La Città Gioca D’Azzardo / Hetzjagd ohne Gnade

Polizio Hetzjagd ohne Gnade

Luca Antieri, von Beruf „Falschspieler“, verdient sich in Mailand seinen Lebensunterhalt mit gezinkten Karten. In einem renommierten Casino gewinnt er mit lockerer Hand eine hohe Geldsumme und zieht dabei besonders die Aufmerksamkeit des Inhabers auf sich. Luca bekommt ein Angebot das er nicht ablehnen kann: Er soll die Umsätze des Casinos verdoppeln. Das Spiel ist einfach, nicht jedoch die Beziehung zu Marie-Luisa, die Freundin von Kurano, in die sich Luca nach kurzer Zeit verliebt. Kurano ist der Sohn des Casinobesitzers und eine gewalttätige, tickende Zeitbombe die genug von der Bevormundung seines Vaters hat und dessen Geldgeschäfte neu organisieren will. Es kommt zur unvermeidbaren Auseinandersetzung zwischen Luca und Kurano. Luca werden die Hände zertrümmert… mit letzter Kraft kämpft er um alles, was für ihn noch eine Bedeutung hat: Marie-Luisa und ihre gemeinsame Zukunft. Die Uhr tickt… (filmArt)

Hetzjagd ohne Gnade

Das gesamte Poliziotteschi Sub-Genre ist hauptsächlich von Filmen wie Don Siegels Cop-Film Klassiker Dirty Harry beeinflußt worden, doch La Città Gioca D’Azzardo macht da eine Ausnahme und lehnt sich eher an Glücksspiel-Klassiker wie The Cincinnati Kid und The Sting an. Der Schwerpunkt des Films liegt deswegen eindeutig auf dem Kartenspielen aber die für den Poliziotteschi typischen Merkmale wie Schlägereien, Schießereien und Verfolgungsjagden kommen dabei auch nicht zu kurz. Die Handlung dreht sich um Spieler-Ass Luca Altieri (Luc Merenda), dessen Talent den Gangsterboss „The President“ (Enrico Maria Salerno) stark beeindruckt. Der an den Rollstuhl gefesselte „Präsident“ gibt Luca die Chance sein Können mit den Karten für ihn einzusetzen, sodass beide eine Menge Geld mit Falschspielertricks machen können und Luca nimmt das Angebot an. Zunächst läuft alles sehr gut, Luca räumt an den Pokertischen ab und kann schon bald seine gewöhnliche Straßenkleidung gegen Nadelstreifenanzüge eintauschen. Doch Ärger ist vorprogrammiert als sich Luca in Marie-Luisa (Dayle Haddon) verliebt, die allerdings die Geliebte von des Bosses Sohn Kurano (Corrado Pani) ist, der die Frau als seinen Besitz ansieht und sehr eifersüchtig auf Luca reagiert.

Hetzjagd ohne Gnade

Natürlich ist Hetzjagd ohne Gnade vollkommen „over the top“ und während der Einfluß der o.g. Filme ganz klar durchscheint ist es auch offensichtlich, dass es sich hier um einen italienischen Vollblut-Thriller handelt, da es Regisseur Sergio Martino nicht vergisst den Fokus, neben diversen Pokerpartien und der Liebesgeschichte um Marie-Luisa und Luc, auch auf die für einen Poliziotteschi unverzichtbaren Action-Sequenzen zu legen, denn Gambling City bietet davon sehr viel mehr als ein Film über Glücksspiel eigentlich sollte. Der von Drehbuchautor Ernesto Gastaldi entworfene Plot gehört sicherlich nicht zu seinen besten, verleiht dem Film aber mehr Glaubwürdigkeit als es ein durchschnittlicher italienischer „Rip-Off-Thriller“ normalerweise hat. Martino gelingt es sehr gut den klassischen italienischen Stil zu implementieren und obwohl die Musik von Luciano Michelini zuweilen recht albern wirkt (gleich zu Beginn erwartet man deswegen eher eine Komödie als einen Kriminalfilm), passt sie zum größten Teil doch ganz gut zum Film. Auch die Schauspieler machen ihre Sache gut, wobei es Luc Merenda genausowenig schwer fällt den leichtherzigen aber „toughen“ Falschspieler zu geben, so wie Corrado Pani (Willkommen in der Hölle!) das verbitterte Verbrechersöhnchen und Enrico Maria Salerno den klugen, eleganten und kultivierten Gangsterboss.

