Knightriders

Knightriders

Knightriders ist ein Actionfilm aus dem Jahr 1981 von Kultregisseur George A. Romero (Dawn of the Dead) mit Ed Harris (Walker) und Effekt-Legende Tom Savini (From Dusk Till Dawn) in den Hauptrollen. Der Film handelt von einer etwas ungewöhnlichen Motorrad-Gang, denn sie sind eigentlich so etwas wie Schausteller bzw. wandernde Ausrichter von Ritterfesten, mit dem vollen Programm aus Gauklern, Bäckern und…. sich duellierenden Rittern. Was Billy (Harris) und seine leidenschaftliche Großfamilie von anderen derartigen Enthusiasten unterscheidet ist, dass sie Motorräder reiten statt Pferde. Das alleine ist natürlich schon schwierig genug, und sie ecken regelmäßig mit örtlichen Sheriffs an oder müssen Polizisten schmieren um ungehindert Lager aufzuschlagen und zu Festlichkeiten einzuladen. Hinzu kommt der Machtkampf innerhalb der Gruppe. Billy ist eine friedfertige Führungspersönlichkeit, er verabscheut Gewalt und hat eine Vision von einem anderen Lebensstil, das er mit der Gang verfolgt. Sein Konkurrent Morgan (Savini) macht ihm nun den Thron in seinem Ritter-Königreich streitig….

Ich muss gestehen: weder die Thematik noch die Prämisse des Films interessier(t)en mich sonderlich, und auch nachdem ich den Film gesehen habe würde ich sagen, den gucke ich auch nicht nochmal. Mein Aversionen gegen Mittelalterzeugs und vor allem diese schrägen romantisierenden Mittelalterfeste tragen dazu bei, dass ich die erste Stunde des Films mich echt quälen musste, aber… und damit komme ich gleich zu Stärke des Films: er hat unglaublich Herz. Vor allem wenn man sich erst einmal in die Welt der Charaktere auch nur ein Bisschen hinein denkt, ist er sogar ein wenig packend.

Knightriders

Knightriders ist natürlich auch ein Kind seiner Zeit. Nur in den frühen 80ern ist so ein Film überhaupt denkbar. Eine Art alternatives Easy Rider, mit Erwachsenen die Ritter spielen, aber auf Motorrädern, jedoch völlig im Sinne von Gegenkultur und Aussteigertum. Hier hatte Romero sich richtig austoben können, richtig publikumsfähig scheint mir das auf keinen Fall gewesen zu sein – und die Entstehungsgeschichte des Films wird diesbezüglich in den Extras auch ausreichend beleuchtet. Dass man den Film hierzulande damals noch stärker kürzte um in als harmlosen FSK12 Klamauk zu verkaufen spricht dafür (ist aber abstrus). Er erschien unter dem Titel Ritter auf heißen Öfen. Heute betrachtet ist es ein total interessantes Experiment eines Regisseurs der für völlig andere Filme bekannt ist, und einmal das Glück hatte sich einen Traum zu erfüllen, egal was die Produzenten dachten.

Gewürzt mit drolligen Passagen, etwas Sozialkritik, dem anachronistischen Set, einem Gastauftritt von Stephen King und was Leute in den 80ern noch so begeistert und beschäftigt hat, kann Knightriders auf jeden Fall Originalität beweisen. Wie Romero selbst sagt, wird der Film wohl auch seinen treusten Fans meist wohl nicht gefallen. Nicht dass hier die Zombies fehlen, es ist einfach ein ganz und gar ungewöhnlicher Film, nicht nur für Ihn, sondern auch ganz allgemein. Das macht ihn nicht schlecht, das macht ihn lediglich zu einer echten Geschmackssage… Nischenkino eben.

Knightriders

Die Umfangreiche Veröffentlichung von Koch Films zollt dem Film ordentlich Tribut. Man bekommt auf Disc 1 die ungekürzte 146min Version, auf Disc 2 die kürzere dt. (ehemals-FSK12) Kinoversion, und einer DVD mit der SD-Fassung.

Sowohl die deutsche Synchronfassung als auch der Originalton liegen in LPCM Stereo vor. Der Ton (Englisch getestet) klingt sehr solide, lockt aber niemanden hinterm Herd hervor. Gute Dialogverständlichkeit und ausreichend Wumms (oder Wümmschen) bei den Actionsequenzen, insgesamt völlig in Ordnung. Es gibt Untertitel auf Deutsch und auch Englisch. Auf der ersten Disc gibt es auch die Trailer und ein paar Bildergalerien und den ziemlich informativen Audiokommentar mit George Romero, Tom Savini, John Amplas und Christine Romero, aus dem man die Liebe der Macher zu diesem eigenwilligen Film sehr gut erkennen kann.

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Die zweite Disc hat die meisten Extras auf sich vereint: zunächst die kürzere alte deutsche Kinoschnittfassung (ca 119min). Hinzu kommen ein sehr selbstreflektives Interview mit Regisseur George R. Romero (ca. 17 Minuten) über den Stellenwert dieses Films in seinem Werk, eines mit Ed Harris (ca. 13 Minuten) das deutlich jünger ist, in dem er sich an den Film erinnert, eines mit Tom Savini (ca. 12 Minuten), der jede Menge Bühnenerfahrung hat obgleich er primär wegen seiner Effekte-Arbeit bekannt ist, und auch eines mit Patricia Tallman (ca. 18 Minuten) für die das damals ein Leinwanddebüt darstellte. Hinzu kommen circa zweimal 8 Minuten aufnahmen vom Dreh (der zweite Clip speziell zu den Stunts), eine Folge von „Trailers from Hell“ mit Mick Garris und… was mir nicht vorlag zur Begutachtung…. ein 20-seitiges Booklet mit Texten von Oliver Nöding.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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