Ritt in den Tod

Der Regierungsrepräsentant John Philip Clum (Audie Murphy) soll in Arizona die Friedensverhandlungen mit den Apachen voran bringen. Seine Angehensweise beruht dabei jedoch, statt den Indianern mit dem Amerikanischen Militär zu drohen, auf Autonomie und Respekt. Mit dieser Einstellung kann er die Ureinwohner von seinen friedlichen Absichten überzeugen, sogar die indianische Witwe Tianay (Anne Bancroft) kann er für sich gewinnen. Doch seine Methoden führen zu Konflikten mit den weißen Siedlern, die sich nicht mit den Indianern anfreunden wollen. Auch die Beziehung zwischen Clum und Tianay sorgt für Furore.

Ritt in den Tod

Die Erzählung der breit gefächerten Aktivitäten von John P. Clum ist eine der dramatischsten in der Geschichte der USA. Seine Amtszeit als „Indian-Agent“ in Arizonas San Carlos Reservat von 1874-1877 ist besonders bemerkenswert und Gegenstand dieser Verfilmung mit Kriegsheld Audie Murphy als Clum. Während seiner Amtszeit in San Carlos gründete Clum das erste indianische Polizei-und Gerichtssystem mit dessen Hilfe es ihm gelang den schlauen Apachen Häuptling Geronimo ohne Blutvergießen zu fassen. Mit diesen und vielen weiteren derartigen Aktionen eliminierte Clum die Stationierung eines US-Armee Kavallerie-Regiments in San Carlos. Dadurch wurden der Armee finanzielle Mittel gestrichen, weswegen sich Clum viele Feinde auf Seiten der Soldaten machte. Auch bei den Apachen stieß er zunächst auf nicht sehr viel Nächstenliebe.

Ritt in den Tod

Ritt in den Tod basiert auf Vorfällen, die in Woodworth Clums Biographie seines Vaters von 1936 beschrieben werden und gleichzeitig die Hauptquelle für das von Gil Doud und Jack Sher verfasste Drehbuch darstellen. Leider verpassen Doud („To Hell and Back“) und Sher („Shane“) es die dramatischsten Elemente von Clums Geschichte zu nutzen und ersetzen diese mit einer Ansammlung von Banalitäten, die höchstens dazu beitragen die Wirkung des Films abzuschwächen. Anne Bancroft liefert eine erstklassige Leistung als Witwe eines Apachen Kriegers ab, die Clum vom Stammeshäuptling „geschenkt“ bekommt und die seine stärkste Verbündete gegen Feinde aus den Reihen der Kavallerie und der abtrünnigen Apachen wird. Audie Murphy ist sehr effektiv in seiner Darstellung des Clum und bekommt neben Bancroft noch gute Unterstützung von Charles Drake als seinen engsten Kameraden, Pat Crowley als seine Ehefrau, Tommy Rall als seinen indianischen Blutsbruder und den Charakterdarstellern Addison Richards und Morris Ankrum. Die guten bis sehr guten Leistungen der Schauspieler können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen wieviel Potenzial hier plot-technisch verschenkt wurde. Die Mühen Clums waren im Nachhinein nämlich größtenteils für die Katz, weil Geronimo von Clums Nachfolger freigelassen wurde, was zu fast 15 Jahren erbitterten Indianerkrieges führte. Diese darzustellen wäre deutlich effektiver gewesen als zahlreiche lahme, komödiantische Szenen mit zwei Indianerkindern und romantischen Firlefanz in den Film zu integrieren. Die Botschaft des Films muss allerdings als sehr löblich hervorgehoben werden, auch wenn sie uns den ganzen Streifen hindurch förmlich um die Ohren gehauen wird. Es geht dabei um Freundschaft, Loyalität, Familie und Rassenbeziehungen.

Ritt in den Tod

Die DVD

Das Bild liegt im Format (2.35:1 16:9) vor und ist allenfalls von durchschnittlicher Qualität, denn Farben, Kontrast und vor allem Schärfe lassen deutlich zu wünschen übrig. Normalerweise sind wir Besseres von Koch gewohnt. Der Ton präsentiert sich uns in einer deutschen und einer englischen Spur. Hierbei gibt’s nichts zu beanstanden, beide Spuren bieten ordentlichen Klang. Auf Untertitel muss man allerdings verzichten. Die Extras fallen mit einem Originaltrailer und einer umfangreichen Bildergalerie zusätzlich etwas dünn aus.

Ritt in den Tod

Urteil

Koch Media bringt „Ritt in den Tod“ im Rahmen ihrer Western Legenden Reihe als Nummer 23 heraus. Sieht man mal von den Defiziten beim Bild ab, so gelingt Koch eine annehmbare Veröffentlichung. Der Film kann nur mit seinen sehr guten Schauspielern und der für US Verhältnisse extraordinären Botschaft glänzen, die für 1956 im „Land der unbegrenzten Eingeschränktheiten“ (zumindest für die Ureinwohner) doch ziemlich ungewöhnlich gewesen sein muss. Ansonsten wurde bei „Walk The Proud Land“ viel Potenzial verschenkt. Der Originaltitel passt auch viel besser zu dem Film, denn der deutsche verspricht eine rasantere und blutigere Inszenierung mit der man hier auf gar keinen Fall rechnen darf.

Ritt in den Tod DVD

BEI AMAZON.DE KAUFEN

Diese DVD wurde uns freundlicherweise von der Koch Media GmbH zur Verfügung gestellt. Covergestaltung sowie Verpackungsmaterial standen uns zur Beurteilung nicht zur Verfügung.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

Das könnte Dich auch interessieren …