Patrick lebt! / Patrick vive ancora / Patrick Still Lives

Bei einem Autounfall wird Patrick, ein junger Mann, schwer verletzt. Er liegt seitdem im Koma und steht in einer Privatklinik unter ständiger Beobachtung verschiedener Ärzte. Sie experimentieren und versuchen alles, um ihn ins Leben zurückzuholen – aber alle Versuche schlagen fehl…Während einer Feier in der Klinik geschehen seltsame Dinge: Plötzlich kommt eine betrunkene nackte Frau zur Tür herein und attackiert eine andere Frau. Erotische Spiele des Personals fordern weitere Streitigkeiten heraus und keiner ahnt, dass Patrick durch die Kraft seiner Gedanken die Kontrolle über die Menschen im Sanatorium übernommen hat. Er benutzt sie wie Marionetten und zwingt sie, Dinge zu tun, die jede Vorstellungskraft übersteigen. Es geht Schlag auf Schlag. Einer nach dem Anderen wird zum Opfer von Patricks unheimlichen Kräften. Grausame, unerklärliche Morde und scheinbare Unfälle führen zu einer Eskalation des Grauens…Wird es jemanden gelingen, diesen Horror zu überleben und Patricks Gräueltaten zu stoppen?

Die Tradition des italienischen Schlock-Kinos, sogenannte Rip-Offs oder fingierte Fortsetzungen von Hollywood-Hits zu produzieren, ging über Star Wars (Krieg der Sterne, 1977), Dawn of the Dead (Zombie, 1979) und First Blood (Rambo, 1982) hinaus und beinhaltete auch eher obskure Werke. Ein Jahr vor der Zusammenarbeit an Le notti del terrore (Die Rückkehr der Zombies, 1981), waren Produzent Gabrielle Cristani, Drehbuchautor Piero Regnoli und Co-Star Mariangela Giordano an diesem Knock-Off des australischen Horrorfilms Patrick (1978) beteiligt, der selbst vom Erfolg von Carrie (1976) profitieren wollte.

Nachdem Patrick Herschel (Euro-Popstar Gianni Dei) von einer Flasche getroffen wurde, die aus einem rasenden Van geworfen wurde, liegt er auf einer Sonderstation der exklusiven Landklinik seines Vaters Professor Herschel (Sacha Pitoeff nachdem er bereits mit Alain Resnais und Dario Argento zusammengearbeitet hatte), im Koma. Angetrieben von der Lebenskraft anderer komatöser Patienten nutzt Patrick seine neu entdeckten Kräfte, um sich auf telekinetische Art und Weise an einer Gruppe neu angekommener Gäste zu rächen, von denen einer möglicherweise für seinen gegenwärtigen Zustand verantwortlich ist. Diese Männer und Frauen führen allesamt ein zwielichtiges Leben, einschließlich des gutaussehenden Playboys David Davis (Paolo Giusti), des korrupten Politikers Lyndon Kraft (Franco Silva), seiner sexy Frau Cheryl (Carmen Russo, der vollbusige Star aus Le porno killers / The Porno Killers von 1980) sowie der ebenso unkeuschen Stella Suniak (Mariangela Giordano) und ihres Macho-Liebhabers Peter Suniak (John Benedy). Gegen den Willen seines Vaters entwickelt Patrick jedoch sexuelles Verlangen gegenüber der reizenden Sekretärin Lydia Grant (Anna Veneziano).

Mario Landi hatte einen ziemlich respektablen Hintergrund, da er literarische Adaptionen auf die Leinwand brachte (einschließlich der beliebten Maigret-Detektivserie), beendete seine Karriere jedoch kurioserweise mit zwei ernsthaft fiesen Horrorfilmen. Patrick vive ancora ist zwar als ein Derivat zu bezeichnen, hat aber einen besonderen Platz im Herzen von Fans italienischer „Trash“-Streifen gefunden, die ihren Horror mit einer doppelten Dosis Sleaze serviert haben möchten. In der Tradition von La plus longue nuit du diable (Devil’s Nightmare, 1971) und Play Motel (1979) sperrt die erbärmliche Handlung verabscheuenswerte Charaktere an einem Ort ein, so dass schäbiger Unfug folgen kann. Die Frauen sind größtenteils sexuell promiskuitiv und/oder provokativ (Russo und Giordano gewähren dem Publikum alle fünf Minuten einen Blick auf ihre blanken Brüste und sind sogar in einen lustigen Catfight involviert, währenddessen Pitoeff nonchalant frühstückt), während die Männer (die man, im Interesse der Fairness, auch schon mal nackt oder zumindest in knappen Badehöschen zu sehen bekommt) alle ziemliche Macho-Typen darstellen und eigentlich nur dazu da sind, um die schrill schreienden Damen zu verprügeln („Hysterische Frauen machen mich nervös“, knurrt David).

Nur die schöne blonde Anna Veneziano spielt eine Figur, die etwas Anstand besitzt, obwohl ihre exhibitionistischen Neigungen sicherlich ablenken. Sie wird auf telepathische Art und Weise an Patricks Bett gerufen und streichelt dort (im Rahmen einer dampfenden Sex-Show) hypnotisiert ihren nackten Körper gegen den Bettpfosten und auf der Couch. Dabei wird sie die ganze Zeit über in unheimlichem grünen Licht und Sci-Fi-Theremin-Klängen eingetaucht. Solch ein wahnsinniger Unsinn gleicht gelegentlich schludrige Episoden aus, bei denen Charaktere mit weit aufgerissenen Augen vor Patricks gruseligen schwebenden Augäpfeln stehen bleiben, anstatt wegzulaufen. Spezialeffekte werden zwar recht spärlich eingesetzt, kommen jedoch enorm effektiv rüber, was die Grand Guignol-Morde angemessen aufreibend gestaltet.

Die Opfer werden lebendig gekocht, an einem Fleischerhaken aufgehängt, durch ein Autofenster enthauptet und im berüchtigtstem set-piece des Streifens wird Mariangela Giordanos Figur von einer telekinetisch animierten Eisenstange vergewaltigt und dann aufgespießt! Landi spart dabei keine anatomischen Details aus, was zu einer üblen, wirklich widerlichen Sequenz führt. Giordano, die damalige Freundin des Produzenten Gabriele Crisanti, wurde innerhalb des italienischen Horrorkinos immer wieder misshandelt. In Landis Giallo a Venezia (1979) werden ihre Beine in Stücke geschnitten und in Die Rückkehr der Zombies wird ihr eine Brust abgebissen. Sie verdient ein gewisses Maß an Bewunderung für ihre Bereitschaft im Dienste des Exploitation-Kinos so viel geopfert zu haben und gab später zu, all ihre aufgestaute Wut Cristani gegenüber in ihren Katzenkampf auf der Leinwand investiert zu haben.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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