OPFERBLUT

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Die Horror-Anthologie Opferblut bietet 8 Kurzgeschichten von Marc Gore, Rainer Innreiter, Uwe Siebert und Manfred Klos. Lassen Sie sich auf blutige Weise unterhalten und fiebern Sie mit, wenn Untote, Kannibalen, Dämonen und Monster umgehen. Fressen und gefressen werden – das Gesetz der Bestien. Wer wird die Begegnung mit dem Ghoul überleben? Wessen Blut wird fließen, wenn eine Menschenfresserin durch die idyllische Nachbarschaft zieht? Welche Grausamkeiten erwarten die Menschen nach dem Weltuntergang? Ob Splatterpunk, apokalyptische Szenarien oder atmosphärischer Horror, diese kleine aber feine Schar von Autoren weiß, was Horrorfans begeistert. Empfohlen ab 18 Jahren.

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Willkommen … in einer Welt des Schreckens und der Gewalt. Hier sind Albträume Wirklichkeit, das Monster unter deinem Bett packt dich des Nachts am Bein und zerrt dich in die tiefste Finsternis hinab. Du kannst nicht entfliehen … Unablässig hallen deine Schreie durch die Dunkelheit, Reißzähne und Klauen zerfetzen dich bis zur Unkenntlichkeit. Hier ist der Mensch nur Opfer, hier fließt sein Blut in Strömen. Dir gefällt der Gedanke sogar? Dann lass dich von einer kleinen Schar Autoren in diese Welt entführen. Uwe Siebert zeigt dir das Grauen des Niemandslands und wie sich inmitten der Ruinen einer zerstörten Metropole das Tor zur Hölle öffnet. Erlebe, wie Marc Gore, ein Meister des Splatterpunk, seinen Ghoul auf dich hetzt und die junge Wendy auf der Jagd nach Menschenfleisch durch die Nachbarschaft zieht, während tief auf dem Grund des Meeres ein Gestaltwandler darauf wartet, seinen Gelüsten freien Lauf zu lassen. Verbarrikadiere dich zusammen mit Rainer Innreiter in deiner Wohnung und feiere die Apokalypse mit jeder Menge Blut und herausgerissenen Eingeweiden. Manfred Klos weiß, dass es Monster gibt: Er zeigt sie dir in den Tiefen der Erde und in einer fremden Dimension. Willkommen … in der Welt des Horrors!

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Diese Einführungen machen doch schon mal Lust auf mehr, also lasst uns in die Horror-Welt von Opferblut eintauchen. Die ersten beiden Geschichten von Uwe Siebert sind gleich von unterschiedlicher Qualität: Mit Niemandsland beginnt die Anthologie eher leicht durchschaubar, nicht besonders spannend und ziemlich ruhig,  was die Erwartungen zunächst nur wenig erfüllt. Doch mit seiner zweiten Geschichte entschädigt der Autor den Leser dafür vorzüglich und beweist damit, dass er im Genre bestens aufgehoben ist. Hier wird man gut unterhalten, wobei es auch schon mal etwas ruppiger zugeht, wenn in New York Piraten und Dämonen ihr Unwesen treiben.

Der eindeutige Höhepunkt des  Buches ist die dritte und längste Geschichte Evolution von Rainer Innreiter. Er nimmt den Leser mit in ein grausames Weltuntergangszenario, dessen Plot tiefgehend und emotional ist, der Splatterfaktor aber dennoch nicht vernachlässigt wird. Hier wird mal ein ganz anderer Ansatz von Apokalypse geboten, der auf jeden Fall zu packen weiss.

Einen völlig anderen Stil bietet Marc Gore mit seinen drei Geschichten. Bei ihm wähnt man sich im Bahnhofskino zu sitzen und einen „schlechten“ B- oder C-Film zu sehen, der allerdings wunderbar unterhält. Billige, schlechte Effekte,  Dialoge aus dem Horror-Groschenroman und unsympathische Figuren – die man gerne bei ihren äusserst brutalen Ableben begleitet. Hier herrscht das Böse ohne Mitleid oder Gefühl, Grindhouse-Modus an und geniessen! Ghouls, Zombies und Gestaltwandler warten darauf an Menschenfleisch zu kommen … und das Blut wird in Strömen fliessen.

Manfred Klos, mit seinen beiden Geschichten Das Ding und Der andere Keller, komplettiert die Kompilation, kann aber im Gegensatz zu den anderen Autoren nicht ganz überzeugen. Dies ist natürlich alles Geschmackssache.

Opferblut ist eine enorm durchwachsene Angelegenheit, die jedoch größtenteils recht gut unterhalten kann. Splatterfans kann man die Anthologie nur wärmstens empfehlen … empfindliche Gemüter sollten lieber Abstand von der „Splatterzone“ nehmen.

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Dieses Buch wurde uns freundlicherweise von Marc Gore zur Verfügung gestellt.

Interview mit Marc Gore

Nischenkino: Deine Geschichten sind immer blutig und kompromisslos. In meinen Augen ist die besondere Stärke aber, dass sie völlig unterschiedlich sind, mal ernst, mal lustig, mal realistisch, mal fantastisch – wie kommst du zu den Ideen dafür?

Marc Gore: Die schöpfe ich aus zahlreichen Filmen der letzten Jahrzehnte. Beinahe jedes Genre hat aufregende Inspirationen zu bieten.

