Iron Thunder / I bought a Vampire Motorcycle

Normalerweise laufen fast alle Motorräder mit Benzin, aber dieser „heiße Ofen“ benötigt – Blut! Ein Motorrad, das den Teufel im Tank hat, und wehe jenen, die sich ihm in den Weg stellen. Noddy, ein junger Motorrad-Freak, ist stolz darauf, die Maschine zu einem äußerst niedrigen Preis gekauft zu haben. Aber seine Freude ist nur von kurzer Dauer: Das Motorrad macht sich des Nachts selbstständig und ist nicht mehr zu lenken. Noddys Freund wird bestialisch ermordet aufgefunden. Seine Freundin landet schwerverletzt im Krankenhaus. Und die Polizei steht vor einem Rätsel. Jetzt erst entdeckt Noddy die schreckliche Wahrheit: Sein Motorrad verwandelt sich nachts in ein chromglänzendes Ungetüm – einen blutsaugenden Vampir… (Wicked-Vision)

Dieses besondere filmische crapsterpiece beginnt mit einer Bande von Bikern, die eine andere Bande von Bikern ermordet, während sie eine Art satanischen Ritus durchführen. Der Chef der Satanisten lässt als letzte verzweifelte Tat das Blut aus einer seiner Wunden in den Tank eines beschädigten Motorrads fließen. Durch bösen magischen Schwachsinn verwandelt sich das Bike nun zu einer seltsamen, empfindungsfähigen Vampirmaschine, die nachts Leute aussaugt und den Bikern nachstellt, die die Satanisten zu Beginn des Films getötet haben. Noddy (Neil Morrissey), der arme Idiot, der unwissentlich das Blutsauger-Bike gekauft hat, versucht nun einen Weg zu finden, um dem Amoklauf der Maschine ein Ende zu setzen.

Dieser britische Beitrag zum B-Movie-Kino wird weder die Welt in Brand setzen, noch wird er als vergessenes Juwel jeglicher Art angesehen werden. Das heißt jedoch nicht es gäbe bei I bought a Vampire Motorcycle nichts zu mögen. Es gibt ein paar nette Besonderheiten, wie das Motorrad, das sich weigert sich zu bewegen, wenn die Sonne scheint (es handelt sich eben um ein Vampire Motorcycle). Einige der Charaktere gestalten sich schon irgendwie sympathisch, was einen Großteil des Films erträglich macht. Natürlich stellt sich beim Publikum recht schnell das Gefühl ein unsere Hauptfigur Noddy wäre ein wahrer Schwachkopf, was er auch ist, aber ein nicht so großer, so dass man ihn durchaus mögen könnte. Die Spezialeffekte können einen nicht gerade vom Hocker hauen, sind aber trotzdem noch kompetent genug inszeniert worden. Sie besitzen eine bestimmte kitschige Qualität, die dem Film tatsächlich einen gewissen Charme verleiht.

Selbst das Schauspiel ist als gar nicht mal so schrecklich zu beschreiben. Die Besetzung liefert zwar nicht gerade preisgekrönte Vorstellungen ab, doch diese erweisen sich wenigstens als so brauchbar, so dass dem Publikum der Streifen dadurch nicht vermiest wird. Der größte Teil der Besetzung besteht aus unbekannten Darstellern, mit Ausnahme von Anthony Daniels. Falls man den Namen noch nie gehört haben sollte, kennt man ihn wahrscheinlich dennoch als C3PO aus den Star Wars-Filmen. Er ist jedoch als kein besonders guter Schauspieler zu bezeichnen. Man sollte hier also nicht erwarten, dass er einen aus den Socken kippen lässt.

Bisher mag es so klingen, als würde es sich bei Iron Thunder um keinen so schlechten Film handeln. Das hängt jedoch wirklich von der Toleranz der Zuschauer für das Hauptkonzept ab, was sich freilich als irgendwie dümmlich erweist. Zugegeben, dieser Film soll eine Horrorkomödie darstellen, weswegen das Konzept eines Vampir-Motorrads, das in der Lage ist, einem Opfer durch Schläuche (die bis in den Hals reichen) Blut abzusaugen, nicht ernst genommen werden kann. Das Unglück dabei besteht darin, dass der Film (damit er funktionieren kann) wenigstens die Komödien-Aspekte erfüllen sollte, wenn schon nicht die des Horrors. Leider tut er das nicht. Die Witze und Gags, die im Film Anwendung finden, erweisen sich als nicht besonders lustig oder fallen einfach wegen schlechter Ausführung durch. Normalerweise mögen wir britischen Humor, doch aus irgendeinem Grund hat er hier ganz einfach nicht gezündet. Viel davon hat damit zu tun, dass sich ein Großteil der Witze etwas zu offensichtlich gestaltet, sodass man die Pointen vorhersagen kann, bevor sie sich abspielen.

