Nerve

Bist du Watcher oder Player? Auf Vees (Emma Roberts) Highschool gibt es so gut wie kein anderes Gesprächsthema mehr als die immer riskanter werdenden Challenges, die das illegale Online-Game „Nerve“ seinen Spielern stellt. Um ebenso wie ihre Freundin Sydney einmal im Mittelpunkt zu stehen, meldet sich die eher schüchterne Vee kurzentschlossen selbst bei „Nerve“ an. Angetrieben vom Kick des Verbotenen bricht Vee mit ihrem ebenso attraktiven wie mysteriösen Game-Partner Ian (Dave Franco) schnell alle Tabus: keine Challenge ist ihnen zu riskant… (Studiocanal)

Nerve funktioniert als ein vernünftig origineller Thriller mit großartiger Prämisse recht gut, denn er stellt ein warnendes Beispiel für die heutige Technologie-kontrollierte Jugend dar. Allerdings darf man seine Zweifel haben, dass viele der „Schaut mich an“, Pokemon-jagenden-Menschen Letzteres überhaupt durschauen, weil sie wahrscheinlich nicht in der Lage sind dem Film länger als zehn Minuten zu folgen ohne ihre Handys zu checken. Die Geschichte wird jedoch schnell die Aufmerksamkeit von jemanden wecken, der nur ein geringes Interesse an den sogenannten Social Media hat und der Überzeugung ist, dass diese etwas Dehumanisierendes repräsentieren, obwohl einem die Heldin Vee (Emma Roberts) eigentlich als zu vernünftig erscheint, um sich so schnell in ein solch zwielichtiges Spiel wie „Nerve“ ziehen zu lassen, Geschweige denn sofort Fremde zu küssen oder sogar noch gefährlicheren Aktivitäten nachzugehen.

Nichtsdestotrotz hat der Film eine feine Atmosphäre von fast anarchischem Überschwang und sieht zudem auch fantastisch aus. Das nächtliche New York wird von Kameramann Michael Simmonds fabelhaft aufgenommen, der Neon-und Leuchtstofflampen betont, so dass die Stadt wie eine Metropole der Zukunft erscheint, während viele coole visuelle Mittel, wie die Sicht aus einem PC heraus und die Einstellungen in der Stadt mit den Namen der Spieler und deren Scores auf Wolkenkratzer projiziert sehr gelungen zum Einsatz kommen. Ein Großteil des Pop-Soundtracks mag unterschiedliche Reaktionen hervorrufen, doch es gelingt ihm recht abwechslungsreich zu sein und passt zum Film. Die Besetzung spielt zufriedenstellend, obwohl manche Schauspieler viel zu alt aussehen. Trotzdem kommt das Schauspiel überzeugend rüber und scheint wirklich dunkle Wege zu beschreiten, bis es im letzten Akt gedrosselt wird, da sich hier für ein ärgerliches, weil total dummes Happy End entschieden wurde, das die Botschaft von Nerve ernsthaft schwächt. Leider haben die Studioköpfe nicht die Bälle, um ihre Prämisse ordentlich durchzuziehen. Dennoch ist Nerve ein echter Spaß, spannend und eigentlich ein ziemlich wichtiger Film … obwohl er schon gar keine Zukunftsversion mehr ist und das Thema bereits bald stark veraltet sein wird. Das ist wahrlich erschreckend!

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  • Darsteller: Emma Roberts, Dave Franco, Juliette Lewis
  • Regisseur(e): Henry Joost, Ariel Schulman
  • Format: Widescreen
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: STUDIOCANAL
  • Produktionsjahr: 2016
  • Spieldauer: 97 Minuten

Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Studiocanal zur Verfügung gestellt.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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