Retrospektive Michael Mann

Einer meiner Lieblingsregisseure ist sicherlich Michael Mann, dessen visueller Style und Händchen für Atmosphäre mich schon immer sehr beeindruckt haben. Doch lange Zeit kannte ich einige seiner frühen Werke ebenso wenig, wie ich einigen seiner neueren Film etwas abgewinnen konnte – zumindest einigen. Zeit also, sein Werk Revue passieren zu lassen.

Zu Michael Mann: Den 1943 in Chicago geborenen Filmemacher zog es in den 60ern nach London um dort an der Filmschule zu studieren. Nach seinem Abschluss dort kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück um eine Filmkarriere zu beginnen. Das war zunächst als Drehbuchautor, unter anderem mit Serien wie Starsky und Hutch, doch nach seinen ersten Durchbrüchen als Regisseur (siehe unten) wurde er Produzent der erfolgreichen Serie Miami Vice. Nach dem finanziellen Flop, den sein heute geachteter Film Manhunter darstellte, kam Mann erst in den 90ern mit Der Letzte der Mohikaner wieder auf die Füße und zählt heute zu den erfolgreichsten Genrefilm-Regisseuren Hollywoods. Außerdem repräsentiert Mann auch einen sehr interessanter Vertreter des Autorenkinos. Zwar hat er auch oft als Produzent für Filme von anderen Regisseuren fungiert, aber kaum als Drehbuchautor von Projekten, die er dann nicht auch selbst umgesetzt hat.

The Jericho Mile (1979)

The Jericho Mile

Die Story: Larry Murphy sitzt wegen Mordes an seinem Vater im Gefängnis. Er ist ein Einzelgänger, der sich die Zeit vertreibt im Hof Runden zu laufen, ohne zu wissen dass er darin sehr gut ist. Als seine Schnelligkeit durchdringt, wittert der Gefängnisdirektor eine Chance, das Image des Knasts aufzupolieren und er macht einen Deal mit Murphy, um für die Olympia-Qualifikation trainieren zu können. Doch so einfach wird das nicht….

Zum fetzigen Beat einer Akkustikversion von Sympathy for the Devil fährt Mann hier einen motivierenden, zugleich politischen (Justizsystem, Rassismus) und unglaublich spannenden, dabei in bester Mann-Manier auch damals schon sehr stylischen und gekonnt gemachten Film auf. Auch wenn man erst wegen Peter Strauss ein wenig zweifelt, ob der Film liefern kann, ist man schnell gefesselt von der Story, dem Setting und der Atmosphäre. Es ist ein quintessentieller früher Mann-Film, der Anzeichen seiner späteren Größe und Stilsicherheit mit bringt.

Was mir besonders gefallen hat war die etwas andere Art eines Gefängnisfilms, nämlich vor allem genau das was man nicht von einem Gefängnisfilm erwartet (in Form von Drehbuch-Clichés), aber letztlich doch auch irgendwie nicht radikal davon abkehrt. Mit Brian Dennehy, Geoffrey Lewis, Ed Lauter, Richard Lawson und Roger E. Mosley sind ein paar bekannte Gesichter und exzellente Nebendarsteller mit an Bord. Produziert wurde der Film von Tim Zinnemann, Sohn des viel berühmteren High Noon-Regisseurs Fred. Der Film war ursprünglich fürs Fernsehen gedacht, war dann aber einfach zu gut geworden. Er gewann sogar einen Emmy Award. Für die Authentizität half es, dass der Film im Folsom Prison gedreht wurde, Statisten sind also echte Insassen. Wundert heute niemanden mehr, dass der Film gut ankam.

Trailer:

Wenn man ihn unbedingt sehen möchte, kommt man da schon ran und Sparfüchse können auch auf der Videoplattform die mit Y beginnt ganz gute Versionen davon finden.