Der Film funktioniert leider auch nicht richtig als Horrorfilm. Er hat zwar einiges an Gore zu bieten, der sich auch als recht effektiv erweist, der Streifen vermag es jedoch nicht viel Angst und/oder Schrecken zu verbreiten. Was hauptsächlich mit dem Motorrad zu tun hat, das es nicht gerade besonders gut versteht beängstigend zu wirken, während sich viele seiner Possen als einfach zu albern gestalten, um richtig ernst genommen werden zu können. Man kann tatsächlich lachen, wenn man zum ersten Mal sieht, wie das Motorrad jemanden gegen die Wand drückt und dann diese Gummischläuche ausfährt. Wenn Metallspitzen aus ihm herauswachsen, sieht es etwas bedrohlicher aus, aber das war es dann auch schon. Der Streifen stellt einfach nicht den enorm absurden, jedoch großartigen Aspekt aus, wie es die fliegenden Piranhas aus Fliegende Killer – Piranha II (1981) tun, um den Mangel an Spannung sowie Schrecken auszugleichen.

I Bought A Vampire Motorcycle kann nicht für einen guten Film gehalten werden. Er hat jedoch genug von einem gewissen seltsamen, ganz eigenen Charme, der es schafft, unterhaltsam auf das Publikum einzuwirken. Der Film kann allerdings nur dann als lustig beschrieben werden, wenn dies nicht intendiert ist, außerdem ist er nicht besonders gruselig oder unheimlich. Zumindest handelt es sich um einen albernen Film, dem das auch bewusst ist, so dass man das Gefühl bekommt, dass ihn niemand zu ernst nimmt. Es scheint einer dieser Filme zu sein, mit dem das Team eine Menge Spaß gehabt und sich einfach auf das Konzept eingelassen hat, was sich bemerkbar macht.

Wicked-Vision veröffentlicht I Bought A Vampire Motorcycle als Nummer 32 ihrer Collector’s Edition im Mediabook (BluRay und DVD), mit vier verschiedenen Cover-Motiven, die jeweils auf 222 Stück limitiert sind. Bild (1,85:1/1080p) und Ton (Deutsch + Englisch DTS-HD Master Audio 2.0 / Dolby Digital 2.0) bewegen sich auf zufriedenstellendem Niveau, da kann man sich nicht beschweren. Deutsche oder englische Untertitel können zugeschaltet werden. Insgesamt handelt es sich bei Iron Thunder wieder einmal um eine äußerst gelungene Mediabook-Edition mit nettem Bonusmaterial, die bei Liebhabern und Freunden von dieser Art von Filmen enorm gut ankommen sollte. Allerdings mit Sicherheit nicht jedermanns Sache sein dürfte.

Extras: 24-seitiges Booklet mit interessantem sowie informativen Text von Christoph N. Kellerbach / Audiokommentar mit Regisseur Dirk Campbell, Drehbuchautor John Wolskel & Mycal Miller sowie Darsteller Alan Frank; Dokumentation: „We Made a Vampire Motorcycle“; Featurette: „The Vampire´s Lair“; Featurette: „Where are They Now?“; 4 TV-Clips und Originaltrailer.

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  • Darsteller: Anthony Daniels, Neil Morrissey, Amanda Noar, Michael Elphick
  • Regisseur(e): Dirk Campbell
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Studio: Wicked-Vision
  • Produktionsjahr: 1990
  • Spieldauer: 101 Minuten

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Diese Edition wurde uns freundlicherweise von Wicked-Vision zur Verfügung gestellt.

Das Bildmaterial stammt nicht von dieser Edition.

Ich bin’s, Noddy, ich bin’s !!!

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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