Riffs III – Die Ratten von Manhattan / Rats – Notte di terrore

Nach einem verheerenden Atomkrieg liegt die Erde mit ihren Metropolen in Trümmern. Nur einige Überlebende konnten sich unter die Oberfläche retten, darunter die RIFFS-Gang. Als sie auf der Suche nach Nahrung und Wasser zurück nach New York kehren, stellen sie fest, dass die ganze Stadt scheinbar wie ausgestorben ist. In einem alten Lagerhaus finden sie ein Labor und eine Forschungseinrichtung sowie die sterblichen Überreste der ehemaligen Bewohner. Doch neben den menschlichen Besuchern tummeln sich in der Stadt Horden von Ratten, die die Menschen als ungewollte Eindringlinge betrachten. (X-Cess)

Bereits im Jahr 2015 hat ein Atomkrieg die Welt verwüstet, und jetzt, im Jahr mit der Bezeichnung 225 NB, was „Nach der Bombe“ bedeutet, ist die Gesellschaft in diejenigen unterteilt, die unter der Erde leben und diejenigen, die über der Erde leben und der rauen Umgebung trotzen. Eine Bande dieser Überlebenden, die an der Oberfläche zurecht kommen müssen, angeführt von Kurt (Ottaviano Dell’Acqua), fährt mit ihren Motorrädern in eine Geisterstadt, um Nachforschungen anzustellen und stößt dabei auf eine Forschungsstation. Noch wichtiger ist, dass es dort nicht kontaminierte Lebensmittel gibt, über die sich alle freuen. Doch was passierte mit den Menschen, die vorher dort lebten?

Nun, eventuell könnte der Titel einen Hinweis geben. Was als Mad Max 2-Klon beginnt, wird in den ersten fünf Minuten zu einer geradlinigen Rachegeschichte der Natur, doch für viele stellt Rats: Night of Terror eine ziemlich gute, wenn auch unfreiwillige Komödie dar. Komischerweise muss 1984 das Jahr für postapokalyptische Rattenangriffe gewesen sein, denn James Herbert hatte im gleichen Jahr die zweite Fortsetzung seines besten aller Rat – Attack – Romane, The Rats, produziert. Der Plot dreht sich um eine Gruppe von Überlebenden, die gegen Horden gefräßiger Nagetiere um ihr Leben kämpfen, ähnlich wie in diesem Film.

Rats – Notte di terrore, wie der Streifen in seiner Heimat Italien genannt wird, ist als eine weitaus weniger wirksame Geschichte des Untergangs zu bezeichnen, als die Arbeit von Herrn Herbert, was hauptsächlich auf den Mangel an Bedrohung seitens der Titelschurken zurückzuführen ist. Es funktioniert sehr gut die kleinen pelzigen Kreaturen als terrorisierende Bestien auf bedrucktem Papier zu beschreiben, doch bringt man sie auf den Bildschirm, wird man feststellen, dass sie sich etwas weniger furchterregend gestalten, egal wie viele von ihnen von den Bühnenarbeitern in Richtung der Besetzung geworfen werden. Man bekommt schon früh zu sehen, wie die Bande abgenagte Körper findet, um dem Publikum zu zeigen, wozu die Ratten des Films fähig sind. Bekommt man diese „possierlichen“ Nagetiere dann doch tatsächlich zu sehen, kommt es einem vor, als wären sie mit einem Stück Käse glücklicher und zufriedener.

Man könnte sagen, dass es sich tatsächlich um ein recht großes Stück Käse handelt, was man vorgesetzt bekommt, eben nur eines von der filmischen Sorte. Anfänglich sind die Biker sehr erfreut, Nahrung und gereinigtes Wasser zu finden, während einer von ihnen, der ganz besonders fantasievoll Video genannt wird, es schafft den Computer zum Laufen zu bringen, in der Hoffnung, dass es ein Videospiel ist, wie er es schon immer spielen wollte. Ist es nicht, aber der Computer erwähnt nach einigen Seiten BASIC, dass eine Art Termination der früheren Bewohner dieser Basis durchgeführt wurde. Ungeachtet dieser bedrohlichen Entwicklung entscheidet sich die Bande immer noch dafür, die Nacht über zu bleiben.

Und da hätten wir dann unsere Nacht des Terrors. Als die Ratten beginnen ihre Kräfte zu bündeln, kann man nicht leugnen, dass der Film trotz allem beinahe als amüsant zu bezeichnen ist und man fragt sich, wie die Besetzung die ernsthaften Gesichter und das häufige leidenschaftliche Schreien zustande bekommen hat, die erforderlich sind, um das Drama ans Publikum verkaufen zu können. Zumindest geben sie ihr Bestes, weil den pelzigen Co-Stars offensichtlich nichts egaler sein konnte, wenn sie gelangweilt herumlaufen oder schlimmer noch, in Eimern über dem nächsten Charakter ausgeschüttet werden, damit der seinem Tod begegnen kann. Als ob sie sich schmerzlich bewusst wären, dass nichts davon im entferntesten spannend ist, haben die Filmemacher ein Rattenförderband entworfen, auf dem Gummi-Nagetiere auf den Bildschirm zurollen: der Effekt ist natürlich, unnötig zu erwähnen, als lächerlich zu beschreiben. Wäre dies nicht schon lachhaft genug, so bleibe man bis zum großen Twist gegen Ende am Ball, wo man herausfindet, welche Spezies nun die Beste repräsentiert, Mensch oder Ratte? Die Antwort könnte irgendwo dazwischen liegen…

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  • Darsteller: Richard Raymond, Janna Ryann, Alex McBride, Richard Cross
  • Regisseur(e): Vincent Dawn, Bruno Mattei
  • Format: Limitierte Auflage
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • FSK: Nicht geprüft
  • Studio: X-Cess
  • Produktionsjahr: 1984
  • Spieldauer: 96 Minuten

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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1 Antwort

  1. 8. Juni 2020

    […] Beides im Kino auf 35mm gesehen und jedes Mal viel Spaß gehabt: Bruno Matteis „The Riffs 3“ und Joe D’Amatos „Endgame“. Bluntwolf erging es da auf Nischenkino ganz […]

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