Jen Ko – In seinen Fäusten brennt die Rache / Chu ba

Filmart3

Jen Ko, ein junger Kadett der Militärschule, hat soeben seine Ausbildung beendet und erhält sofort einen Sonderauftrag im Namen der Regierung. Er soll den gesuchten Mörder und Bandenchef Fong aufspüren. Für Jen eine sehr persönliche Angelegenheit, denn Fong ist der Mörder seines Vaters. In der Stadt Lung Tau, bekannt als Mörder-und Räubernest, wird Fong direkt über den Auftrag von Jen Ko unterrichtet. Er heuert vier abgebrühte und brutale Karatekämpfer an, um sich selbst vor Jen zu schützen. Als Jen in Lung Tau eintrifft öffnet er das Tor zu Hölle. Die Karatekämpfer erwarten ihn bereits und setzen alles daran um ihn schnellstens aus dem Weg zu räumen. Die Kämpfe sind hart und blutig. Von Rache getrieben steht Jen kurz davor umgebracht zu werden… Kann er seine Mission erfüllen? (filmArt)

Jen Ko - Kopie (2)

In Lung Tao weht der Wind des Todes. Ein Mann nimmt Rache am Mörder seines Vaters! Wer auf Rache aus ist, grabe zwei Gräber. So das Sprichwort. Als Jen Ko in Lung Tao auftaucht, verwandelt er die Gegend in ein Massengrab!

Chu ba entstand 1973 unter der Regie von Jimmy L. Pascual, der auch das Drehbuch verfasste. Neben Jen Ko zeichnete er sich noch für Kung-Fu-Kracher wie Die Todesfaust, Der Todesschrei des gelben Panthers und Der Schlaghammer aus Shanghai verantwortlich. Bei all diesen Filmen musste er stets mit einem niedrigen Budget auskommen und weit unter den Produktionsmöglichkeiten von zum Beispiel den Shaw-Brothers-Studios arbeiten. Deswegen sind sie natürlich nicht mit den Werken eines Chang Cheh wie Das goldene Schwert des Königstigers, Have Sword Will Travel oder Die Blutsbrüder des gelben Drachen zu vergleichen, normalerweise aber trotzdem handwerklich gut gelungen und unterhaltsam.

 JK1

So auch bei Jen Ko – In seinen Fäusten brennt die Rache, dessen Plot mal wieder nichts Besonderes darstellt, der Film aber mit exzellenten Martial-Arts Einlagen glänzen kann. Jen Ko verfolgt dabei das alt bekannte Motiv der Rache für ein ermordetes Familienmitglied, das man in unzähligen Eastern und Western wiederfinden kann. Die Rahmenhandlung steht selbstverständlich im Hintergrund und ist sowieso nur dazu da, um den Helden in möglichst viele Scharmützel verstricken zu können. So lahm und teilweise schlecht gespielt diese auch sein mag, die Kampf-Sequenzen sind erstklassig inszeniert und choreographiert. Obwohl Jen Kos Gegner zumeist in Schaaren über ihn herfallen, haben sie gegen sein extraklasse Kung-Fu keine Chance. Reihenweise werden sie von dem rachsüchtigen Jen, der keine Gnade kennt, niedergemäht. Bis zu seinem Ziel pflastern eine Menge Leichen seinen Weg.

JK2

Im Gegensatz zur Geschichte sind die vielen Kampfeinlagen äußerst kreativ gestaltet worden. Läuft, klettert und springt Jen einmal nicht minutenlang durchs Bild, so sieht er sich mit mannigfaltig bewaffneten Bösewichten konfrontiert, die alles daran setzen ihn aufzuhalten. Allerdings mit sehr wenig Erfolg, denn in Jens Fäusten brennt die Rache und das bekommen seine Kontrahenten mehr als deutlich zu spüren. Diese rücken ihm mit Stöcken, Stricken, Messern, Peitschen und Zöpfen zuleibe, doch all die geballte Waffenkraft prallt an Jen’s in der Militärausbildung gestählten Körper beinahe wirkungslos ab. Ja, richtig gelesen … auch mit einem Zopf, der natürlich mit irgendwelchen Klingen gespickt ist, muss sich Jen bekriegen lassen. Dieser Kampf mit dem Androgynen der vier Auftragskiller ist meiner Meinung nach einer der Höhepunkte des Films, wenn nicht der Höhepunkt überhaupt. Generell geht es in den Kampfszenen ganz schön zur Sache. Man könnte sie teilweise sogar als Gemetzel bezeichnen, da sehr brutal und auch ein wenig blutig, doch das würde die Qualität der Choreographien herabsetzen. Die Musik ist diesesmal u.a. bei Der Pate und Doktor Schiwago geklaut.

