Megaforce

Sie hatten das härteste Training der Welt – und die verrücktesten Waffen. Die schlagkräftige, hypermodern ausgerüstete Schnellkampf-Einheit MEGAFORCE setzt sich aus der Elite des Militärs der freien Welt zusammen und tritt dann in Aktion, wenn irgendwo auf dem Erdball Freiheit und Demokratie bedroht sind. MEGAFORCE zieht in die Schlacht… (Constantin Video)

Es gibt eine streng geheime Organisation, die nur den ranghöchsten Mitgliedern der Freien Welt bekannt ist und Megaforce heißt. Wo auch immer Frieden und Gerechtigkeit bedroht sind und die Demokratie gefährdet ist, wird Megaforce zur Stelle sein, um dem Bösen kräftig einzuheizen und so kommt es, dass ein Land im Nahen Osten gerade jetzt die Hilfe der Organisation braucht. Ihre beiden Vertreter, Byrne-White (Edward Mulhare) und Zara (Persis Khambatta), werden mitten in die Wüste chauffiert und müssen dort warten, bis Dallas (Michael Beck) wie aus dem Nichts auftaucht, um eine Klapperschlange zu erschießen, die sich ihnen gefährlich näherte. So sieht nun ihr erster Kontakt mit Megaforce aus…

Cannon war nicht die einzige Produktionsfirma, die in den achtziger Jahren Actionfilme drehte, da Hongkongs Golden Harvest dachte, sie könnten es ja auch mal versuchen. Einen dieser Streifen stellt dieses lachhafte Stück Film dar, in dem der Part des Anführers der streng geheimen Organisation von einem blonden, bärtigen und Föhn getrockneten Barry Bostwick übernommen wird, der sich mit peinlicher Hingabe in die Heldenrolle hineinwirft. Es gibt sehr wenig in diesem Flick zu sehen, was die Geschmacksgrenzen des Publikums nicht auf die Probe stellt, doch insbesondere das hautenge goldene Trikot, das Bostwick und Crew tragen, würde selbst von den extravagantesten Modedesignern, als ein wenig zu viel beurteilt.

Eines der hier vorliegenden Probleme besteht darin, dass die Story die Hälfte der etwa neunzig Minuten dazu braucht, um sich aufzubauen. Daher sieht man sich gezwungen lange Expositionssequenzen und Führungen durch die Megaforce-Basis sowie die erforderliche aufkeimende Romantik zwischen Bostwicks Ace Hunter (ja, das ist wirklich sein Name) und Zara auszuhalten. Das Paar geht sogar zusammen Fallschirmspringen, während die hoffnungsvolle Zara plant Teil der Mission zu werden, um das Arsenal des Oberbösewichts Guerera (ein gut aufgelegter Henry Silva), der ihr Land bedroht, in die Luft zu jagen. Naja, in Wirklichkeit übernehmen ihre Stunt-Doubles das Fallschirmspringen, während die Schauspieler von lächerlich schlechten Spezialeffekten in die Sequenz eingefügt werden.

„Lachhaft schlecht“ ist ein passender Ausdruck, um den Rest des Films zu beschreiben, aber könnte es sein, dass er erst gar nicht vollkommen ernst genommen werden soll? Immerhin stand Regisseur Hal Needham auch hinter den Auf dem Highway ist die Hölle los Filmen. Vielleicht war das der Fall, doch da das Projekt anscheinend auf der Ebene eines Samstagmorgen Cartoons geschrieben wurde (einschließlich des simplen Humors), fragt man sich, ob die Filmemacher dachten, das Publikum würde dies zum Nennwert akzeptieren. Tatsächlich gestalten sich die Witze beinahe bizarr, wenn man die jeweilige Situation berücksichtigt.

Wahrscheinlich werden es nicht die Witze sein, über die man lachen wird, sondern eher die ernsteren Angelegenheiten. Bekommt man doch mal ein Action-Set-piece präsentiert, so nimmt es die Form aller Megaforce-Fahrzeuge an, die in einer geraden Linie nebeneinander auf den Feind zusteuern, wobei ihre Kanonen (Raketen und Laser) aus allen Rohren feuern – nicht gerade die spannendste Erfahrung, die man machen kann. Seltsamerweise sind Ace Hunter und Guerera alte Freunde, wobei Guerera seinen Gegner sogar besucht, wobei sie Umarmungen (sowie einen Kuss) austauschen und ihre Rivalität als Unwichtig runterspielen. Was das Gefühl unterstreicht, dass es sich hier um einen einzigen riesigen Witz handelt, denn es wird auch nie jemand getötet, in all diesem Chaos. Leider geben einem diese Charaktere nichts damit man in sie oder ihre Beziehungen investieren könnte. Am besten man lehnt sich zurück und lacht über die Possen und die Albernheit wie ein Motorrad (dem winzige Flügel sprießen) Ace während des Finales (das einen mit Sicherheit von der Couch fallen lässt) in Sicherheit bringt.

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  • Darsteller: Henry Silva, Barry Bostwick, Michael Beck, Persis Khambatta, Edward Mulhare
  • Regisseur(e): Hal Needham
  • Format: Import, Blu-ray, Breitbild
  • Sprache: Englisch (Dolby Digital 2.0), Spanisch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Spanisch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Produktionsjahr: 1982
  • Spieldauer: 99 Minuten

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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