Petey Wheatstraw, the Devil’s Son-In-Law

Rudy Ray Moore ist Petey Wheatstraw, dessen komödiantisches Talent nur noch von seiner Begabung für Kung-Fu übertroffen wird. Als seine Erzrivalen Leroy und Skillet ihn und seine Freunde massakrieren, landet Petey in der Hölle und erhält eine einzigartige Gelegenheit: als Gegenleistung für seine eigene und die Rückkehr seiner Freunde auf die Erde muss er Satans Tochter heiraten. Das einzige Problem dabei, sie ist die hässlichste Frau, die er jemals gesehen hat! Wird Petey den Satan mit seinem magischen Zuhälterstock besiegen können oder wird er gezwungen, der Schwiegersohn des Teufels zu werden?

Petey Wheatstraw kann sich noch sehr gut an den Tag seiner Geburt erinnern. Der Arzt wurde mitten in einem tropischen Sturm herbeigerufen und während der Orkan draußen tobte, war er sehr erstaunt darüber wie schwanger Peteys Mutter war und ließ die Bemerkung fallen, dass sie einen Elefant in ihrem Bauch austragen müsse. Nun, es war dann doch kein Elefant, aber was aus Peteys Mutter herauskam, war ein zehnjähriger Junge, der den Arzt niederschlug, weil er versuchte ihn mit einem Klaps auf den Hintern zum Weinen zu bringen, so als wäre der Junge ein Baby. Was für ein Eintritt in diese Welt, wobei deutlich zu erkennen war, dass Petey seine Bestimmung im Showgeschäft finden könnte … doch zuerst einmal muss er Kung Fu lernen.

Bei Petey Wheatstraw, the Devil’s Son-In-Law handelt es sich um ein weiteres der haarsträubenden Vehikel, die sich Komiker Rudy Ray Moore nach dem Kulterfolg seines Debütfilms Dolemite (1975) mit winzigstem Budget zusammengeträumt hat. Außerdem kann er mal wieder seinen enorm exzentrischen Humor sowie seine Liebe zur Eigenwerbung auf einzigartige Weise zur Schau stellen. Hier gab’s keine Besetzung entgegen Typus, da er einen Nachtclub-Komiker spielt und seine Co-Stars auch dazu neigten ihre eigenen Alben herauszubringen, doch trotz seiner Großzügigkeit sie in seinem Film auftreten zu lassen, gab es keinen Zweifel daran, wer hier den wahren Star repräsentiert. Unnötig zu erwähnen, dass vieles in Petey Wheatstraw als recht lustig zu bezeichnen ist, allerdings wundert man sich noch mehr darüber was um alles in der Welt man sich da gerade überhaupt ansieht.

Der Streifen entpuppt sich nämlich als so etwas wie eine Variation des allseits bekannten Faust-Stoffes, also stelle man sich ein Anti-Disney-Hirngespinst im Blaxploitation-Stil vor, das ganz sicher nicht auf Kinder abzielt und bei dem man schon einigermaßen erahnen kann, womit man es hier zu tun bekommen wird. Der Teufel, Luzifer (G. Tito Shaw), spielt eine wichtige Rolle innerhalb der Handlung, denn er möchte unbedingt einen Schwiegersohn finden, der seine Tochter heiratet und Petey Wheatstraw ist eigentlich für diese Position vorbestimmt. Allerdings zeigt sich unser Mann nicht besonders begeistert von dieser Idee, weil die Tochter des Satans nicht gerade als eine Schönheit beschrieben werden kann, stellt sie Peteys letzte Wahl dar, um verheiratet zu werden.

Es dauert eine halbe Stunde bis dieser Punkt erreicht ist, da man in der Zwischenzeit mit Peteys Lebensgeschichte und seinen Widersachern konfrontiert wird, einem Nachtclub-Doppelakt namens Leroy und Skillet (Leroy Daniels und Ernest Mayhand), die ihren eigenen Nachtclub aufbauen wollen und sich die Unterstützung eines reichen, jedoch zwielichtigen Finanziers gesichert haben. Aber was weiß man schon? Petey hat nämlich genau an dem Abend, an dem Leroy und Skillet planen ihren Club zu eröffnen, einen Auftritt in einem rivalisierenden Etablissement. Damit die Eröffnung ihres Clubs ein voller Erfolg wird, bleibt ihnen somit nur die Möglichkeit, Petey und dessen Freunde bei einer Beerdigung mit Maschinengewehren über den Haufen ballern zu lassen. Na, ob das so ein gutes Geschäftsmodell ist?

Also fährt Petey zur Hölle und hat ein Treffen mit Luzifer, wobei die beiden einen Deal aushandeln. Petey wird der Besitzer eines schicken Zuhälterstocks, der im Wesentlichen einen Zauberstab darstellt und ihm jeden seiner Wünsche erfüllen kann. Petey ist natürlich nicht bereit diese neue Macht einfach so aufzugeben und gleichzeitig auch nicht besonders scharf darauf zu heiraten, also wie wird er sich letztendlich entscheiden? Bevor man eine Antwort auf diese Frage erhält, gibt es erst einmal eine Menge an verrückten Sequenzen zu genießen, zum Beispiel eine, in der Peteys übernatürliche Rückkehr dazu führt, dass sich einer seiner Feinde in die Hose macht, oder eine, in der er eine Bande von Angreifern mit seinen äußerst dürftigen Kampfkunstfähigkeiten abwehrt, während er in hellgrüner Unterwäsche herumwirbelt. Für diesen schäbigen Unsinn muss man wahrscheinlich in der richtigen Stimmung sein, doch sollte man sich bereitwillig darauf einlassen, kann sich das Ganze zu etwas sehr Lustigem entwickeln und das nicht nur wegen Moores fantastischen Redewendungen.

Ausstattung:

  • Region free Blu-ray and DVD combo pack.
  • All extras on both formats.
  • Scanned and restored in 2k from 35mm original camera negative
  • „I, Dolemite Part III“ making-of documentary
  • Commentary track with Rudy Ray Moore’s biographer, Mark Jason Murray, co-star Jimmy Lynch & director Cliff Roquemore.
  • „Shooting Locations Revisited“ featurette with Rudy Ray Moore
  • Soundtrack
  • Promotional still gallery
  • DISCO GODFATHER – theatrical trailer
  • THE HUMAN TORNADO – theatrical trailer
  • DOLEMITE – theatrical trailer
  • Reversible cover artwork by Jay Shaw
  • English SDH Subtitles

Bei Vinegar Syndrome in der Rudy Ray Moore Box oder einzeln oder bei Amazon bestellen

„Attention all you no-business, born-insecure, jock-jawed motherfuckers! Dolemite is back with this bone-crushing, skull-splitting, brain-blasting (and often begged for) box set illustrated by the inimitable Tony Stella! This painstakingly crafted box features art inspired by all four Rudy Ray Moore features previously released by Vinegar Syndrome and can be purchased separately or as a full box containing all four blu-ray releases, can you dig it? If not, then you a rat soup eatin‘ motherfucker!“

Regiesseur: Cliff Roquemore
SchauspielerInnen: Rudy Ray Moore, Jimmy Lynch, Leroy Daniels, Ernest Mayhand, Ebony Wright, G. Tito Shaw
1977 / 99 minutes / Color / 1.85:1

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Filmliebhaber aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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