Malabimba – Vom Satan besessen

Die wohlhabende Familie von Daniela beschwört bei einer Seance versehentlich einen bösen Dämon, welcher kurze Zeit darauf Besitz von Danielas Seele ergreift.  Danielas Verhalten verändert sich schlagartig. Obszöne Bemerkungen und die ständige Gier nach Sex werden zur Tagesordnung. Die Familie schenkt der Situation nur wenig Beachtung. Immer mehr treibt Daniela ihre Familie dazu, ihre körperlichen Bedürfnisse untereinander zu stillen. Die scheinbar unbezwingbare Macht des Dämons gipfelt letzlich in der Ermordung von Danielas Onkel. Erst später bemerkt eine befreundete Nonne wie ernst es um Daniela und ihre Familie steht. Mit all ihrer Kraft und Gottes Hilfe versucht sie das scheinbar Unmögliche: Daniela und ihre Familie aus den Klauen des Teufels befreien!

MALABIMBA – ist der letzte große Film von Andrea Bianchi (Die Rache des Paten, Die Rückkehr der Zombies). Eine wilde Achterbahnfahrt aus düsteren und sinnlichen Bildern!  (filmArt)

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HEILIGER BIMBAM … dachte ich so bei mir während ich den Film angeschaut habe … was eine Sleazegranate!

Bei einer Seancè im Familienkreis ergreift der Geist einer abartigen Vorfahrin Besitz von der wohlbehüteten 16jährigen Daniela (im Original Bimba),  benutzt das Mädchen fortan als Werkzeug für ungezügelte Lust und schockiert Danielas Familie mit auffälligem, sexuell verdorbenem Verhalten. Etwas wenig an Plot mag man da denken, doch das ist bei der recht gut gemachten Soft-Core-Erotik mit einer leichten Biegung in Richtung Horror vollkommen egal. Zusätzlich entschädigen eine herrvoragende Kameraarbeit und ein ideal gewählter Schauplatz (eine wunderbar atmosphärisch isolierte Klosterburg auf einem Hügel) für die trashige Prämisse und die nicht mehr ganz neue Art von Geschichte.

M3ACHTUNG SPOILER !!!

Das schockierende Thema ist es, was Malabimba von dem unterscheidet, was man in einem heutigen, modernen Porno sehen könnte!? Ein Teenager, jungfräulich und unschuldig,  besessen von dem Geist einer geilen Vorfahrin, die einst eine Nymphomanin war. Daniela versucht ihren eigenen Vater zu verführen, gibt dem gelähmten Onkel Oralsex (und zwar so, dass dieser einen Herzkasper bekommt!), vernichtet erfolgreich das Leben der Nonne, Schwester Sophia (Mariangela Giordano –> Die Rückkehr der Zombies; Giallo a Venezia … der Geist  hatte versucht während der Eröffnungsszene Besitz von ihr zuergreifen…), und schaut oft heimlich bei den sexuellen Aktivitäten ihrer unersättlichen, nuttigen Tante Nais (Patrizia Webley –> Salon Kitty; Dealer Connection) zu. Nais ist mit Danielas Onkel (Giuseppe Marrocco) verheiratet,  sehnt sich aber seit der Lähmung des Alten nach Danielas Vater Andrea (Enzo Fisichella –> Die Rache bin ich; Killer Cop). Da ihr dieser jedoch die kalte Schulter zeigt, vergnügt sie sich derweil mit ihrem Anwalt. Als Nais nach wiederholt missglückten Versuchen endlich doch in der Lage ist Andrea zu verführen, nimmt Daniela dies zum Anlass die Nonne Sophia zum Voyeurismus zu verleiten. Zu guter letzt zieht Daniela bei einem Abendessen mit Gästen blank und beschimpft die Anwesenden auf ungeheuerliche Art und Weise als Lügner und Heuchler.

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Regisseur Andrea Bianchi ist dafür bekannt Grenzen auszureizen und dies tut er auch bei Malabimba. Katell Laennec sieht jung genug aus, um eine 16jährige Teenagerin zu verkörpern und den Zuschauer mit ihren wilden Eskapaden vor Scham erblassen zu lassen. Bianchis Kamera hält sehr gerne auf Brüste und Lendengegend von Webley und Laennec, die beide sehr offen und frei mit Nacktheit umzugehen scheinen. Frau Webley sieht man oft in Reizwäsche, in der sie ihren üppig bestückten Körper für die Männer räkelt, die sie verführen möchte.  Die für die Handlung wohl wichtigste erotische Komponente ist sicherlich Danielas methodische Verführung von Schwester Sophia, der es zunächst gelingt das durchdringende Verlangen nach lesbischer Liebe zu unterdrücken, diesem Verlangen allerdings immer mehr nachgibt, bis sie gegen Ende des Films dem Dämon erlaubt Besitz von ihr zu ergreifen, um Danielas Seele zu retten.

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Trotz aller Lügen, Heuchelei und Verführerei ist Malabimba nicht ausschließlich ein sleaziger Film. Der Streifen hat etwas mehr Tiefe, als man zuerst erkennen mag.  Die Familie Karoli ist eine offene Wunde für den Zuschauer, der Zeuge deren moralischen Verfalls wird.  Der Streifen ist nicht für Menschen geeignet, die sich an unmoralischen Akten sexueller Befriedigung stören und wird oft als Exorcist „rip-off“ bezeichnet, was ich persönlich nicht ganz nachvollziehen kann. Malabimba ist mehr ein „Besessenen“ – Film, der erotisches Territorium betritt und weniger satanischer Horror, der sich aufreibender Dämonendarstellung widmet. Die Musik von Elsio Manusco und Berto Pisano sollte noch erwähnt werden, die den visuell sehr ansprechenden Film wunderbar untermalt.

M6Malabimba hat durch das Label filmArt eine würdige Veröffentlichung erfahren, die auf 1000 Stück limitiert ist und ein klasse Artwork erhalten hat! Das Bild wird im 1,78:1 anamorphen Format präsentiert und ist mehr als brauchbar anzusehen (leider ist es mir derweil noch nicht möglich bessere screenshots zu erstellen). Beim Ton ist „leider nur“ die deutsche Spur (1.0 Mono) vorhanden aber das ist zu verschmerzen. Die Extras bestehen aus einem Booklet von Christian Keßler, der deutschen Fassung, deleted scenes, einer Bildergalerie sowie einem Original- und deutschen Trailer.

Diese DVD wurde uns freundlicherweise von filmArt zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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