Kilometerstein 375 (Thunder Road)

In Kilometerstein 375 (der etwas seltsame deutsche Titel von Thunder Road) spielt Robert Mitchum den Schnaps-Schmuggler Lucas Doolin, der in den Hügeln von Tennessee und Kentucky der späten 50er das illegal gebrannte Zeug zu den Abnehmern in den Städten bringt. Seit Jahrzehnten brennen Leute wie sein Vater das Zeug, Moonshine nennt man das in den USA. Doch die Schlinge zieht sich enger. Er ist zwar der beste Fahrer, aber Agenten des US Finanziminsteriums unterstützten mittlerweile die örtlichen Polizeikräfte. Außerdem drängt sich ein Monopolist auf den Markt und will sich alle Destillen in der Gegend unter den Nagel reissen. Während sein Bruder Robin (James Mitchum) regelmäßig seinen Wagen flink macht, Roxanna (Sandra Knight) ihn anhimmelt, statt mit dem bodenständigen Jed Moultrie (Mitchell Ryan) ein ehrliches Leben zu führen, muss Lucas es aufe eine Konfrontation mit Kogan (Jacques Aubuchon) ankommen lassen, ohne dabei dem Agenten Barrett (Gene Barry) in die Fänge zu gehen….

Thunder Road

Für Arthur Ripley (Voice in the Wind) war dieser Film im Jahr 1958 sein letzter, und neben The Chase, oder Prisoner of Japan, hat er vor allem auch als Regisseur von Kurzfilmen und als Autor viele in erster Linie weniger bekannte Werke geschaffen. Durch das Engagement von Robert Mitchum, der auch die Idee für die Story hatte und seine Söhne vor die Kamera brachte, wurde Thunder Road zu einem ziemlichen Erfolg. Mitchum, der seit Anfang der 40er vor der Kamera stand, war da schon eine ziemliche Nummer und es muss wohl ein Spaßprojekt gewesen sein. Das Thema war en vogue, schnelle Autos, harte Jungs, Drogenschmuggel, Polizisten und Gangster, Kleinstadtmädels, gute Ware für die Autokinos quer durch die Republik also.

Thunder Road

Thunder Road ist ein eigentlich recht ruhiger Film. Die dezenten schwarz-weiß Bilder (immerhin im Breitbild) breiten ein kleines Drama aus über eine Zeit, in der es eigentlich mit Lucas‘ Metier schon fast zuende war. In die Zange genommen von Großgangstern einerseits (vielleicht sogar billigem legalen Schnaps… nachdem auch die Prohibition auf Landesebenen bröckelte, man möge sich den Eintrag zu Jack Daniels in der Wikipedia ansehen) und den Steuerbehörden andererseits. Dabei ist Lucas kein James Dean Außenseiter, auch wenn das genau die Art von Bild war, die Mitchum auf der Leinwand gerne abgab. Er rebelliert hier nicht gegen die konservative Welt seiner Eltern, sondern im wesentlichen ist er seine Eltern, er sort für seine Familie und führt die Tradition seiner Väter fort – und das wo ihm schons ehr klar ist dass er das Gesetz bricht da macht er sich gar keine Illussionen. Aber es sind halt anderer Leute Gesetze, und mehr kann er nicht.

Thunder Road

Insgesamt ist es ein interessanter, wenn auch nicht hochspannender, kleiner Film mit ein paar prima Szenen, auch Schockmomenten von außerordentlicher Brutalität, ein paar witzigen Studioaufnahmen und einer eingängigen Titelmelodie. Die Besetzung ist solide, und die Charakter sind glaubhaft. Auch wenn der Film kein Glanzstück des Moonshine-Genres ist, war es doch ein Spaß ihn zu sehen, man kann ja aus Mitchums Filmografie ein ganz eigenes Hobby machen…

Thunder Road

Die BluRay bietet ganz akzeptable Bildqualität dieses schwarz-weiß Breitbild-Reissers. Das Bild ist zeitweise, insbesondere bei Nacht- und Außenaufnahmen deutlich schlechter als bei Nahaufnahmen und Innen-Szenen, und das auch teilweise recht drastisch. Insgesamt aber bietet das Bild ausreichend Schärfe und Kontrast, aber leider nicht auf besonders hohem Niveau. Das tut dem Genuss aber keinen Abbruch. Ton DE EN st EN DE. Keine Extras

Die BluRay wurde uns bereitgestellt. Screenshots teilweise von der US Bluray.
Thunder Road

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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