JULIA X

JULIA X

Was als verlockendes Internetdate mit einem geheimnisvollen Traummann (Kevin Sorbo) beginnt, entwickelt sich für die attraktive Julia (Valerie Azlynn) schnell zum Albtraum. Noch bevor der Abend endet, entpuppt sich das Date las perverser Serienkiller, der unschuldige Frauen genussvoll quält. Julia findet sich gefesselt, geknebelt und mit einem „X“ gebrandmarkt an einem entlegenen Ort wieder. Doch sie ist nicht bereit, sich kampflos zu fügen… (Wicked-Vision Media)

JULIA X

Bei Julia X handelt es sich um einen weiteren möchte gern leichtherzigen und ironischen Splatter-Streifen, der tatsächlich nicht annähernd so vielen Kinobesuchern gefallen hat, wie es die Schöpfer geplant hatten. Der Film beginnt sehr traditionell; mit Hercules (Kevin Sorbo), der einen sehr ansehnlichen aber auch enorm geistig zerrütteten Serienmörder darstellt, welcher seine Frauen über Dating-Sites kennenlernt und sie schließlich foltert und tötet, nachdem er seine Opfer mit einem Siegeleisen brandmarkt. Warum? Natürlich weil für ihn alle Frauen grausame sowie herzlose Schlampen sind! Wie es aussieht, ist unser Hercules (dessen Charakter den gesamten Film über namenlos bleibt) schon eine ganze Weile aktiv, da die sexy blonde Julia (Valerie Azlynn), die ihm während der Öffnungssequenz im Restaurant gegenübersitzt, bereits seine Nummer „X“ werden soll. Dieses Date verläuft letztendlich jedoch ganz anders als es sich Hercules ausgemalt hat, weil Julia – zusammen mit ihrer ebenso hinreißenden jüngeren Schwester Jessica – selbst eine Serienkillerin ist, die sich auf Männer spezialisiert hat, welche auf Anzeigen von üppigen blonden Küken reagieren. Warum? Selbstverständlich, weil alle Männer sexuell pervertierte Bastarde sind, so wie ihr Vater das war! Die Enthüllung, dass Julia selbst eine Serienkillerin ist, soll als völlig unerwartete Wendung in der Handlung daherkommen, da man diesen twist allerdings schon kilometerweit entfernt kommen sehen kann, braucht man kein Problem damit zu haben ihn hier schon zu erwähnen.

JULIA X

Das Konzept eines „Showdowns zwischen Serienkillern“ ist sicherlich nicht neu und darüber hinaus eine der unplausibelsten und weit hergeholtesten Formeln überhaupt denkbar. Julia X macht sich außerdem keine Mühe, die Geschichte und die Charaktere mit mehr Tiefe und / oder Hintergrund auszustatten. Man erfährt absolut nichts über Hercules‘ Figur (nicht einmal seinen Namen) und die Erklärung für das böse Verhalten der Mädchen beschränkt sich auf ein paar sehr klischeehafte Rückblenden und eine Handvoll verbaler Auseinandersetzungen zwischen den Schwestern. Stattdessen besteht der ganze Film beinahe nur aus einer Serie von Folterungen, Kämpfen, Fluchtversuchen, Verfolgungsjagden und „witzigen“ Einzeilern. Das „X“ des Titels könnte genauso gut für die römische Zahl zehn stehen und sich darauf beziehen, wie oft Hercules bereits hätte sterben müssen! Er wird verhauen, erstochen, erschlagen und mehr verstümmelt, als es jedes lebende Wesen jemals ertragen könnte – ja, sogar für Herkules – und doch steht er jedes Mal wieder auf, scheinbar ohne großartig gelitten zu haben. Auch die beiden Mädchen halten viel mehr körperliche Qualen aus, als ihre doch eher zierliche Anatomie möglicherweise standhalten könnte. Julia X ist ein Film, der unnötig überlang ist oder sich zumindest so anfühlt, weil das Hauptthema so minimal und simpel gehalten ist. Das Ganze hätte wohl besser als ein Kurzfilm funktionieren können, mit etwa drei Viertel des Katz-und-Maus-Spiels aus der endgültigen Version herausgeschnitten. Auf der positiven Seite stehen die recht guten Spezialeffekte und das klasse Make-up. Sollte man die Möglichkeit haben den Film mit 3D-Brille auf der Nase anzusehen, lohnt es sich auf jeden Fall, denn Julia X ist einer jener seltenen Flicks, wo das 3D nicht nur eine lahme Spielerei ist, um mehr Zuschauer an zu locken, sondern  zum größten Teil tatsächlich einen Mehrwert darstellt. In kleineren Rollen sind noch Ving Rhames und Joel Moore zu sehen. Steht man auf ironischen Torture-Porn und stellt man während des Konsums des Streifens das Gehirn ab, um die vielen Logiklöcher auszublenden, so bleibt trotz aller Schwächen immer noch ein recht genießbarer Film übrig.

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Wicked-Vision Media bringt Julia X im Mediabook als BluRay- / DVD-Combo (BluRay mit 2D und 3D-Version des Films) mit drei limitierten, verschiedenen Cover-Motiven heraus. Über den Film lässt sich sicherlich diskutieren, über die Qualität der Veröffentlichung allerdings nicht. Das Bild präsentiert sich im 1,78:1 (1080p) Format und macht einen klasse Eindruck (auch das 3D kommt zur Geltung), während es beim Ton ebenso nichts zu meckern gibt. Hier stehen die deutsche und die englische Spur (DTS-HD Master Audio 5.1) zur Auswahl, wobei man deutsche Untertitel zuschalten kann. Die Extras bestehen aus einem 24-seitigen Booklet mit informativem Text von Marco Erdmann und einem Interview mit Kevin Sorbo. Insgesamt eine gelungene Mediabook-Edition, die für Fans dieses Sub-Genres ganz bestimmt interessant sein sollte.

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Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Wicked-Vision Media zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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