Roboman / Robowar – Robot da guerra

Er sollte die unschlagbare Waffe für den Dschungelkrieg sein doch er wird zum Schrecken des ganzen Landes… Amerikanische Wissenschaftler statten den Kampfroboter OMEGA 1, genannt „Robowar“, mit unglaublichen Fähigkeiten aus. Ein Ortungssystem, mit dem er seine Gegner „sehen“ kann, lange bevor er selbst zu sehen ist, macht ihn unbesiegbar. Er soll mit den Guerillas aufräumen, doch er gerät den Wissenschaftlern außer Kontrolle. Robowar startet seinen eigenen Kampf! Mit seiner Logik und all seinen Waffen zerstört er alles, was sich ihm in den Weg stellt. Eine Tötungsmaschine, die nicht aufzuhalten ist, beginnt einen verheerenden Vernichtungskampf… Unter Führung von Captain Black, soll eine Gruppe von sechs unerschrockenen Dschungelkrieg-Spezialisten die Bergung des wahnsinnigen Roboters durchführen. Dr.Masher, einer der Robowar-Erfinder, soll sie begleiten. Er ist der einzige, dem es gelingen könnte, die tödliche Maschine auszuschalten, er allein kennt das phantastische, das unvorstellbare Geheimnis von Robowar… (Cinestrange Extreme)

Roboman, der vom unsterblichen Bruno Mattei unter seinem Pseudonym Vincent Dawn inszeniert worden ist, repräsentiert einen dieser billigen italienischen Science-Fiction-Action-Horrorfilme, die in Wirklichkeit eine Reihe von Rip-Offs berühmterer Filme darstellen. Im Fall von Robowar – Robot da guerra handelt es sich um eine unverschämte sowie offensichtliche Nachahmung von Predator, RoboCop und so ziemlich jedem Vietnam / „Namsploitation“ -Film sowie bis zu einem gewissen Grad The Wraith (Interceptor, wenn man sich den Roboteranzug des Bösewichts anschaut, kann man die Ähnlichkeiten deutlich erkennen). Roboman gehörte auch zu diesen Low-Budget-Actionfilmen, die immer in den Regalen von Videotheken zu sehen waren, als es noch Videotheken gab. Sollte man ein Fan von italienischen Science-Fiction-Action-Horrorfilmen mit niedrigem Budget sein, so ist Roboman genau DER Film, den man unbedingt sehen muss. Absolut!

Der großartige Reb Brown spielt die Hauptrolle des Major Murphy Black, den Anführer eines amerikanischen Special Forces-Teams, das auch als Bad Ass Motherfuckers (BAM) bekannt ist. Das Team von Major Black wird zu einer geheimen Mission in Südamerika gerufen, wobei die Einzelheiten der Mission so lange klassifiziert sind, bis die Crew den betreffenden südamerikanischen Standort tatsächlich erreicht hat. Jetzt wird dem Publikum eröffnet, warum Major Blacks Team aktiviert wurde. Es läuft nämlich ein unkontrollierbarer, supergeheimer militärischer Cyborg namens Omega-1 im Dschungel umher, von dem die US-Regierung hofft, dass Blacks Crew ihn eliminieren kann. Im Rahmen der Mission wird das Team von Mascher (Mel Davidson) unterstützt, einem Wissenschaftler der Regierung, der zur Entwicklung des Omega-1 beigetragen hat und ein echter Dreckskerl ist. Mascher soll Black und seinem Team irgendwann mitteilen, was sie wirklich in Südamerika tun, obwohl sich Blacks Team diesbezüglich skeptisch zeigt. Tatsächlich stehen sie der gesamten Mission skeptisch gegenüber. Doch es handelt sich bei ihnen ja um Profis, die ihren Job machen, egal worum auch immer es sich dabei dreht.

Also kommt Blacks Team mit einem Boot (auf dem vorm Einsatz nochmal ordentlich gefeiert wird, ähnlich wie bei Killing Zoe, nur viel harmloser) im südamerikanischen Dschungel an, wo es dann durch den Urwald wandert und so weiter. Es dauert nicht lange, bis das Team einige tote und geschmolzene menschliche Körper auffindet. Es wird angenommen, dass die Leichen, die von lokalen Rebellen stammen, da neben ihnen geschmolzene Kalaschnikows liegen, doch niemand ist sich richtig sicher, wer oder was sie sind. Mascher weiß natürlich, was wirklich los ist, verrät aber noch immer nicht, was die eigentliche Mission darstellt. Hm, was für ein Gerät hat Mascher da am Gürtel hängen?

