Madigan

Madigan

Madigan (Nur noch 72 Stunden) ist ein Krimi von Don Siegel (Charley Varrick) aus dem Jahr 1968 mit Richard Widmark (Backlash) und Henry Fonda (Trommeln am Mohawk) in den Hauptrollen.

Madigan (Widmark) und seinem Partner Rocco (Harry Guardino) geht bei einer Routine-Kontrolle der vorbestrafte Ganove Benesch (Steve Ihnat) durch die Lappen. Blöd ist das für die beiden Cops vor allem deshalb, weil er mit Madigans Knarre in den Großstadt-Dschungel abtauchen konnte während die beiden blamierten Cops hinterher erfahren, dass Benesch nun sogar wegen Mord gesucht wird. Der Polizeichef Russell (Fonda) gibt ihnen 72 Stunden um den ausgebüchsten Mörder wieder einzufangen.

Madigan

Madigan ist für Siegelsche Verhältnisse eine eher mittelprächtige Angelegenheit. Der Film plätschert mir zu sehr vor sich hin, wird nicht wirklich spannend, verliert sich in diversen der Story nicht zuträglichen Nebenschauplätzen und wirkt generell etwas lieblos zusammengeschustert. Das soll nicht heißen dass die Einzelteile des Films nicht gut gemacht werden, im Gegenteil. Der Film sieht gut aus, es sind nette Sets, die Dialoge sind erstklassig, es hat nur irgendwie weder Hand noch Fuß. Auch Fonda und Widmark haben schon bessere Leistungen abgeliefert, aber vielleicht sieht man ihnen einfach die Unsicherheit an, was den Sinn und Zweck des Films angeht. Der ist nämlich weder ein harter Actionthriller, noch ein penibler Polizeifilm, die Prise Politik spielt das Drehbuch nie aus, und wir verbringen mehr Zeit als Zuschauer mit Madigans Frau Julia – großartig gespielt von Inger Stevens (Hängt ihn höher) – als mit der Frage, wer denn nun dieser Verbrecher ist und wie und wann er wohl gestellt werden würde.

Madigan

Es gibt aber auch Stimmen, die den Film für einen hervorragenden Siegel Film halten, und ihn zum Beispiel als dem Genre trotzende Milleustudie verteidigen. Auch das kann durchaus plausibel sein. Ich hielt jedenfalls die Unausgeglichenheit des Films für eine sehr starke Schwäche. Man hätte aus einzelnen Bausteinen des ganzen auch noch ganz andere Filme daraus stricken können, zum Beispiel ein Drama bei dem Madigan versucht in der Polizeit Karriere zu machen und nebenher um seine Ehe kämpfen muss. Oder eines bei dem Russell Korruption in seinem näheren Umfeld aufdeckt. Beides wird angedeutet und verschlingt letztlich vieles an völlig unnötiger Bildschirmzeit, während der Kern-Plot des Ganzen, die Fahndung nach Benesch, schon fast als am Ende lustlos angefügter Nebenschauplatz daher kommt. Insgesamt ein stimmiger, solider Polizeithriller, der seine Fans findet, aber jedenfalls nach meiner Meinung nicht zu den Glanzstunden von Don Siegel gehört.

Madigan

Die BluRay bietet völlig solides Bild mit guten Kontrasten und passabler Schärfe. Der grau-rostige Großstadt-Farbton des Films kommt gut zur Geltung. Der Ton is okay, die Dialogverständlichkeit gut und die wenigen echten Action-Momente klingen auch ausreichend dynamisch. Für eine alte Mono-Spur total in Ordnung. An Extras gibt es nur Trailer und Bilder, sowie die deutsche 16mm-Fassung. Die in Kürze erscheinende US BluRay kommt auch mit einem Audiokommentar, wer also etwas tiefer einsteigen möchte, kann auch über den Atlantic gucken.

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Madigan BluRay

Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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