King Kong – Dämonen aus dem Weltall / Gojira tai Megaro

King Kong - Dämonen aus dem Weltall / Gojira tai Megaro

2012_03_07_kaiju

Die unterirdisch lebenden Bewohner von Seetopia sehen durch Atombombentests ihre Existenz bedroht. Anstatt eine friedliche Lösung anzustreben, lassen sie das fürchterliche Rieseninsekt Megalon auf die Menschheit los. Glücklicherweise ist Godzilla zur Stelle und nimmt, unterstützt vom unglaublichen Roboter King Kong, den Kampf auf. Da erhält Megalon Unterstützung von Gigan, dem halbmechanischen Weltraumungeheuer und es entbrennt ein Kampf der Giganten, bei dem es nur einen Sieger geben kann: die Menschen auf der Oberfläche oder die Einwohner von Seetopia. (Anolis Entertainment)

King Kong - Dämonen aus dem Weltall / Gojira tai Megaro

Nachdem Unterwasser-Atomtests im Pazifik mehrere Inseln erschüttern (einschließlich Monster Island), rächt sich Kaiser Antonio, der Herrscher des Unterwasserreiches Seetopia, an der Menschheit, indem er den riesigen Wächter-Käfer Megalon zur Oberflächenwelt schickt, um diese zu zerstören. Außerdem sendet er noch zwei Agenten aus, die den neuen Super-Roboter Jet Jaguar (King Kong) von Professor Gorou Ibuki und dessen kleinem Bruder Rokurou (den sie auch mitnehmen) stehlen sollen. Glücklicherweise werden die beiden Entführten von ihrem Freund Hiroshi Jinkawa nach actionreichen Auto-Verfolgungsjagden gerettet. Daraufhin gelingt es Gorou die Kontrolle über Jet Jaguar wieder zu erlangen und schickt ihn nach Monster Island, wo er Godzilla um Hilfe bitten soll. Als Reaktion darauf ruft Antonio den Weltraum-Dämon Gigan herbei damit Megalon unterstützt werden kann. Ein gnadenlos harter Kampf der gigantischen Monster entbrennt.

King Kong - Dämonen aus dem Weltall / Gojira tai Megaro

Man kann KING KONG – DÄMONEN AUS DEM WELTALL für ästhetische und sentimentale Werte schätzen, doch viele Fans bezeichnen den Streifen als schlechtesten Godzilla Film. Die Idee, dass Godzilla mit einem Superhelden kooperiert will den meisten Liebhabern nicht sonderlich gefallen. Bei diesem Superhelden handelt es sich um den Roboter Jet Jaguar (dt. Version = King Kong), der seine Größe verändern kann und eine Mischung aus anderen Superhelden wie Ultraman und Jumborg Ace darstellt. Godzilla tritt diesmal in neuem Kostüm auf, was das Monster wie einen von Gou Nagai entworfenen dämonischen, anthrazitfarbenen Snoopy aussehen lässt! Megalon dagegen ist sehr gut gelungen, ein fliegender Nashorn-Käfer mit Bohrer-Armen, der neben Napalm-Granaten aus seinem Maul auch noch elektrische Strahlen aus seinem Horn verschießen kann (wobei oftmals King Ghidorahs Gravity Beams als Stock-Footage zum Einsatz kommen, wie überhaupt viel Material aus anderen Gozilla Filmen benutzt wurde). Gigan aus Frankensteins Höllenbrut ist ebenso wieder dabei, doch auch hier unterscheidet sich das Kostüm von dem des vorherigen Films, die blau-grüne Farbe ist dunkler, während das Monster etwas dünner aussieht. Die Spezialeffekte von Teruyoshi Nakano sind wirklich noch ok, wobei die Damm-Sequenz mit Megalon echt klasse inszeniert worden ist. Der Rest ist eben Slam-Bang-Action, die in die gleiche Kerbe schlägt wie jede Giganten- und Superheldenshow der damaligen Zeit, außer dass Jet Jaguar keine Strahlen verschießen kann. Riichirou Manabes Musik ist viel fröhlicher und optimistischer als z.B. der düstere Score des Komponisten aus Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster. Das Godzilla Thema ist diesmal viel kräftiger und nicht so lahm wie das zuvor, während die Seetopia Musik recht unheimlich und avant-garde ausfällt (beinahe wie von Karlheinz Stockhausen). Der Rest ist groovy 70er Jahre Gedudel (Flöten, Gitarre, Banjo, Hörner, etc.) mit einem weiteren Highlight, dem Titelsong „Mit Godzilla und Jet Jaguar Punch Punch Punch!“ („Gojira to Jetto Jagaa de Panchi Panchi Panchi!“).

