothy Brent, Allan Collins, Tony Marsina, Timothy Brent, Allan Collins
  • Sprache, : Deutsch (DTS-HD 2.0), Englisch (DTS-HD 2.0)
  • Studio : Ascot Elite Home Entertainment

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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