Miami Golem / Miami Horror

In einem geheimen, wissenschaftlichen Labor in Florida lässt ein größenwahnsinniger Gangster das abscheulichste und gefährlichste Wesen heranzüchten, das je existierte: Den MIAMI GOLEM. Er ist nicht zu töten und von dem bösartigen Willen besessen, alles irdische Leben auszulöschen. Drei Außenstehende wissen von dieser Gefahr. Sie unternehmen den verzweifelten Versuch, das mit telepathischen Kräften ausgestattete Monster unschädlich zu machen. (Starlight Video)

Liebt man verrückte italienische Filme aus den 80er Jahren, dann sollte man sich eine Ladung von Alberto de Martinos Miami Golem abholen. Einige verrückte und schlecht synchronisierte Wissenschaftler klonen außerirdische DNA, die in einem abgestürzten Meteoriten gefunden wurde. Nun, das kann definitiv nichts Gutes bedeuten, da die besagten Wissenschaftler alle getötet werden, während der böse John Ireland die geklonte DNA stiehlt, um sie zu einem höheren Wesen entwickeln zu können, das er kontrollieren und somit die Weltherrschaft übernehmen kann. Doch lerne man erstmal den neugierigen, allwissenden, kompletten Trottel und Reporter David Warbeck kennen, der sich entscheidet Nachforschungen anzustellen, die Experimente an einem bestimmten Punkt zu übernehmen und sich mit dem Alien Babe Laura Trotter (Labyrinth des Schreckens, Großangriff der Zombies) zusammenzuschließen, um den sehr müde (und verloren) aussehenden John Ireland zu besiegen, genauso wie den bösen, telepathischen außerirdischen Fötus, der im Reagenzglas wächst und gedeiht.

Man warte ab, bis man den völlig lächerlichen, doch irgendwie gruseligen Fötus mit seinen großen Kulleraugen und seiner Vorliebe unsere unglücklichen Helden telepathischem Unsinn auszusetzen, zu sehen bekommt. Nicht einmal der Begriff Übergeschnappt vermag es dieses Action- und Science-Fiction Mischmasch zu beschreiben, das zu gleichen Teilen als fantastisch, over-the-top unterhaltsam sowie einfach nur als langweilig zu beschreiben ist. Jetzt fragt man sich sehr wahrscheinlich, wie kann ein italienischer Science-Fiction-Film aus den 80er Jahren, der in Miami gedreht wurde und einen außerirdischen Fötus in den Mittelpunkt stellt, der die Welt erobern will, langweilig sein!? Nun, das Tempo zeichnet sich hauptsächlich dafür verantwortlich, denn Alberto de Martino (Holocaust 2000 / Inferno 2000) vergisst es vollkommen Spaß bei der Arbeit zu haben, nimmt das Ganze todernst und füllt seinen albernen Streifen mit etlichen Perioden an, in denen nicht viel passiert. Warbeck (Jäger der Apokalypse, Das Haus der Verfluchten) ist normalerweise als guter Schauspieler zu bezeichnen, sein Charakter ist hier jedoch so dermaßen arrogant, sodass er eher enorm nervig als heroisch rüberkommt: obwohl er eine lustige Szene spendiert bekommt, in der er mit einer außerirdischen Version von sich selbst spricht, die die gesamte Handlung erklärt.

Da es sich jedoch um einen verrückten, in Italien produzierten Film aus den 80er Jahren handelt, gibt es jede Menge Wahnsinn und Action auf niedrigem Niveau zu bestaunen, was Miami Golem zu einer durchaus lohnenden „Trash“-Film-Erfahrung macht. Natürlich gibt es diesen riesigen animatronischen Fötus (der genauso lahm und Ehrfurcht gebietend ist, wie es sich anhört); völlig Kontext losen sowie ziemlich ungewöhnlichen Dialog („Wenn mir nicht alles weh tun würde, würde ich lachen!“); die Tatsache, dass die Musik ein vollkommenes Rip-Off des Beverly Hills Cop – Themas darstellt; Warbeck der nicht einmal mit der Wimper zuckt, als viele von den Wissenschaftlern, mit denen er gerade zusammengearbeitet hat und mit denen er wenigstens ein bisschen befreundet zu sein scheint, vor seinen Augen niedergeschossen werden (als wäre dies die normalste Sache der Welt); die bizarre Szene, in der er Geister mit der Kamera aufzeichnet, die versuchen, ihn vorm bevorstehenden Untergang zu warnen (wobei ein Geist nur eine riesige Hand ist !!!) und wie erwähnt, wird alles viel zu ernst genommen.

Hier und da gibt es sogar ein bisschen richtige Action zu genießen, einschließlich Warbecks Verfolgung durch einen Maschinengewehr feuernden Hubschrauber, den er mit nur einer Pistole zerstören kann und zwar erst nachdem er in einen Schulbus gestiegen ist, der von zwei Drogendealern gefahren wird, wobei der Bus aus dem Nichts mitten im Nirgendwo erscheint und so die ganze Sequenz noch zufälliger und seltsamer erscheinen lässt, als alle Szenen, an denen der riesige außerirdische Fötus beteiligt ist (!!!). Eine äußerst gelungene und ziemlich coole Verfolgungsjagd durch die Everglades bekommt man auch noch präsentiert und obwohl der Streifen in Teilen sicherlich langweilig ist, lässt sich nicht leugnen, dass Miami Golem „Trash“-Kino vom Feinsten darstellt, das jedem Kenner des Genres empfohlen werden kann.

Beim Film-Retro-Shop bestellen

  •  „Vollbild 4:3“
  •  „VHS“
  •  „ca. 85 Minuten“
  •  „Deutsch“
  •  „Pal“
  •  „Ungekürzte Fassung – sehr guter Zustand – Wendecover“
  •  „18“
  •  „Mono“

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.