Pitchfork

 

Hunter (Brian Raetz) fährt zur elterlichen Farm nach Michigan, um über sein Outing zu reden und den Segen seines konservativen Vaters zu bekommen. Zur Unterstützung hat er viele seiner Freunde aus New York mitgebracht. Die Clique genießt das ungewohnte Landleben in vollen Zügen und alles scheint in Ordnung, doch bald sucht ein grausamer Killer die Farm heim. Anstelle einer Hand trägt er eine blutverkrustete Forke, die nach frischem Blut verlangt. Schnell verkleinert sich die Gruppe, ein Entkommen erscheint unmöglich. Zu allem Überfluss stellt sich heraus: Die Bestie in Menschengestalt ist nicht allein … (Rawside Entertainment / Redscreen)

Glenn Douglas Packards Vesuch einen neuen ikonischen Horror-Schurken zu kreieren – denn genau das ist es, nach was sich Pitchfork anfühlt – fällt ein bisschen platt aus. Pitchfork bietet nicht viel Story, und das eigentliche Verkaufsargument scheint in der Tat der titulare Bösewicht zu sein. Einen Psycho-Killer wird man jedoch nicht unvergesslich machen können, wenn man es nicht hinbekommt dessen Opfer erinnerungswürdig zu gestalten. Geisteskranke Mörder werden erst interessant, wenn sie jemanden abschlachten, den die Zuschauer symphatisch finden. Doch hier gibt es niemanden, den man mögen könnte. Was das bedeutet, soll im Folgenden erklärt, allerdings auch kurz gehalten werden, da der Film etwas zu generisch geraten ist, um weit ausholen zu müssen. Eine Gruppe von Jugendlichen wird an einem abgelegenen Ort von einem Maskenmörder mit modifiziertem Stummel systematisch verfolgt und umgebracht. Der Film ist vorhersehbar, die Charaktere sind vorhersehbar und der Schurke ist vorhersehbar.

Es gibt wirklich niemanden, der einen Schritt nach vorne macht, um den Rest des Ensembles zu überstrahlen. Stattdessen trifft man auf eine Gruppe mittelmäßiger Darsteller, die sich ihre Sporen in diesem Geschäft noch verdienen müssen. Von solch einem Haufen kann man nicht viel erwarten und man bekommt auch nicht viel geboten. Die Figur des Pitchfork sieht irgendwie cool aus und könnte aufgrund seines Gesichtszubehörs mit dem kleinen Kerl in Camp Evil (2014) verwandt sein, doch das ist schon das Positivste in Bezug auf das allgemeine Erscheinungsbild des Killers.

Allerdings es ist nicht nur der Mörder, auch insgesamt handelt es sich um eine eher mittelmäßige Angelegenheit. Das ganze fühlt sich nach einem Projekt an, das ein paar Freunde durchführen wollten, um eine Menge Spaß damit zu haben und dies dann auch taten. Sollte das der Fall sein, gut für sie – sie wollten etwas auf die Beine stellen und hatten dabei Erfolg. Pitchfork ist sicherlich kein Kunstwerk, um gesellschaftliche Aussagen zu treffen, moralische Dilemmata zu untersuchen oder wichtige Lektionen für das Leben abzuliefern. Sollte das Motiv hinter dem Film tiefer liegen, als ein paar Freunde, die eine spaßige Zeit wollen, so hätte man zunächst wohl auf eine Idee kommen müssen, die noch nicht etwa neun Millionen Mal verwendet wurde.

Nun, bevor diese Besprechung vollkommen negativ ausfällt, erscheint es wichtig, die Tatsache hervorzuheben, dass die Kinematographie tatsächlich ziemlich gut gelungen ist. Optisch sieht der Film fantastisch aus, denn dank ausgefeiltem Editing sind die Übergänge meist glatt, was dem Film dabei hilft, sich in angenehm schnellem Tempo zu bewegen. Definitiv sind hier einige Talente am Werk, das Problem des Films stellt jedoch ein eklatanter Mangel an Einfallsreichtum dar. Schon nur ein bisschen mehr Kreativität hätte den Film auf ein exponentielleres Niveau heben können.

Hat man ein paar Biere griffbereit und sucht nach einem hirnlosen Slasher mit ein paar gelungenen Einstellungen, kann man sich Pitchfork durchaus anschauen sowie Spaß damit haben. Hofft man jedoch auf eines dieser seltenen, erhabenen und sublimen sub-genre Sternchen, wird man vermutlich enttäuscht werden.

Rawside Entertainment / Redscreen bringen Pitchfork im Mediabook als BluRay- / DVD-Combo mit drei unterschiedlich limitierten, verschiedenen Cover-Motiven heraus. Über den Film lässt sich eventuell ein wenig streiten, über die Qualität der Veröffentlichung allerdings nicht. Das Bild präsentiert sich im 2,35:1 (1080p) Format und macht einen hervorragenden Eindruck, während es beim Ton ebenso nichts zu meckern gibt. Hier stehen eine deutsche und englische Spur (DTS-HD Master Audio 5.1) zur Auswahl, wobei man deutsche und englische Untertitel zuschalten kann. Die erstklassigen Extras bestehen aus einem 24-seitigen Booklet mit einem Comic zum Film und Infos vom Regisseur, Behind the Scenes, dem Making-of „Becoming Pitchfork“, Deleted Scenes, Fun Outtakes, Bloopers, Proben, Making-of Synchro, deutschem Trailer, Originaltrailer #1, Originaltrailer #2 und einer Bildergalerie. Insgesamt eine sehr gelungene Mediabook-Edition, die für Liebhaber und Freunde des gepflegten Trash-Slasher-Films sicherlich einen Blick wert sein sollte.

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Darsteller: Daniel Wilkinson, Brian Raetz, Nicole Celina Beach
Regisseur: Glenn Douglas Packard
Format: Widescreen
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
FSK: Nicht geprüft
Studio: Rawside Entertainment / Redscreen
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 95 Minuten

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Diese Edition sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Rawside Entertainment / Redscreen zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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