Thief (1981)

Auf den großartigen Thief gehe ich nicht näher ein, da Bluntwolf ihn auf Nischenkino anlässlich der großartigen Blu-ray-Neuauflage schon näher besprochen hat:

Kurzum, Thief ist nicht nur für viele der Proto-Mann-Film, sondern auch ein einfach insgesamt super guter, atmosphärischer, melancholischer, minutiöser und kultiger Klassiker. In gewisser Weise war es dieser Film, der Grundpfeiler von Manns urbanem Stil prägte und zu dem er stilistisch immer wieder zurückkehrte. Die Figur des Einzelgängers ist ebenfalls eines, das sich in seinen späteren Werken wiederfindet. Leider verstarb James Caan im Alter von 82 Jahren Anfang Juli. Seine Performance in Thief, aber vielleicht noch viel mehr die in Rollerball, machten ihn zur Legende.

Artikel über den Film bei Cinephilia&Beyond (engl.)

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The Keep (1983)

The Keep

Wer sich noch erinnert, der Film schaffte mal meine Heimkino „Wunschliste“:

Meine mit The Jericho Mile vor einigen Jahren eingeläutete kurze Reise in Manns Frühwerk beendete ich fulminant mit dem absoluten Kleinod unter den Mann Werken, dem notorischen, selten gesehenen, schwer zu kriegenden, bizarren… The Keep.

Sehr bizarr ist wirklich das Attribut mit dem sich dieser Fantasyfilm am besten beschreiben lässt. Übernatürliches, Nazis, komische Locations und abgefahrene Bühnenbilder. Zu der großartigen und sehr passenden Musik von Tangerine Dream entfaltet Michael Mann hier einen seiner vermutlich am wenigsten gesehen und auch am wenigsten verstandenen Filme. In einer Art Cross-over zwischen Guillermo del Toro und William Friedkin ist The Keep sowohl abgedrehter Fantasy-Historienfilm als auch meditative Auseinandersetzung mit dem Übernatürlichen.

Die Kopie die ich zu sehen bekam, hatte das Paramount Logo vorne dran. Aber ob man den Film jemals in solider Heimkinovariante zu sehen kriegen wird? Sicherlich nicht in Manns ursprünglicher Vision sondern nur dem Studioprodukt dass es auf die Leinwand geschafft hat. Aber für Fans gibt es keine größere Errungenschaft, als ihn zu sehen zu kriegen (und dann ein klein wenig enttäuscht zu werden, ein Meisterwerk ist es nicht).

Von Manhunter bis The Insider – von den 80ern in die 90er

Manhunter (1986)

Manhunter

Manhunter ist der ursprüngliche Take Manns auf die populäre Romanvorlage, also der Film über Hannibal Lecter noch vor Das Schweigen der Lämmer. Es ist, wie viele seiner Filme, eine Art Neon-Albtraum vor dem nächtlichen Flimmern der amerikanischen Großstadt. Zusammen mit Live and Die in LA stellt der Film auch den Gipfel der William Petersen Darbietung dar und dessen Durchbruch gleichermaßen. Erst neulich habe ich mir den Film auf der Blu-ray wieder angetan und war frisch überwältigt. Mehr noch, als wann auch immer ich ihn zuletzt gesehen hatte. Es ist ein spannender, sehr persönlicher, etwas unheimlicher und letztlich bombastisch explodierender brenzliger Thriller, der an seiner Wucht nichts eingebüßt hat. Man fühlt ein Hitzeflimmern in der Luft, eine elektrische Aufladung, so genial ist es ihm gelungen, Atmosphäre der Bedrohlichkeit auf der Leinwand einzufangen. Außerdem gut zu wissen: auf der Scheibe ist auch der Director’s Cut enthalten, inklusive optionalem Kommentar von Mann; diese Version gibt es aber leider nicht in HD. Wer Michael Mann schätzt, kommt an diesem Meilenstein nicht vorbei.

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L.A. Takedown (1989)

L.A. Takedown ist nun ein wirklich interessanter Eintrag und viele kennen ihn nicht. Diese TV-Produktion ist qualitativ etwas schräg und nicht gerade monumental (damals bot das TV-Format das auch nicht so wie es das heute möglich ist), aber man muss einfach wissen: L.A. Takedown ist quasi schon Heat, und Heat ist mehr oder minder (oder stark vereinfacht gesagt) ein Remake von L.A. Takedown. Natürlich kein 1:1 Remake, aber viele Elemente der Action, der Story sind hier bereits da, und erfuhren in Heat quasi eine höherwertige Re-Interpretation, in etwa wie sich El Mariachi zu Desperado verhält. Mann konnte also mit dem Kinofilm nochmal Ideen anfassen die er für diesen Fernsehfilm nicht so umsetzen hätte können, oder es war eine Art Generalprobe für eine Idee, die letztlich auch für das Format Kino viel Platz ließ.

