The Long hot Summer

Ben Quick war sein Name, und sein Ruf als Scheunenbrandstifter eilte ihm voraus. Doch der Tagelöhner (gespielt von Paul Newman) ist ein pfiffiger Kerl und kaum in dem neuen Nest angekommen, macht er sich daran, aufzusteigen. Der Ort in dem er landet, ist wirtschaftlich quasi in der Hand des alten Varner, der frisch aus dem Krankenhaus entlassen, sich daran macht, seine Nachkommenschaft zu sichern. Sein Sohn Jody ist dabei ein rechter Windbeutel, auf den er nichts hält. Er ist zwar mit der Dorfschönheit Eula (Lee Remick) zusammen, aber das Geschäft des Vaters ist nicht so ganz seine Stärke, und in gewisser Weise ist er ein Tollpatsch und Pantoffelheld. Ganz anders die Tochter Clara (Joanne Woodward), eine sehr zugeknöpfte Persönlichkeit. Ben beginnt mit ihr herum zu flirten, und nachdem er innerhalb von wenigen Tagen im Varner Reich aufgestiegen ist, erkennt auch der alte Varner (gespielt übrigens von einem grottenschlecht geschminkten Orson Welles) dass er eine gute Partie für seine ewig-single Clara wäre, und beginnt die beiden  zu verkuppeln – nicht gerade galant. Während also Ben, mit der Unterstützung des alten Herrn sich an Clara ran schmeißt, und nebenbei geschäftlich seine Cleverness beweist, droht Sohn Jody an seinem Neid zu zerbrechen. Als am Ende wieder eine Scheune brennt, ist das Dorfvolk auf den Beinen um Ben, dem alten Brandstifter, aufzuknöpfen am nächsten Baum…..

Der lange, heiße Sommer

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The Long Hot Summer (aus dem gewagten Jahr 1958) war mir bis dato völlig unbekannt. Zugegebener maßen sind meine Paul Newman Lücken aber auch relativ groß. Martin Ritt verfilmte, nach dem Roman von William Faulkner, dieses recht schwer beschreibbare Werk. Zwar kommt es in Schmacht-Look daher, und die Story reißt auch niemanden vom Hocker, doch ist es für damalige Zeiten ein durchaus aufregendes Abenteuer – in einer Szene wird doch tatsächlich offen über Sex gesprochen, ich möchte nicht wissen was das damals für Furore verursacht hat, das traut ich ja nicht mal heute mehr irgend jemand. Getragen wird es aber weniger von Story und Look, sondern dem Puzzle an interessanten Szenen und Charakteren. Lee Remick ist dabei eine wahre Freude, sie zeigt in der ersten Filmhälfte wie schnell einem die Hitze zur aufgedrehten Göre machen kann, das ist äußerst unterhaltsam. Paul Newman selbst überzeugt gewohnt, ich finde aber die Rolle des Ben Quick nicht gerade eine herausragende.

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Nun ist der Filme kein Die Katze auf dem heißen Blechdach, den ich sehr liebe, jedoch sicherlich ein Vergnügen. Das Ringen vor allem des alten Varner um sein Vermächtnis und die Listigkeit von Quick sind die Zugpferde der Story. Der Rest sind Randfiguren, die aber durchaus etwas Dreidimensionalität verleihen, so die Liebesbeziehung des alten Varner (gespielt von Angela Lansbury), die zerrüttete Vater-Sohn Situation von Jody, und der befreundete Alan (Richard Anderson), der ursprüngliche Wunschkandidat Varners für seine Tochter Clara – der aber anderes im Sinn hat.

The Long Hot Summer auf BluRay

long hot summerDankbarer Weise spendiert Koch Media diesem Klassiker eine würdige Wiedergeburt auf DVD und BluRay. So und nicht anders sollte man Klassiker nämlich auch genießen: im Originalton, und in restaurierten Fassungen. Beides macht dies nun möglich, und ich fand es wunderbar wie frisch der Film auf diese Art nun aussah. Zu der Deutschen und Englischen Tonspur (jeweils DTS HD), gesellen sich ein paar nette Extras, wie das Newsreel von der Kinopremiere und eine Dokumentation. Die meiste Freude ist aber wirklich, für nicht mal zwei Stunden in die Filmwelt von ’58 eintauchen zu können, mit Hilfe der Technik des 21. Jahrhunderts. Der Film ist kein grandioser Kracher, doch ein interessanter cineastischer Ausflug, der mit dieser BluRay richtig Spaß macht.

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Zur Rezension stand uns freundlicherweise von Koch Media die aktuelle BluRay Veröffentlichung zur Verfügung.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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