Nischenkino: Wenn man Deine Geschichten so liest, ist das alles andere als irgendein zahmer Gespenstergrusel. Wie gehst Du damit um, wenn eines Deiner Werke als „Trash“ oder gar „Schund“ bezeichnet wird?

Marc Gore: Daran bin ich schon gewohnt. Ist wie mit Trashmovies: Die können ja auch geil sein und gut unterhalten. Ich bin wohl so was wie ein schreibender C-Movie-Macher.

Nischenkino: Du schreibst nun schon seit Deiner Kindheit. Berichte doch mal darüber! Wie kam es zu den ersten Sätzen und dann den ersten Veröffentlichungen?

Marc Gore: Das erste Nennenswerte waren wohl Schullaufsätze, die sich etwa um die Abenteuer der Masters Of The Universe drehten. „Mein“ He Man war immer von der grimmigen, gewalttätigen Art, der seine Gegner köpfte und es mit Teela trieb. Skeletor hat bei unseren Spielen Masters entführt und mit Säure und Folterwerkzeugen malträtiert, um sie über irgendwelche Pläne zu verhören. Was viele nicht wissen: Eigentlich waren die Masters als Toyline für den damals aktuellen Conan mit Arnold Schwarzenegger gedacht. Doch irrsinnigerweise fanden die Verantwortlichen bei Mattel das wohl zu derben Stoff für „kleine“ Kinder und erfanden mit den Masters eine wesentlich harmlosere Toyline. Guckt euch doch mal die ganzen weich gespülten Cartoons und Comics von He Man und Skeletor an. Da hat zum Beispiel ein Character wie Trap Jaw sogar auswechselbare Prothesen anstelle eines rechten Armes, wo er beispielsweise ein Maschinengewehr drauf stülpt, es aber in TV-Serien und Comics nie anwendet, weil Kinder ja keine Gewalt zu sehen kriegen sollen. Und dann am Ende einer Episode auch noch so dusselige Moralpredigten, au au au… Vollkommen am Publikum vorbei. Bullshit! Statt eines Waffenarsenals, das die Figuren wohl nur zur Zierde mit sich schleppten, gibt es höchstens Bud Spencer-artige Prügeleien zu sehen.Wieso denken Hersteller von Spielzeugen eigentlich immer, Kinder würden nicht auf finsteren, brutalen Stoff abfahren? Ich kannte nur Kids in meiner Umgebung, die ihre Figuren auch schon abgefackelt haben, die Beine raus rissen et Cetera, haha. Wie dem auch sei, ich hatte meine eigenen Stories über He Man und Co und die Lehrer stuften mich daher auch schon als gestört ein, hehe. Veröffentlicht wurde im größeren Stil dann erst im Internet und ab 2000 erschienen erste Anthologien mit meiner Mitwirkung. Dann natürlich nur mit eigenen Stoffen.

Nischenkino: Du hast mit Benito, Chopper, Fatal Desert, Orgiastic und Monster Squad, um nur einige zu nennen, schon etliche Kurzgeschichten geschrieben. Was willst du als nächstes machen? Kommt vielleicht ein ganzer Roman nach Gore´scher Art oder vielleicht sogar etwas abseits des Splattergenres?

Marc Gore: Roman ist nichts geplant. Die Stories haben mal mehr, mal weniger Splatter. Ich denk mal, die nächste Story ist einfach nur total durch geknallt. Ist für eine Pulp-Anthologie eingereicht.

Nischenkino: Wie kann man sich Marc Gore privat vorstellen? Zum Fürchten, wie in Deinen Geschichten, oder bist Du eigentlich ganz nett und harmlos?

Marc Gore: So lange mir kein Motherfucker krumm kommt, kann man mit mir einigermaßen umgehen. Moralisten und Jugendschützer machen mich wütend. Aber andererseits liebe ich es wiederum, mich mit ihnen zu zoffen, ha! Wenn etwa ein besorgtes Mütterchen mir vorheult, dass mein Stoff schädlich für ihren Nachwuchs sein soll, amüsiert mich das köstlich. Allerdings behalte ich stets das Diskussionsniveau meines Gegenübers bei und richte mich danach.

Nischenkino: Mein erster „Horrorfilm“ war mit acht/neun Jahren Das Testament des Dr. Cordelier. In welchem Alter hast Du Deinen ersten Horrorfilm geschaut und welcher war es?

Marc Gore: Das müsste so im zarten Alter von 8 Jahren Der Weiße Hai gewesen sein, kurz danach American Werewolf

Nischenkino: Gibt es besondere Lieblingsfilme und/oder Schauspieler von Dir?

Marc Gore: Es ist schwer, unter Tausenden Titeln auf Anhieb den absoluten Fave zu bestimmen.

Nischenkino: Verfolgst Du auch andere Genres neben Horror und Splatter? Wenn ja, welche und weswegen?

Marc Gore: Italienische Gangster-und Polizeifilme aus den 70ern, die sind herrlich drastisch. Allgemein Thriller, Action, Sci Fi, Fantasy, aber halt auch Cartoons. Ich liebe es, in diese Welten abzutauchen.

Nischenkino: Da bist Du auf unserer Seite ja genau richtig. Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Verfassen goriger Pulp-Literatur!

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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