So wandern unsere Helden noch ein bisschen weiter im Dickicht des Dschungels umher, während ihnen Omega-1 folgt. Quang (Max Laurel), der hier den Part des Billy aus Predator übernimmt, spürt als erster, dass sich etwas Unbekanntes im Dschungel befindet und ihnen nachstellt. Nachdem das Söldnerkommando noch etwas weiter herumgewandert ist und sich mit einer plötzlichen Beinverletzung des Kampfkunst-Experten Sonny „Blood“ Peel (Jim Gaines) beschäftigt hat, stößt es auf eine Gruppe lokaler Guerillas, die einige Ärzte und deren Helfer terrorisieren. Unsere Söldner retten die Ärztin Virgin (Catherine Hickland) und massakrieren die Miliz auf extrem bleihaltige Art und Weise. Black befragt daraufhin Virgin und findet heraus, dass sie bei einer Hilfsorganisation arbeitet, woraufhin Black beschließt, die Mission zu ändern, um Virgins Kollegen und Patienten zu helfen, die in einem nahe gelegenen Dorf als Geiseln gehalten werden. Die Nachricht vom Wechsel der Prioritäten geht Mascher selbstverständlich gehörig gegen den Strich, denn die Rettung von Hilfsorganisationen steht nicht auf dem Plan, doch Black ist das vollkommen egal. Seine Mannschaft wird die Gräueltaten in diesem Dorf beenden.

Folgerichtig überfällt Blacks Team das Dorf und tötet alle Mitstreiter der Miliz. Nach mehreren Schießereien, Explosionen und weiteren Predator-Hommagen stellt das Team fest, dass Virgins Kollegen und Patienten alle tot sind, inklusive Frauen und Kinder. Erst jetzt erfahren unsere Söldner etwas über Omega-1, weswegen sich der Rest des Films in einen Wettlauf gegen die Zeit verwandelt, um aus dem Dschungel herauszukommen, Omega-1 zu stoppen und dabei zu überleben. Und ja, es gibt noch unverschämtere Predator-Anleihen zu bestaunen, wobei es beinahe eine Stunde dauert bis Blacks Team endlich mit Omega-1 konfrontiert wird. Was ganz einfach zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Man hätte die Protagonisten auch ein bisschen weniger durch den Urwald wandern lassen können. Hätte Blacks Team bereits im Voraus eine richtige Mission erhalten, selbst wenn es sich um eine gefälschte Mission handelte, hätte dies wahrscheinlich das Tempo der ersten Stunde angezogen und Omega-1 wäre schneller in den Mittelpunkt gerückt worden.

Es gibt auch einen Mangel an Chemie in Blacks Team festzustellen, was es für das Publikum schwierig macht, ihrem Hin und Her im Dschungel zu zuhören. Würden diese Jungs auch in der Realität mitten im Dschungel auf einer Mission so viel streiten und warum zwingen sie Mascher nicht dazu mehr darüber zu verraten? Black ist auch nicht so besorgt, wie er es wahrscheinlich sein sollte, bis man auf Virgin trifft. Von diesem Punkt an nimmt die Geschichte erheblich an Fahrt auf. Nun ist die Aktion, die Mattei inszeniert, im Allgemeinen als gut zu beschreiben. Es handelt sich dabei um nichts Besonderes, gestaltet sich allerdings ziemlich aufregend. Währenddessen wird man feststellen, dass die Mitglieder des Söldnertrupps zur scheinbar gleichen Zeit mit unterschiedlichen Waffen ausgestattet sind, wobei einige Teammitglieder M60s tragen, dann plötzlich keine M60s tragen, um in der nächsten Einstellung dann doch wieder M60s zu tragen. Schon wirklich komisch!

Die Explosionen wurden erstklassig gestaltet, während die Omega-1 Sequenzen auch ganz gut gelungen sind, zumindest wenn man Omega-1 beim Einsatz seiner Laser und weiteren Waffen beobachten kann. Die Omega-1 P.O.V. Einstellungen schaffen es nicht so interessant zu wirken, wie der Film es gerne möchte. Und was ist überhaupt mit der verrückten elektronischen Omega-1 Stimme los!? Die Töne, die Omega-1 entfleuchen klingen schrecklich und was der Roboter damit ausdrücken möchte, kann man sich noch nicht einmal zusammenreimen (zumindest nicht mit englischem Ton, wo nur Kauderwelsch zu hören ist. In der deutschen Version kann man schon heraushören, was der Roboter gerade sagt. Trotzdem nerven seine „Selbstgespräche“ auf Dauer ganz enorm!!!). Warum wurde das auf solch aufdringliche Art und Weise beibehalten!? Das Omega-1 Kostüm wiederum repräsentiert ein sogennantes Hit-and-Miss-Erlebnis. In einigen Szenen sieht es verdammt gut aus. In anderen sieht das Kostüm billig und wie Plastik aus. Wer spielte eigentlich den Omega-1 Roboter? Drehbuchautor Claudio Fragasso war es sicherlich nicht und Luciano Pigozzis Szenen wurden geschnitten, weshalb auch er ausscheidet. Sollte es etwa ein unbenannter Stunt-Darsteller gewesen sein?

