P.J.

PJ

P.J. ist ein Krimi mit George Peppard aus dem Jahr 1968. Der Deutsche Titel lautet P.J. – Der Gnadenlose.

Der Film handelt von P. J. Detweiler (Peppard), einem von finanziellen Nöten geplagten Privatschnüffler, der von dem steinreichen Unternehmer Orbison (Raymond Burr) als Leibwächter für seine Affaire Maureen Preble (Gayle Hunnicut) angeheuert wird, auf die es jemand abgesehen haben soll. Von der guten Bezahlung und Fräulein Prebles Reizen angelockt, nimmt er den Job an und merkt schnell, dass es keine Paranoia ist, sondern die Dame tatsächlich täglich diversen kleinen Attentaten ausgesetzt ist. Orbison, an der Spitze eines Rohstoffunternehmens sitzend, packt kurzerhand seine ganze erweiterte Familie sowie PJ und Frau Preble auf einen Flieger und es geht auf eine karibische Insel. PJ wittert faules Spiel, da er die Täter gar aus den Reihen der Familie wittert, die in der hübschen Preble eine Ehebrecherin sehen. Der beinharte PJ hat alle Hand zu tun, dieses Komplott aufzudecken….

Der Film nimmt sich nicht immer bitter ernst, ist aber stellenweise auch ordentlich brutal (und auch generell natürlich nichts für Kinder), auch wenn er für 1968 letztlich mit reisserischen Elementen weniger geizen hätte können (wenn schon, denn schon, finde ich). Auch wenn der Regisseur die liebe Gayle Hunnicut (The Wild Angels, Eye of the Cat, Scorpio, The Spiral Staircase) in ihrer ersten wirklich größeren Spielfilmrolle immer vor dem Zuschauer herbaumeln lässt wie eine Karotte vor einem Hasen, kriegt der Hase die Karotte nie, und Peppard eigentlich erst recht nicht (vor allem nicht vor der Kamera). Was nicht heißt dass der Film nicht weiß, wie er mit seinen Aktivposten umzugehen hat, Hunnicut überzeugt zwar finde ich sehr wohl auch schauspielerisch, aber der Film bedient sich weiblicher Reize und auch Rollenbilder ganz im Stil eines Swinging Sixties Films, darauf muss man sich mindestens einlassen können.

Peppard (Pork Chop Hill, Operation Crossbow, Tobruk, Rough Night in Jericho, Pendulum, Cannon for Cordoba) genoss seine Rolle dabei sichtlich, guckt zwei Stunden aber recht angestrengt und kommt aber oft nicht ganz so glaubhaft rüber wie zum Beispiel ein Lee Marvin in Point Blank oder ein Jeff Bridges in The Big Lebowski, beides irgendwie ähnliche Filme, ähnliche Rollen. John Guillermin (Guns at Batasi, The Towering Inferno, El Condor) dürfte hier schlichtweg als Auftragstäter an Bord gekommen sein. Immerhin bewegt sich der Film nicht so träge wie der übliche Harry Palmer Kram, aber irgendwo auf der Skala zwischen Matt Helm und Philipp Marlowe ist P.J. weder ein klamaukiger Knaller noch ein knallharter Detektiv. Sinatra hätte diese Rolle besser gespielt, aber er hätte sicher wie auch Peppard gerne die Damen mit der markanten Nase an der Seite gehabt.

Unterm Strich habe ich den Film schon sehr genossen, aber ich sehe halt auch auf etwas gepfefferte Sixties-Klamotten die an der Grenze zwischen „schon ein wenig Schwachsinn“ und Erwachsenenmaterial balancieren und mal auf der ein, mal auf der anderen Seite etwas auf die Nase fallen. Der Film kämpft mit einem etwas zu komplexen Drehbuch und wirkt stellenweise etwas zäh, weiß aber zu unterhalten, hat coole Sprüche in petto und jede Menge Szenen die für sich genommen gut Erinnerungen darstellen. Einfach nicht zu ernst nehmen das ganze, mir hats Spaß gemacht. Wer genau aufpasst sieht auch ein paar interessante Nebenrollen, z.B. Brock Peters.

Die BluRay von Explosive Media bringt den Film in HD nach Deutschland, in den USA hatte Kino Lorber die Version schon etwas vorher auf den Markt gebracht, und schließt damit eine wichtige Lücke im Kino der späten 60er für unser Heimkino. Zusammen mit einigen anderen Titeln aus dieser Kategorie tut das Label Fans der Ära hier einen wichtigen Dienst.

Das Bild sieht ziemlich gut aus, ist aber manchmal auch einen Ticken blass. Insgesamt keine Beschwerde, auch wenn die Inkonsistenz des Masters natürlich auffällt, ist es eine prima Präsentation auf BluRay. Der engl. Ton klingt gut, offenbart nur stellenweise minimales Rauschen, auch hier keine Beschwerden, für einen Film diesen Alters völlig Okay. Die deutsche Tonspur habe ich nicht getestet. Für Untertitel stehen auch Deutsch oder Englisch zur Auswahl. Außer dem Trailer liegen keine Extras bei. Alles in allem ein solides Release ohne Schnörkel.

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Die BluRay wurde uns zur Verfügung gestellt. Screenshots via

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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