Karate Cop / Omega Cop 2

Nach der großen Katastrophe herrscht auf der Erde das Chaos und mit ihm das Recht des Stärkeren. Inmitten dieses Chaos ist John Travis der letzte echte Cop. Als er die Wissenschaftlerin Rachel aus den Händen der Mutierten befreit, bringt er sie zu den Freebies, einer Gruppe junger Freiheitskämpfer. Diese werden jedoch von Supreme Commander Lincoln und seinen Truppen belagert.

Karate Cop beginnt mit ein paar jungen Frauen, Rachel und Micca (Carrie Chambers und Vibbe Haugaard), die gerade vor einer typischen Mad-Max-Schlägergruppe fliehen. Es scheint eine große Anzahl von Feldhockey-Masken zu geben, die sich von anderen Sportutensilien-Straßenbanden abheben. Die Bande, angeführt vom lispelnden mutierten Snaker (Michael E. Bristow), wird vom Karate Cop höchst selbst, John Travis (Michael L. Marchini), gestoppt. Die Schläger entkommen mit Micca, während es John gelingt Rachel zu retten, die ihm ein warmes Essen anbietet und ihn zu ihrer Straßenfamilie, The Freebies, mitnimmt. Lincoln (D.W. Landingham), der im unvermeidlichen Remake sicherlich von Guy Fieri gespielt werden müsste, ist der lokale Top-Kriminelle und mit The Freebies sowie dem Auftauchen von Travis nicht allzu glücklich. Nachdem Lincoln und seine Männer Micca vor seinen Augen hingerichtet haben, verspricht John bei einer gefährlichen Mission zu helfen, um an einen Kristall zu gelangen, der für den Antrieb eines Transporters benötigt wird. Selbstverständlich kann man sich vorstellen, dass John sehr viel eher darauf aus ist den Abschaum mit einem gut platzierten Tritt gegen den Kopf aus dem Spiel zu nehmen.

Für das, was der Film ist, nämlich ein Low-Budget-Action-Flick mit genügend Anziehungskraft, um David Carradine für einen Cameo-Auftritt verpflichten zu können (für eine Hauptrolle reichte es dann doch nicht), stellt Karate Cop nicht die schlechteste Wahl dar, um anderthalb Stunden damit zu verbringen. Gleichzeitig handelt es sich dabei auch nicht um die beste Wahl, wobei jedoch so kleine Dinge wie ein funktionierender Countdown-Gag, anständige Kameraarbeit während der Action-Sequenzen und Lincolns Kolosseum / Thunderdome-Mini-Versteck im römischen Stil, komplett mit einem Mini-Master-Blaster, es verstehen das hölzerne Schauspiel zu überwiegen. Die wirklich interessante Geschichte dreht sich sowieso um Regisseur Alan Roberts. Obwohl er vor Karate Cop bereits mehrere Filme gedreht hatte, wie Junge Lady Chatterley (1977) und The Happy Hooker Goes Hollywood (1980), sowie einer fortlaufenden Karriere als Editor nachging, wird Roberts jetzt wahrscheinlich als Regisseur von Innocence of Muslims berüchtigt sein. Der Sleaze- und Kultfilmregisseur wurde beauftragt, einen Film mit dem Titel „Desert Warrior“ zu drehen, doch mit ein wenig redubbing wurde das Ganze zu dem Film, der eine ganze Religion und Fans von vernünftigen Filmen erzürnte. Was genau Roberts wusste bleibt im Unklaren, wobei er sich nach den Unruhen in Syrien völlig zurückgezogen hat. Es sollte gesagt werden, dass er nicht festgenommen wurde, im Gegensatz zu Produzent Nakoula Basseley Nakoula a.k.a „Sam Bacille“, der möglicherweise einfach die Identität von Mr. Roberts gestohlen hat. Es würde schon eine ziemliche Karriere repräsentieren, von Happy Hookers über Karate Cop bis hin zum Salmon Rushdie der Internetvideos zu mutieren.

Neben den berüchtigten Verbindungen des Regisseurs ist Ronald L. Marchini als die Hauptattraktion von Karate Cop zu bezeichnen. Nachdem er schon im ersten Film der Serie (Omega Cop) aufgetreten war, hielt er sich im Allgemeinen gern an zwei Wort Filmtitel: Jungle Wolf (Der Dschungelwolf, 1986), Arctic Warriors (1989) und Return Fire (Return Fire – Dschungelwolf 2, 1988) erscheinen alle in seinem Resümee, wobei nur Marchinis Regie-Fortsetzung Karate Commando: Jungle Wolf 3 (Karate Raider, 1995) vom Muster abweicht. Für einen Schauspieler, der sich einen Namen für Action-Hauptrollen erarbeitet hat, kann man nur sehr wenig über den Mann hinter Karate Cop herausfinden, abgesehen von einer Auflistung seines vergriffenen Buches The Ultimate Martial Art: Renbukai. Man kann also davon ausgehen, dass er einiges an Kampfsporterfahrung hatte, was auf dem Bildschirm auch genauso rüberkommt. Sein Co-Star Carrie Chambers war als attraktiv und charismatisch zu beschreiben, weswegen man sie kaum in ihrer Rolle als Allison in der unglückseligen Fortsetzung Sleepaway Camp IV: The Survivor von 1992 wiedererkennen kann. Die größte Überraschung des Films stellt allerdings der Cameo-Auftritt von David Carradine dar. Hat man keine Ahnung, dass er in Karate Cop mitspielt, kommt es beinahe wie ein Schock, wenn er als schmuddeliger Barkeeper namens Dad auftaucht. Michael E. Bristow und D.W. Landingham gelingt es wirklich sehr gut die Bösewichte auf übertriebene und verspielte Art und Weise zu verkörpern, sie allein machen den Film sehenswert.

Mit Karate Cop kann man ein albernes Stück Action aus den frühen Neunzigern austesten und dabei eine angenehme Zeit haben. Karate Cop gehört zu den anderen „Cop“ -Features, die von Fans von Genrefilmen geliebt werden und man kann nur hoffen, dass Alan Roberts als ein Mann in Erinnerung bleibt, der einige interessante Genrefilme gedreht und nicht als der Mann, der hasserfüllte Propaganda produziert hat.

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  • Darsteller: Roland L. Marchini, David Carradine, Ron Marchini, Carrie Chambers, Dana Bently
  • Regisseur(e): Alan Roberts
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Deutsche Austrophon GmbH
  • Produktionsjahr: 1992
  • Spieldauer: 90 Minuten

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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