Hetzjagd ohne Gnade

Alles in Allem würde ich Hetzjagd ohne Gnade nicht zu Sergio Martinos Meisterstücken zählen, habe mich aber trotz einiger kleiner Mängel ziemlich gut unterhalten gefühlt. Ich habe ja schon an anderer Stelle erwähnt, dass Martinos Stärke eindeutig bei der Inszenierung von Gialli und nicht bei der von Poliziotteschi lag. Obwohl ich die italienischen Genre-Filme grundsätzlich liebe, kann es hier und da schon mal vorkommen, dass ich mich an kleineren Unzulänglichkeiten störe. Bei La Città Gioca D’Azzardo stört mich die Tatsache, dass Luc Merendas Charakter niemals wirklich symphatisch rüberkommt und es einem deswegen wiederum schwer gemacht wird diesen Typen irgendwie zu mögen. Somit hat man dann auch kaum Mitleid mit ihm als er von Kurano und seinen Männern brutal verprügelt wird und ihm die Hände (ähnlich wie bei Django) zertrümmert werden. Für meinen Geschmack nimmt sich der Film auch etwas zu viel Zeit für die Liebesgeschichte und der Plot ist doch ziemlich vorhersehbar. Aber hey … das ist nur meine Meinung … und was solls … der Streifen ist ansonsten sehr solide in Szene gesetzt worden, sieht wirklich gut aus, hat ein ansprechendes Set-Design und schöne Schauplätze zu bieten. Freunde des italienischen Kinos kommen um Hetzjagd ohne Gnade auf gar keinen Fall herum, der Film darf in keinem Sammlerregal fehlen!

Hetzjagd ohne Gnade

Die DVD: Das Bild wird uns im 2,35:1 anamorphen Format präsentiert und sieht sehr gut aus. Bildschäden konnten vollkommen entfernt werden, Farben, Schärfe und Kontrast wissen auch zu überzeugen, sodass es beim Bild nichts zu beanstanden gibt. Diesmal muss man auch beim Ton glücklicherweise keine Abstriche machen, denn es sind eine deutsche Tonspur (1.0 Mono gefiltert und ungefiltert) und der italienische Originalton (1.0 Mono) vorhanden. Beide Tonspuren sind mehr als brauchbar, obwohl der Originalton im Hintergrund leicht rauscht. Gestört hat mich das allerdings nicht im Geringsten. Als Untertitel können deutsche und englische angewählt werden. Die Extras bestehen aus dem italienischen Kinotrailer, einer Trailer Show von anderen filmArt Titeln und einem sehr ausführlichen (16 Seiten) sowie interessanten Booklet von Heiko Hartmann.Hetzjagd ohne Gnade

Urteil: Die Veröffentlichung der Nummer 003 der filmArt Polizieschi Edition kann als sehr gut gelungen bezeichnet werden, auch wenn der Film an sich nicht zu den Besten des Genres gehört und wir von Sergio Martino normalerweise (wie auch schon bei Die Killermafia) besseres gewohnt sind. Nichts destotrotz ist der Film solide inszeniert und bietet mal eine total andere Geschichte. Vom technischen Standpunkt aus kann man sehr zufrieden sein. Ich freue mich schon auf weitere tolle Veröffentlichungen (Polizieschi Nr.4 Der Tag der Cobra auf BluRay und Giallo Nr.3 Das Grauen kommt Nachts auf DVD kommen bald!) in dem Bereich des Giallo und des Polizieschi aus dem Hause filmArt.

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Diese DVD wurde freundlicherweise von filmArt zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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