Der Letzte der Mohikaner (1992)

Last of the Mohicans

The Last of the Mohicans ist vermutlich mein persönlicher Lieblingsfilm. Natürlich habe ich als Kind mehrfach den Roman gelesen, doch seit es diesen Film gibt hat er einen besonderen Platz in meinem Herzen. Die plausibel-realistische Darstellung der Ära, die brutale Darstellung des Kriegs, völlig ohne Romantisierung, der Aufeinanderprall der Kulturen, das Aufbäumen einzelner Personen in einem großen Konflikt, mitten in einem Meer aus Bäumen und Bergen, dazu ein pulsierender Soundtrack der für Gänsehaut sorgt und dazu das Wissen: wie der Titel sagt bedeutet die Handlung auch das Ende eines ganzen Volkes. Es ist ein wunderschöner Film, ein mitreissender Film, ein emotionaler Film, und meines Erachtens fast Manns bestes Werk.

Witzigerweise brachte kürzlich NSM den Film in mehreren Cover-Editionen auch endlich in Deutschland auf Blu-ray, und zwar in drei Versionen. Ich bin mir nicht sicher welche Schnittfassung ich am besten finden soll, aber ich würde mal Manns eigene letzte Bearbeitung als die autoritative bezeichnen (die davor nur international erschien). Als Anhänger des Romans würde ich mich aber auch immer auf die Seite der einfach längsten Fassung schlagen. Heute hat man also ein wenig die Qual der Wal, es soll ja auch Leute geben die trotz mittlerweile besseren Wissens die alte Kinofassung bevorzugen (mit der ich selbst ja auch aufgewachsen bin).

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Heat (1995)

Heat

Was soll man sagen? Ein Film wie eine Wucht, ein episches Crime Meisterwerk, ein audio-visuelles Kinofest und ein unsterblich schönes Duell der Giganten. Heat ist ein Großstadtkrimi wie kein zweiter, ein Aufeinanderprallen von Grips und Gewalt, vor Manns Lieblingsleinwand: den Lichtern der Großstadt Los Angeles in der nächtlichen Sommerhitze. Mit Al Pacino und Robert de Niro prallen hier auch schauspielerisch zwei Naturwunder aufeinander und liefern jeweils Karrierehighlights ab. Die Dialoge der beiden sind ebenso legendär wie das ausgedehnte Feuergefecht mitten in Downtown Los Angeles, in Anlehnung an seinen Testversuch LA Takedown. Heat bietet rasante Action, Hochspannung und technisch raffinierte Umsetzung ebenfalls wie stylischen Look, einen pulsierenden Soundtrack und ein großartiges Drehbuch.

Artikel bei Cinephilia &Beyond (engl.)

Achtung, wer aktuell an eine Anschaffung denkt: es kommt eine 4K UltraHD Blu-ray Version im August. Am besten gleich dazu greifen, ich weiß aber nicht ob die darin enthaltende normale Blu-ray auf der gleichen Überarbeitung beruht, das ist nicht immer so. Außerdem von Interesse: Heat 2 erscheint demnächst als Roman von Michael Mann und Meg Gardiner, wer also mehr über die Vorgeschichte der Charaktere wissen möchte, dann auch das Buch bestellen.

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The Insider (1999)

The Insider

Ich muss sagen, ich konnte mit The Insider noch nie super viel anfangen. Für mich heißt das erst einmal, dass ich ihm bei Gelegenheit mal wieder eine Chance geben muss, und passe den Text hier dann nochmal an.

Artikel über den Film (engl.)

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Von Ali bis Blackhat – die 2000er Jahre

Ali (2001)

Ali

Ali (2001) gehört meinen „least favorites“. Da er demnächst bei Netflix nochmal zu sehen ist werde ich ihn nochmal sichten und diesen Artikel an dieser Stelle dann noch ergänzen.

