John Wick: Kapitel 3 – Parabellum

Zeit ist ein kostbares Gut. Das ist auch John Wick, dem Auftragskiller par excellence, bewusst. Nachdem er ein Mitglied der Hohen Kammer – einer geheimnisvollen Assassinen-Gilde – tötete, wurde Wick zum „Excommunicado“ erklärt und mit einem Kopfgeld von 14 Millionen Dollar belegt. Immerhin eine Stunde Galgenfrist hat ihm Winston vom Continental Hotel eigenmächtig gewährt. Die skrupellosesten Auftragsmörder der Welt verfolgen nun jeden Schritt des Ausgestoßenen und wetzen ihre Klingen. Doch John Wick hat noch ein paar Asse im Ärmel sowie einen entscheidenden Vorteil auf seiner Seite: Regeln sind für ihn Vergangenheit. (Concorde Home Entertainment)

In John Wick: Kapitel 3 – Parabellum wird John Wick (schon früh im Film) von einem Gegner für die Hölle, die er heraufbeschworen hat, angefaucht: „All dies für was?! Für einen Welpen?!“ „Es war nicht nur ein Welpe“, erwidert Wick. Das oben erwähnte „dies“ bezieht sich auf das Gemetzel, das stattgefunden hat, nachdem eine Gruppe von schlecht beratenen Killern John Wicks Hund getötet hatte, den er von seiner verstorbenen Ehefrau vererbt bekam. Ein Ereignis, das den legendären Killer zu einem wütenden Rachefeldzug verleitete. Nach diesem Amoklauf, fand sich Wick durch die Bindung an einen bestimmten Vertrag in einer anderen Gefahrenzone wider und nun bricht die (von John selbst heraufbeschworene) Hölle los. Der Film knüpft unmittelbar an den zweiten Teil an, wobei Wick vom Continental als „ex-communicado“ deklariert wird, weil er gegen eine der unumstößlichen Regeln des Continental verstoßen hat: Mord auf dem Grund und Boden des Unternehmens. Infolgedessen setzt die Hohe Kammer eine Prämie über 14 Millionen Dollar auf John Wicks Kopf aus, hinter dem bald alle gefährlichen Berufskiller der Welt her sind. Der Jäger wird zum Gejagten, doch möge Gott jedem beistehen, der es wagt, Baba Yaga aus dem Weg räumen zu wollen.

Keanu Reeves hat sich als Actionstar mittlerweile einen Namen gemacht und zeichnet sich in der Rolle des John Wick erneut aus. Eine der Hauptattraktionen dieses Franchises ist es zweifellos, einen Actionstar wie ihn zu sehen, der sich dazu verpflichtet, einige atemberaubende Stunts hinzulegen und seine Kontrahenten währenddessen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu töten. Angesichts der Tatsache, dass hier nicht gerade wenige Profikiller auftauchen, die nach John Wicks Blut lechzen, um den 14-Millionen-Dollar-Jackpot zu knacken, erhält Regisseur Chad Stahelski sehr viel Spielraum, um mannigfaltige Wege zu finden, wie Wick seine Verfolger kreativ erledigen kann. Die Regie ist wieder einmal fordernd, während in einer Reihe, die bereits etliche hypnotisierende Actionsequenzen produziert hat, Kämpfe mit Hunden, Pferden und anderen, unterschiedlichsten Waffen dafür sorgen, dass der Übertrieben-Faktor von zehn auf elf oder sogar zwölf angehoben wird.

Neben Reeves präsentiert sich die vertraute Anwesenheit von Ian McShanes Winston so suave wie nie zuvor, während die wahren scene stealers dieser neuen Ausgabe die Frauen sind. Halle Berry, die die Gelegenheit genutzt hat, ein Teil des Franchise zu werden, spielt Sofia, eine Femme Fatale mit Verbindung zu Wicks Vergangenheit. Obwohl sie frustrierender Weise nicht viel screen-time bekommt, gehören ihre Actionszenen zu den spektakulärsten des Films. Eine ebenso gute Leistung liefert Asia Kate Dillion, als kalte und skrupellose Vertreterin der Hohen Kammer ab. Sie soll sicherstellen, dass John Wick die angemessene Strafe für seine Handlungen zahlen muss. Leider ist der Film so dermaßen mit Action vollgestopft, sodass der eigentlichen Geschichte ein zutiefst persönliches Element fehlt, das die ersten beiden Filme noch in Hülle und Fülle bereit hielten. Daher fühlen sich die Momente zwischen den packenden Actionsequenzen, in denen keine Kugeln und/oder Messer auf die Bösewichte herabregnen, etwas langweilig sowie ermüdend an.

Echtes emotionales Drama fehlt hier vollkommen, was den beiden anderen Filmen den entscheidenden Vorteil gegenüber Parabellum verleiht. Obwohl das dritte Kapitel in Bezug auf Plot längst nicht so stark ist, wie die beiden Vorgänger, muss man Stahelski und den Stunt-Teams dieser Filme ein ganz besonderes Lob aussprechen. Die Action war vom ersten Film an das große Verkaufsargument und wurde in dieser Hinsicht, vor allem in Parabellum, konsequent umgesetzt sowie weiterentwickelt. Darüber hinaus muss man Keanu Reeves, einem Schauspieler, der mittlerweile über 50 Jahre alt ist, eine Menge Tribut zollen, sich solch einer anspruchsvollen Rolle zu verschreiben. Immerhin bestätigt sie ihn als einen der besten Actionstars der Gegenwart. Wenn man Frieden will, bereite man sich auf Krieg vor oder zumindest auf verdammt gute Action, denn genau DIE bekommt man von John Wick: Kapitel 3 – Parabellum mehr als genug geboten.

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Darsteller: Keanu Reeves, Halle Berry, Anjelica Huston, Mark Dacascos, Ian McShane
Regisseur(e): Chad Stahelski
Format: Breitbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: Concorde Home Entertainment
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 132 Minuten

Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Concorde Home Entertainment zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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