Trotz seiner mannigfaltigen verschiedenen Probleme ist Roboman als ein wahrer Knaller zu bezeichnen. Der Flick ist lächerlich, doof, verrückt und macht verdammt nochmal Spaß. Selbst langweiligere Passagen sind immer noch als unterhaltsam zu beschreiben (das mag zwar wenig Sinn ergeben, ist aber die Wahrheit). Schade, dass solche Filme heutzutage nicht mehr hergestellt werden. Filme, die extrem unbeholfen sind, aber gleichzeitig so voller Energie stecken, so dass man nicht aufhören kann sie anzuschauen. Reb Brown (Strike Commando / Cobra Force) ist großartig als Major Murphy Black. Wie immer mimt er einen BAM (siehe weiter oben) und einen recht glaubwürdigen noch dazu. Selbst wenn er ohne Grund wie ein Verrückter herumschreit, kommt er immer noch gut rüber (und er schreit in diesem Film ziemlich viel, besonders wenn er sein Maschinengewehr abfeuert). Man schaue sich auch nur den Klippensprung an, den Black am Ende des Films vollzieht. Was zur Hölle, Mann!? Catherine Hickland liefert anständige Arbeit als Virgin ab, obwohl sie nur im Film mitzuspielen scheint, weil dem noch eine weibliche Figur fehlte.

Max Laurel ist verdammt cool als Quang, das Special Forces-Mitglied, das mit dem Dschungel „im Einklang“ ist. Er kommt definitiv wie ein Typ rüber, dem es nichts ausmacht zwischen Bäumen und Reben umherspringend zu arbeiten. Jim Gaines hätte auch verdammt cool sein können, wenn sich sein „Blood“ -Charakter nicht schon verletzt hätte, bevor er etwas Cooles hätte tun können. Blood soll doch ein Kampfkunst-Experte sein, man sieht ihn jedoch nie, wie er echte Kampfkunst vorführt oder gar anwendet. Wieso wurde dieser Aspekt vollkommen verschwendet!? Massimo Vanni (hier als Alex McBride aufgeführt) kommt als Private Guarino, der offensichtlich kein Englisch kann, es aber trotzdem ständig „spricht“, wirklich komisch rüber. Romano Puppo spielt brillant, als der immer wütende und ein wenig rassistische Corporal Corey. Man lausche einfach dem Dialog dieses Mannes und man weiß was gemeint ist.

John P. Dulaney passt als Arzt und Sanitäter der Crew nicht so richtig ins Bild. Er ist ganz einfach nicht in der gleichen körperlichen Verfassung wie alle anderen. Es ist schwer zu glauben, jemanden mit seiner Figur wirklich mit ins Feld zu nehmen, aber er ist trotzdem cool. Was Mel Davidson als Mascher den Regierungsschergen betrifft … ach Du meine Güte … spielt der übertrieben schlecht, einfach schrecklich. Als Drecksack macht er allerdings einen guten Job, wobei das Publikum die Art und Weise lieben wird, wie er ums Leben kommt. Einfach großartig! Robowar ist ganz großes Plagiats-Tennis, daran führt kein Weg vorbei. Diesen Streifen muss man unbedingt gesehen haben, besonders wenn man ein Fan von italienischen Low-Budget-Science-Fiction-Action-Horrorfilmen ist. Seht Euch Roboman an, soweit Ihr ihn noch nicht kennt und falls doch, schaut ihn nochmal an. Seht ihn Euch an … ansehen … ansehen!

Roboman erscheint als #03 der Cinestrange Extreme Edition Bahnhofskino in streng limitierten Mediabooks (2 Discs) auf BluRay und DVD. Mit dem Design der Edition hat man wirklich gute Arbeit geleistet, während die Bildqualität der 16:9 PAL-Version als durchaus brauchbar bis gut beschrieben werden kann. Beim Ton besteht auch kein Grund zur Beschwerde. Hier kann man zwischen der italienischen, englischen und deutschen Spur (2.0 Stereo) wählen, die sich alle mehr oder weniger gut hören lassen. Möchte man sich den Film lieber im Originalton ansehen, so stehen deutsche Untertitel zur Verfügung.

Als Extras gibt es neben einer Bildergalerie, einem alternativen Intro und einem Trailer, noch ein unterhaltsam geschriebenes sowie interessantes Booklet mit 24seitigem Text und dem Titel “Alles nur geklaut – Ein Blick auf RoboMan” von Nando Rohner zu lesen. Cinestrange Extreme gelingt eine tolle Veröffentlichung eines kleinen Actionreißers, der im Grunde genommen mal wieder vollkommenen Schwachsinn darstellt aber trotzdem enorm zu unterhalten weiß. Exzellentes Bahnhofskino eben!!!

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  • Seitenverhältnis : 16:9 – 1.77:1
  • Alterseinstufung : Freigegeben ab 18 Jahren
  • Regisseur : Mattei, Bruno
  • Laufzeit : 1 Stunde und 31 Minuten
  • Darsteller : Vanni, Massimo, Hickland, Catherine, Puppo, Romano, Fragasso, Claudio, Brown, Reb
  • Untertitel: : Deutsch
  • Sprache, : Italienisch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
  • Studio : Cinestrange Extreme

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Diese Edition wurde uns freundlicherweise von Cinestrange Extreme zur Verfügung gestellt.

Das Bildmaterial stammt nicht von dieser Edition.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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