On the Job – Showdown in Manila

Der Gangster Streifen von Erik Matti wird als Action Streifen aus dem Hause The Raid vermarktet, aber On the Job ist mehr (und weniger) als das. Kino aus den Philippinen hat heute einige Problem (mehr dazu weiter unten), doch kreativer Input wie er von Matti kommt, stellen die Basis für spannendes, wertiges Kino dar.

On the Job

On the Job handelt von den Auftragskillern Mario (Joel Torre) und Daniel (Gerald Anderson), die in Manila eigentlich im Knast sitzen, von einer Mächtigen Auftraggeberin aber regelmäßig zum Freigang geschickt werden, um Leute zu beseitigen. Sie sind nicht unbedingt wissentlich hinter einem größeren Komplett von Senatoren und Generälen, die heimlich die Kontrolle im Land haben. An einen Fall, bei dem der Polizist Tiu verschwand, wird der NBI Agent Coronel (Piolo Pascual) gesetzt, dessen Schwiegervater zudem einer der darin verstrickten Senatoren ist. Während die Killer auf ihre eigene Weise mit dem herausfordernden Alltag klarzukommen haben (es sind eigentlich zwei Filme), stößt Coronel auf die Verstrickungen seines Schwiegervaters und beginnt, den Fall aufzurollen. Doch wie so oft, wehrt sich das System gegen Angriffe von innen und außen, und so fließt eher Blut auf den Straßen von Manila als dass der Korruption ein Riegel vogeschoben würde.

On the Job

Ich hatte oben ein Problem erwähnt. Wie mir schon bei The Raid aufgefallen war, klingt der Ton dieses Film teilweise etwas künstlich. Bei genauerem Hinhören gibt es manchmal außerdem keine oder nur wenig Hintergrundgeräusche, was bei einer echten Aufzeichnung in den entsprechenden Locations, oder teurer Nachsynchronisation plus Foley (Wikipedia für alle die das nicht wissen) nicht der Fall wäre. Statt dessen hört man bei Fahrzeugen recht generische Brumm Geräusche, bei Waffen generische Ladegeräusche und so weiter. Es klingt also als hätte man den Film billig ohne Ton gedreht, dann nachsynchronisiert aber sich bei Geräuschen nur kostengünstiger Samples bedient, manche klingen so vertraut als hätte man sie schon in vielen Computerspielen oder Filmen gehört. Das trübt den Qualitätseindruck des Filipinokinos ein wenig finde ich.

On the Job

Der Film von 2013 ist keineswegs ein Actionfilm im Stile von The Raid, sondern eher ein Undercover Krimi im Stil von Infernal Affairs (dem Original aus Hong Kong, das Martin Scorsese als The Departed kopiert hat). Der Film hatte am Cannes Film Festival recht gute Mundpropaganda erhalten und war international recht erfolgreich. Dass der Film dennoch hochwertig wurde, liegt auch an der Studio Unterstützung die das Projekt trotz des politisch Heiklen Themas – oder vielleicht gerade deswegen – erfuhr. Dass der Film als Gangster Actionstreifen vermarktet wird ist vor dem Hintergrund eher ein wenig schade. Ein riesen Pluspunkt für den Film ist die wirklich hervorragende Besetzung.

On the Job

Sowohl ein Sequel als auch ein Hollywood Remake sind schon in Planung. Die BluRay sieht prima aus, und klingt auch gut. Einige Extras machen das ganze noch interessant, darunter entfernte Szenen und Making Ofs. Wer die Extras guckt bekommt ein etwas komplettes Bild der Story, aber man erkennt, dass es der Spannung des Films mitunter gut tat, an diesen Stellen nicht zu sehr ins Detail zu gehen. Ein sehr empfehlenswerter Film für Fans des neuen Filipino-Kinos und alle diejenigen (wie mich) die The Raid zu stumpfsinning gehalten haben.

On the JobJetzt bei Amazon.de kaufen

Diese BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

Das könnte Dich auch interessieren …