Meuterei am Schlangenfluss

Meuterei am Schlangenfluss (Bend of the River, 1952) ist ein Western von Anthony Mann mit James Stewart, Arthur Kennedy, Julie Adams und Rock Hudson in den Hauptrollen.

Trapper McLyntock (Stewart) verdient sein Geld damit, Siedlertrecks über den Oregon Trail zu führen. Kurz vor Portland trifft er den erfahrenen Cole (Arthur Kennedy) der ihm ein Freund und Partner wird. In Portland angekommen, müssen die Siedler es mit dem Reeder Hendricks aushandeln, sie zu ihren versprochenen Ländern den Fluß rauf zu bringen, und Monate späte die schon bezahlten Lebensmittel damit sie durch den Winter kommen. Cole und Laura Baile (Julie Adams) die ältere Tochter von Jeremy (Jay Flippen), dem Siedler-Familienoberhaupt, bleiben in der Stadt und suchen dort ihr Glück, zusammen mit Wilson (Rock Hudson), einem Spieler. Doch die Vorräte treffen nicht ein, also machen sich McLyntock und das Oberhaupt der Siedler auf den Weg nach Portland…. dort wartet nicht die letzte Prüfung auf die hungernden Siedler….

Was den Film auf Anhieb charmant macht ist natürlich ein bestens gelaunter Jimmy Stewart. Aber man muss schon sagen, der Gute hat auch viel Einheitsbrei gemacht, und hier darf er aber wirklich glänzen, in einer Rolle die auch ein wenig komplexer ist. Immerhin ist man als Zuschauer auch lange im Dunkeln was es mit seinem Charakter auf sich hat. Der Mix aus Trek-Abenteuer, Meuterei und Western funktioniert sehr gut, dazu tragen auch die unterschiedlichen Locations bei. Die machen den Film zwar etwas lang uns lassen ihn unzusammenhängend erscheinen, aber am Ende fügt sich das doch in ein größeres Ganzes ein.

Anthony Mann (The Last Frontier), das alte Urgestein, zaubert hier ein prächtiges Abenteuer auf die Leinwand. Großartige Landschaften, feine Dialoge, eine gute Story und eine ansehnliche Besetzung machen Bend of the River zu einem hervorragenden Kino-Abenteuer von der Couch aus. Man bekommt Verfolgungsjagden, Indianer, Schießereien, schlagkräftige Damen, schrullige Bootskapitäne, aufgetakelte Pokerplayer und raue Wildnis. Der Film wirkt dabei selten künstlich, er lebt von seinem guten Production-Design und der Liebe zum Detail. Ein großartiger Western den man voll und ganz empfehlen kann.

Die neue BluRay von Explosive Media macht alles richtig. Erstmals ist wieder die Original Kinosynchronisation auch mit an Bord (als Standardeinstellung für Deutsch), bei der man die bekannte Synchronstimme von James Stewart, nämlich der 1995 verstorbene Siegmar Schneider, zu hören bekommt. Die TV-Neusynchronisierung von Universal (aus den 80ern wenn mich nicht alles täuscht, kann das jemand kommentieren?) ist als Extra aber ebenfalls enthalten. Deutsch und Englisch liegen in DTS 2.0 mono auf der Scheibe. Getestet habe ich wie immer nur den Originalton. Der klingt ziemlich prima dem Alter entsprechend. Untertitel gibts löblicherweise auf Deutsch und Englisch. Bild (Vollbild, Farbe) sieht ganz in Ordnung aus, teilweise sogar sehr gut, teilweise aber auch eher dürftig. Wie man das halt von einem Film diesen Alters oftmals erwarten muss. Kommen wir zum Wermutstropfen: wirklich Extras gibt es außer Trailer und Bildergalerie nicht. Das fällt aber kaum mehr ins Gewicht, denn hier bekommen Jimmy Fans ansonsten wirklich was geboten.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info, TripleFeatureFoundation.org und FuriousCinema.com

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1 Antwort

  1. 4. Dezember 2017

    […] Hach, Kindheitserinnerungen. Dazu zählt für mich eindeutig auch „Meuterei am Schlangenfluss“ den ich damals (gefühlt oder real?) bei jeder TV-Ausstrahlung erneut mit klopfendem Herzen […]

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