King Kong - Dämonen aus dem Weltall / Gojira tai Megaro

Die Besetzung ist sehr ungewöhnlich und unterscheidet sich ziemlich stark von jedem Godzilla Film, der davor oder danach gedreht wurde. Diesmal gibt es keine weibliche Hauptrolle, sondern nur die seetopischen Tänzerinnen zu bestaunen. Katsuhiko Sasaki spielt den Jet Jaguar Erfinder Gorou Ibuki. Sein kleiner Bruder Rokuro (Spitzname „Roku-chan“), mit dem sich das jüngere Publikum identifizieren soll, wird von Hiroyuki Kawase (der schon zwei Jahre vorher die Rolle des Ken Yano in Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster übernommen hatte) gegeben, der einen roten Snoopy Pullover trägt (yep, das Snoopy Ding wieder)! Yutaka Hayashi spielt den Hot-Rodding Freund von Ibukis Schwester Hiroshi Jinkawa, der in allen Verfolgungsjagden mit den bösen Jungs fertig werden muss. Dann ist da noch der Schauspielveteran Robert Dunham als Antonio, dem Kaiser von Seetopia, der in eine weiße Toga sowie eine Tiara mit Megalonkopf in der Mitte gekleidet ist und dabei enorm an Sean Connerys Zardoz (aus dem selben Jahr) erinnert, was wohl an dem neo-olympisch, griechischem Stil liegt, den Seetopia aufzuweisen hat. Rolf Jessup (der in einigen japanischen Filmen aufgetreten ist) mimt einen Funker in weißer Uniform, der gleichzeitig als Antonios rechte Hand fungiert. Als in schwarz gekleideter seetopischer Agent tritt Koutarou Tomita in Erscheinung und wird von seinem Partner in brauner Kleidung Wolf Ootsuki unterstützt. Die Besetzung wird letztendlich durch Kanta Mori, der den in Gozilla Filmen obligatorischen JSDF General darstellt, komplettiert.

King Kong - Dämonen aus dem Weltall / Gojira tai Megaro

KING KONG – DÄMONEN AUS DEM WELTALL gehört sicherlich zu den schlechteren Filmen des Genres, verdient für seinen ganz eigenen Charme aber bestimmt mehr Respekt als er im Allgemeinen bekommt. Kaiju-Classics Fans kommen sowieso nicht an dem Streifen vorbei und auch allen anderen, die Monster, Superhelden und Roboter mögen oder sogar lieben und gleichzeitig nichts gegen Produktionen mit niedrigem Budget haben, sei der Film ans Herz gelegt.

King Kong - Dämonen aus dem Weltall / Gojira tai Megaro

Anolis Entertainment veröffentlicht King Kong – Dämonen aus dem Weltall in einer wie üblich auf 1500 Stück limitierten 2-Disc-Steelbook-Edition auf DVD. Das Bild (2,35:1 / 16:9) bietet auf beiden Scheiben wie bereits gewohnt anständiges Niveau und geht für das Alter des Films mehr als vollkommen in Ordnung. Beim Ton werden uns zwei Spuren (deutsch und japanisch Mono 2.0) geboten, die beide keinen Grund zur Beschwerde geben. Deutsche Untertitel sind auf Wunsch auch zuschaltbar. Die recht umfangreichen Extras bestehen aus einer deutschen Bildergalerie und einem 20-seitigem Booklet mit interessantem Text von Ingo Strecker, sowie dem deutschen, dem US- und einem japanischen Trailer. Auch die Audiokommentare von Jörg Buttgereit und Bodo Traber (Disc 1) sowie der von Florian Bahr (Disc 2) sind wie immer sehr unterhaltsam und informativ. DVD eins beinhaltet die japanische Fassung, einen spanischen Werberatschlag und japanische sowie internationale Bildergalerien, während die zweite Scheibe neben der deutschen Kinoversion noch die deutsche Super-8 Fassung, ein Filmprogramm und eine deutsche Bildergalerie präsentiert. Insgesamt handelt es sich hier wieder um eine äußerst gelungene Veröffentlichung mit enorm viel Hintergrundinformationen über einen Film, der zwar weit von den richtig guten Kaijus entfernt ist aber trotzdem noch ein unterhaltsames Exemplar des Genres, mit ganz eigenem („Trash“-) Flair, darstellt.

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King Kong - Dämonen aus dem Weltall / Gojira tai Megaro

  • Regisseur(e): Jun Fukuda
  • Format: Limited Edition, Widescreen
  • Sprache: Japanisch (Dolby Digital 2.0 Mono), Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Anolis Entertainment
  • Produktionsjahr: 1973
  • Spieldauer: 78 Minuten

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Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Anolis Entertainment zur Verfügung gestellt.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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