JK3

Insgesamt würde ich Zwei Fäuste wie der Blitz als einen unterhaltsamen Vertreter seines Genres bezeichnen, der zwar eine miese Story innehat und einige Zeit mit langweiligem Gelabere und Herumgelaufe im Stile eines Demofilo Fidani verbringt, um die Spielzeit in die Länge zu ziehen aber mit wirklich tollen und kreativ gestalteten Martial Arts Einlagen aufwarten kann. Im Vergleich zu Der gelbe Teufel mit dem Superschlag (der auch gefällt) kommt Jen Ko aufgrund der häufigeren und einfallsreicheren Kampfsequenzen besser weg, doch Die gelbe Hölle des Shaolin (ein Klassiker) erzählt eine vielschichtiger konstruierte Geschichte und präsentiert stilistisch ausgefeiltere Kämpfe. Beide Filme sind auch bei filmArt erschienen und wurden hier schon im Rahmen des filmArt Eastern Filmprogramms vorgestellt.

JK9

filmArt bietet uns gleich drei Fassungen (deutsche Kino, Integral, Widescreen) des Films in den Bildformaten 2,35:1 (anamorph) und 1,85:1 (anamorph). Die Bildqualität entspricht nicht den von filmArt gewohnten Standards, ist für einen Film dieser Kategorie aber vollkommen ok, da sie ihm somit eine nette Brise Bahnhofskino verleiht. Bei den Tonspuren kann die DVD dann aber richtig überzeugen, denn es werden sogar vier (1.0 Mono) verschiedene angeboten und zwar die deutsche Kinosynchro, die deutsche Videosynchro, eine englische Spur und die Originalsynchro in Mandarin. Allen vier Spuren hört man das Alter genauso an wie man es dem Bild ansieht aber sehr gut verständlich sind sie trotzdem. Bis auf die Mandarin-Spur, die man zwar gut hören aber normalerweise nicht verstehen kann. Hier fehlen leider Untertitel, doch die weiteren drei Tonfassungen können schon darüber hinweg trösten. Als Extra passte nur noch ein Trailer zum Film auf die DVD, für die auf der Hülle angegebene Trailershow war kein Platz mehr. Die limitierte Erstauflage der DVD von 500 Stück wird in einer kleinen Hartbox mit ansprechender Lederoptik ausgeliefert.

JK11

filmArt gelingt wiederholt eine ordentliche Veröffentlichung eines weiteren seltenen Exemplars aus dem Martial Arts Genre. Der Streifen hat zwar einige Schwächen was die Geschichte (sowieso zweitrangig) und das Schauspiel betrifft aber seine Stärken, die die zahlreichen mitreißenden Kung-Fu Darbietungen ausmachen, können diese mehr als nur ausgleichen. Genre-Fans sollten sich auf knapp 87 Minuten nette Unterhaltung freuen.

JK15

BEI AMAZON.DE KAUFEN

Jen Ko

  • Darsteller: Henry Yu Yung, Wong Chung-Shun, San Kuai, Fong Yau, Leung Siu Wa
  • Regisseur(e): Jimmy L. Pascual
  • Format: Limited Edition, Widescreen
  • Sprache: Deutsch (DD 1.0 Mono), Mandarin (DD 1.0 Mono), Englisch (DD 1.0 Mono)
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • FSK: Nicht geprüft
  • Produktionsjahr: 1974
  • Spieldauer: 87 Minuten

 

JK6

JK20

JK7

JK23

JK28

JK29

JK26

JK33

JK14

JK37

 Diese DVD wurde uns freundlicherweise von filmArt zur Verfügung gestellt.

Copyrightfilmart_partner

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

Das könnte Dich auch interessieren …