Piratensender Power Play

Mit den neuesten Songs und flotten Sprüchen von Mike und Tommy bläst der illegale „Piratensender Powerplay“ zum Angriff auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit seinem „bescheuerten Programm“. Der Sender ist überaus beliebt bei der Bevölkerung und das ist dem Unterhaltungschef vom Bayrischen Rundfunk ein Dorn im Auge. Angesichts immer weiter sinkender Einschaltquoten seines eigenen Programms wünscht er sich sehnlich, dem Treiben der illegalen Konkurrenz endlich ein Ende zu setzen. Mit Unterstützung der Polizei eröffnet er eine Jagd auf das musikalische Duo, doch Mike und Tommy sind in ihrer mobilen Rundfunkstation nicht so leicht zu schnappen. (Lisa Film / Subkultur Entertainment)

Piratensender Power Play ist ein deutscher Film von vor 38 Jahren, oder sollte man vielleicht lieber westdeutsch schreiben, da es damals noch die DDR und die BRD gab. Autor und Regisseur ist Sigi Rothemund, wobei die beiden Hauptdarsteller Thomas Gottschalk und Mike Krüger beim Schreiben des Drehbuchs mithalfen. Sollte man aus Deutschland stammen, so ist man sicherlich gelegentlich oder gar unweigerlich auf diese beiden Namen gestoßen. Gottschalk wurde später zum größten Showmaster Europas und Mike Krüger wurde ein ziemlich erfolgreicher Musiker und Komiker. Beide sind hier allerdings wirklich nicht besonders gut. Andererseits kann man als Schauspieler nur so gut sein, wie es das Drehbuch zulässt, wobei das Drehbuch hier überhaupt gar keinen Geniestreich darstellt. Ach ja, Evelyn Hamann macht auch mit, doch sie ist im Grunde eine viel zu gute Schauspielerin für diesen Film.

Tommy und Mike betreiben einen illegalen Radiosender, während die etablierten Sender wütend werden, weil sie ihre Zuhörer an das Duo verlieren. Deshalb sollen die beiden Radiopiraten gefunden und verhaftet werden. Um einer Verhaftung zu entgehen sind Tommy und Mike ständig auf der Flucht vor der Polizei und wechseln ständig die Kostüme. Am Ende verkleiden sie sich als zwei Lehrerinnen und niemand bemerkt, dass es sich um zwei Männer handelt. Tatsächlich stehen die Männer auf sie und selbst als die beiden echten Lehrerinnen auftauchen, glauben die Leute, dass die echten Lehrerinnen die falschen sind. Ja, hier handelt es sich um keinen besonders lustigen Film, allerdings ist es interessant zu sehen, wie viel Musik in den Streifen hineingepackt wurde. Musik (auch wenn er selbst kein sehr talentierter Musiker ist) hat in Gottschalks Leben / Karriere immer eine große Rolle gespielt, doch auch die Musik, die gespielt wird, reicht nicht aus, um daraus etwas mehr als einen gerade einmal mittelmäßigen Film zu machen. Die beiden Protagonisten haben sicherlich mehr Talent in anderen Bereichen als Schauspiel und Schreiben, wie es Piratensender Power Play vermuten lässt. Der Film brachte noch zwei weitere Fortsetzungen hervor, also muss er damals wohl trotzdem irgendwie ein Erfolg gewesen sein. Leider können Die Supernasen und Zwei Nasen tanken super auch nicht überzeugen.

Piratensender Power Play ist bei Lisa Film im Rahmen ihrer Deutsche Filmklassiker Kollektion als Nummer 6 erschienen. Das Bild wird im 1.66:1 anamorphen Format (erstmals auf BluRay vom neuen 4K-Master; 1080p) präsentiert und weiß durchaus zu überzeugen. Es liegt deutscher Ton in DTS-HD Master Audio Mono vor, wobei man wahlweise deutsche Untertitel zuschalten kann. Die Extras bestehen aus einem Kinotrailer; einer Bildergalerie und einem Wendecover ohne FSK-Logo. Die Veröffentlichung kann, trotz der Defizite des Films, als äußerst gelungen bezeichnet werden und wir freuen uns schon auf die nächsten VÖs aus dem Hause Lisa Film / Subkultur Entertainment.

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Darsteller: Evelyn Hamann, Rainer Basedow, Mike Krüger, Thomas Gottschalk, Katja Flint
Regisseur(e): Sigi Rothemund, Siggi Götz
Format: Breitbild
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.66:1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Lisa Film / Subkultur Entertainment
Produktionsjahr: 1981
Spieldauer: 89 Minuten

Diese BluRay wurde uns freundlicherweise von Lisa Film / Subkultur Entertainment zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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