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Collateral (2004)

Collateral

Collateral ist ein Film den ich sehr schätze und auch kürzlich neu gesichtet habe. Ich mag den warmen Ton und die Atmosphäre des Films, unterstützt durch die digitale Aufnahmetechnik und auch den Soundtrack. Ich mag die Besetzung, Jamie Foxx als Taxifahrer, Tom Cruise als Killer, Jada Smith als Anwältin, usw., ein hochkarätiger Thriller mit Style und Herz, und Mann darf sich austoben in den Lichtern der Großstadt, mit Jazzmusik, Coyoten und Autos.

Während Mann stark kritisiert wurde für seinen – für diese Zeit – frühen Einsatz rein digitaler Aufnahmetechnik, ist das Ergebnis letztlich bombastisch. Der Effekt den diese auf die Art und Weise hat, wie man Licht in einem urbanen Setting einfangen kann, ist enorm. Der Film sieht dadurch nicht billig aus (was leider bei Miami Vice stellenweise der Fall ist), sondern vermittelt ein hohes Maß an Realismus bei gleichzeitig warmen Bildern. Er ist stilistisch näher an Heat, glänzt aber durch weniger Machismo, einem angenehmen Rhythmus (untermalt durch einen großartigen Soundtrack) und vielleicht einer von Tom Cruises besten späten Rollen.

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Miami Vice (2006)

Miami Vice

An Miami Vice scheiden sich die Geister und leider konnte ich den Director’s Cut, den es in Deutschland lange nicht auf Blu-ray gibt, erst kürzlich erstmals sehen. Dem Versionsvergleich auf Schnittberichte folgend kann man aber attestieren, dass es kein radikal anderer – und damit zwingend besserer – Film ist, sondern lediglich einer Version entspricht, die Mann umsetzte nachdem er den Film mit einigen Wochen Distanz nochmal sehen konnte. Wie er im Audiokommentar erklärt ist ja auch die Kinoversion schon seine Version. Es stellt sich also die Frage, dennoch, ob die Version ausbessern kann, was den Film immer etwas zu plagen schien: eine Style-over-Substance Interpretation der alten Serie (die Koch Films übrigens in einer Komplettbox ins Heimkino brachte und von der Mann bei einer Folge auch das Drehbuch verfasst hatte), bricht in gewisser Weise mit Manns sonstigem Werk, das nie substanzlos war. Aber Jamie Foxx und Colin Farrell sind schon ein cooles Duo, und die coolen Set-Pieces, spannenden Nebenrollen (z.B. Luis Tosar, Naomi Harris, Gong Li, John Hawkes) und das herrlich sinnfreie Vokabular („go fast boats“) machen irgendwie 80er Trash-Laune. Dass der Film aber weder an Collateral noch Heat irgendwie heranreicht, hat schon Gründe.

Ich habe mir jetzt mit Hilfe der neuen Koch Films Edition den Director’s Cut daher nochmal frisch zu Gemüte geführt. Ich bleibe in gewisser Weise bei meinem Urteil. Der Film bietet sehr viel Style, einen pumpenden Soundtrack, teure Sets und viel Coolness. Allerdings ist die Kameraarbeit meines Erachtens weniger beachtlich: die vielen unterbelichteten Nachtszenen, die oft aussehen wie mit einer HD-Cam aus dem Media Markt gefilmt, lassen den Film stellenweise billig wirken. Das sieht auf der Blu-ray dann erst recht nicht besser aus. Während das bei Collateral als Stilelement sehr gut passt, ist es hier ein Kontrast zu dem ansonsten eher hochglanz-mäßigen Look des Films. Bei der Blu-ray kommt dann noch viel Kantenglättung und Rauschfilter dazu, beides kommt mit dem dem griesilligem Bild dann gar nicht klar (es gibt ein paar Szenen die unmöglich so im Kino ausgesehen haben können).

