Kampf bis zum Tod / Chong po gong fu cheng

Während der Jagd wird Lung Kang von Unbekannten überfallen und in ein nahegelegenes Gefangenenlager verschleppt. Dort angekommen wird er dazu gezwungen mit vielen weiteren Sklaven in einer Goldmine als Schürfer zu arbeiten. Dabei wird die Mine unter der strengen Regentschaft von Boss Moxio So geleitet, für den ein einzelnes Menschenleben nicht viel Wert ist. Der Alltag im Gefangenenlager ist hart und jeder Ausbruchsversuch wird mit drakonischen Maßnahmen bestraft. So wird auch der junge Vater Lo Hau beim Versuch aus dem Lager zu fliehen fast zu Tode geprügelt. Für Lung steht fest, dass ein Leben unter der Herrschaft des profitgierigen Moxio So und seinen Aufsehern nicht lebenswert ist. Somit versucht er seine nächstbeste Chance zu ergreifen um der menschenunwürdigen Zwangsarbeit zu entkommen. (Schröder Media)

Bei Kampf bis zum Tod handelt es sich um einen taiwanesischen Kung-Fu Billigfilm mit dem (leider) längst vergessenen John Liu in der Hauptrolle. Ein wirklich seltsamer Film, in dem John Liu eine emotionale Bandbreite und schauspielerische Fähigkeiten an den Tag legt, die in vielen seiner Filme fehlen, seine gefürchteten Kung-Fu Kicks lässt er allerdings erst gegen Ende zum Einsatz kommen. Liu spielt einen von mehreren Gefangenen, die von bösartigen Entführern in einer Goldmine versklavt werden. Unweigerlich dreht sich ein Großteil der Handlung um Fluchtversuche, da die Helden endlose Erniedrigungen erleiden müssen und versuchen, sich aus ihrer Gefangenschaft zu befreien. Der Plot über die Landbevölkerung, die zur Arbeit in einer Goldmine gezwungen wird, ist ziemlich lächerlich, wobei sich die Fluchtversuche und Bestrafungen zu oft wiederholen.

Leider ist das Kung-Fu innerhalb der ersten Stunde Mangelware, so dass der Betrachter gedankenlos synchronisierte Gesangsroutinen, Demütigungen und im Allgemeinen minderwertiges Filmemachen durchsitzen muss. Schließlich wird John Liu vom Vorarbeiter Chui Chung Hei (der ziemlich aktiv ist und einen guten Kampf hat) trainiert, während der letzte Kampf mit dem „Meister“ (gespielt von Chai Hau Keung, wird vermutet) recht gut inszeniert wurde. Paul Wei Ping Ao, Chin Lung und Ma Yue Fung spielen auch mit. Ach ja, die Musik wurde hauptsächlich aus La Resa dei conti (Der Gehetzte der Sierra Madre, 1966) geklaut.

Kein großartiger Film, doch zu sehen wie John Liu Spagat macht und seinen (rechten) Fuß kontrolliert, hat seinen Reiz. Nahe dem Höhepunkt erhöht sich dann endlich das Tempo, wobei die Action-Choreografien als streng routinemäßig beschrieben werden müssen und der letzte Kampf kaum einer ist, an dem man sich ergötzen kann. Das Kung-Fu geht dabei allerdings ziemlich in Ordnung, der Kampf zwischen dem Hauptbösewicht und unserem Helden wurde ziemlich wild gestaltet. Wenn man über das schlampige Editing hinwegsehen kann (verschwindende Bärte!), dann repräsentiert Kampf bis zum Tod einen anständigen, billigen Film der Kategorie B.

Schröder Media bringt Kampf bis zum Tod im Rahmen Ihrer Asia Line als Vol. 24 auf DVD heraus. Allerdings kann die DVD auf technischem Gebiet nicht sonderlich überzeugen. Das Bild wird in 2.40:1 Format (16:9 anamorph) präsentiert und kann durchaus als brauchbar bezeichnet werden. Es macht allerdings den Anschein, als würde es sich hier um einen noch recht guten VHS-Rip handeln. Beim Ton (DD 1.0) stehen eine deutsche und eine englische Spur zur Verfügung, die sich gut hören lassen. Untertitel können nicht zugeschaltet werden. Ein Wendecover ohne FSK Logo, ein Bonusfilm (Die Stahlfaust) sowie eine Trailer-Show sind ebenfalls vorhanden. Letztendlich kann man bei diesem Produkt nur eine bedingte Kaufempfehlung aussprechen. Der Film ist zwar noch gut konsumierbar und die technische Qualität der DVD geht auch noch in Ordnung, doch gerade bei einem Kung-Fu Streifen darf auf keinen Fall die Original-Tonspur fehlen.

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Darsteller: John Liu, Li Chin-kun, Ping-Ao Wei, Yu Sung-Chao, Ma Chang
Regisseur(e): Hsin Yi Chang
Format: Dolby, PAL, Breitbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0), Englisch (Dolby Digital 1.0)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Schröder Media Handels GmbH
Produktionsjahr: 1981
Spieldauer: 92 Minuten

 

Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Schröder Media zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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