Davon abgesehen finde ich nach wie vor viele Dialoge eher hölzern und die Story etwas unausgewogen (weite Strecken des Audiokommentars verbringt er damit, Story und Charaktere zu erklären, das spricht nicht für das Storytelling das der Film selbst leistet). Was bleibt? Ein Film der sicherlich seine Fans hat und auch seine Berechtigung, der aber weit hinter seinem Potential zurückblieb und auch in einer leicht justierten Version nicht über das Mittelmaß hervorheben kann. Die Blu-ray ist dennoch schön weil sie viel Material mitbringt – und beide Versionen. Je nachdem wie man zu dem Film steht, so kann man wenigstens etwas tiefer eintauchen und Manns Perspektive auf den Film verstehen lernen, das macht ihn am Ende bei wiederholtem Ansehen denke ich ein kleines Bisschen gehaltvoller.

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Public Enemies (2009)

Public Enemies

Zwar seit langer Zeit bei Netflix verfügbar, aber ich habe ihn ebenfalls schon recht lange nicht mehr gesehen. Public Enemies erzählt die populäre Geschichte rund um die Fahndung nach Dillinger, mit Johnny Depp in der Rolle des FBI Manns. Der Film leidet ein klein wenig unter dem etwas zu sauberen Look, punktet aber durch sehr akribische Choreographie und gute Schauspieler. Ich muss den Film aber demnächst nochmal frisch sehen um mehr dazu zu schreiben. Ich werde diesen Artikel an dieser Stelle dann aktualisieren.

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Detour: Sonstige

Michael Mann fungierte außerdem über die Jahre als Produzent von Filmen wie Hancock (2008, Amazon) mit Will Smith, The Kingdom (2007, Amazon) mit Jamie Foxx, The Aviator (2004, Amazon) mit Leonardo diCaprio und 2003 sogar der Blaxploitation Homage Baadasssss! (Amazon) in der van Peebles junior das Werk des Senior Revue passieren lässt.

Produzent, Erzähler und Experimenteur- Michael Mann 2010 bis heute

Blackhat (2015)

Blackhat

Vor allem Blackhat fanden wohl viele, ich inklusive, eher enttäuschend. Hollywood hat ein permanentes Problem damit, Digitalisierung, IT-Sicherheit und sonstige visuell schwer zu vermittelnde da nicht greifbare Aspekte darzustellen, und das hier ist keine Ausnahme. Es bleibt ein eher mittelmäßiger Actionthriller. Ähnlich wie bei Miami Vice müssen ein hoher Produktionswert, coole Darsteller und Darstellerinnen, Actionsequenzen und Style herhalten um das Defizit in der Substanz auszugleichen. Dabei hat man sich hier sichtlich Mühe gegeben. Ich werde dennoch versuchen, den Film baldmöglichst nochmal neu zu sehen, um ihn mir besser in Erinnerung zu rufen.

Auch hier gibt es übrigens einen tatsächlichen Director’s Cut, der auch deutlich besser sein soll, dieser ist aber noch nicht erhältlich. Ein Artikel der diesen thematisiert ist hier zu finden.

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Heute / Ausblick

Michael Mann

Und was macht Michael Mann zur Zeit? Er arbeitet noch an einen Film über Enzo Ferrari (mit genau diesem Arbeitstitel) und er fungierte davor schon als Produzent des ziemlich guten Ford vs. Ferrari von 2019 (Amazon: BluRay | 4K UltraHD BluRay). Ansonsten war es seither eher etwas still. Noch 2011/2012 war er auch Produzent der TV Serie Luck (Amazon: BluRay) mit Dustin Hoffmann und Prouzent des Films Texas Killing Fields. 2018 war er Mitproduzent der Miniserie Hue 1968 über die Tet-Offensive, von der er auch bei der ersten Folge Regie führte. Ebenfalls fungiert er als Produzent der dokumentarischen Miniserie Witness.

Die gut aussehende und mit ebenso guten Kritiken gesegnete neue Serie Tokyo Vice mit Ansel Elgort und Ken Watanabe kam im Frühsommer 2022 beim Kanal Starz (kann man für etwas Geld auch bei Amazon sehen), auch hier drehte Executive-Produzent Michael Mann eine Folge selbst.

Wir bleiben am Ball und sind gespannt was der Meister als nächstes macht. Ich hoffe diese kleine Retrospektive hat Spaß gemacht, und abschließend kann ich noch das Michael Mann Tribut bei Posterposse (Teil 1, Teil 2) empfehlen.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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