Sahara

Sahara 1983

Mit Sahara (1983) entstand unter der Regie des alten Haudegen Andrew V. McLaglen (Die Wildgänse, Chisum, Bandolero!, The Rare Breed) und John Guillermin (Tod auf dem Nil, Shaft in Africa, The Towering Inferno) und produziert von Cannon damals eine Art Indiana Jones rip-off.

Sahara 1983

Wir schreiben das Jahr 1927. Der reiche RJ Gordon baut schnelle Rennwagen als Hobby, doch verunglückt bei einer Testfahrt tödlich. Er hinterlässt seine Tochter Dale (Brooke Shields), die nicht weniger Auto-affin ist, und nun Vatis Traum verwirklichen möchte. Die Feuertaufe für das auto wäre eine Rallye durch die Wüste Marroccos. Doch der Haken: daran dürfen nur Männer teilnehmen. Daher verkleidet sie sich kurzerhand in einen Jungen und tritt an. Da das Land kurz vor dem Bürgerkrieg steht wird es ein gefährliches Unterfangen. Kurz nach dem Start werden sie und ihre Teammitglieder vom Berberfürsten Jaffar (Lambert Wilson) und dessen General Rassoul (John Rhys-Davies) entführt. Dessen größter Widersacher Beg (Ronald Lacey) wiederum wird von den Deutschen mit Waffen versorgt, in Person von dem am Rennen teilnehmenden Von Glessing (Horst Buchholz). Es beginnt eine wilde Hatz aus Verfolgungsjagd, Flucht und Romanze….

Sahara 1983

Fünfundzwanzig Millionen Dollar soll das Spektakel gekostet haben, dass McLaglen hier für die Golan Brüder in der Wüste inszeniert hat. Der Abenteuerfilm bedient sich üblichen Genre-Clichés und entstand zwischen den ersten beiden Indy Filmen. Er wandert im Graubereich zwischen ernsthaftem Abenteuer und etwas überdrehter Klamotte – dabei wechseln sich Szenen von ziemlicher Garstigkeit, inklusive Gewalt an Frauen oder Massakern an Menschen ab mit Slapstick Einlagen. Viel Realismus ist sicherlich auch nicht, aber was der Film ja möchte ist zu unterhalten, und das gelang ihm sicherlich recht gut, zahlte sich kommerziell aber womöglich nicht wirkich aus, jedenfalls am mehrfach verschobenen Eröffnungswochenende Spielte der Film nur etwas über eine Million ein (wieviel er insgesamt einspielte konnte ich nicht herausfinden) und Shields erhielt außerdem eine Goldene Himbeere für ihre Darbietung.

Sahara 1983

Dabei hat man ja auch wenig dem Zufall überlassen. Von der nicht üblen Bestzung abgesehen hat man viel Kostüme, Pferde, Action und Panorama aufgefahren. Und das ganze natürlich episch hinterlegen wollen: Die Musik stammt von Ennio Morricone (The Hateful Eight, Cinema Paradiso), ist aber nicht super inspiriert und klingt tendenziell ein wenig recycled – aber natürlich wie immer meisterhaft und passt schon auch gut zum Film. Sie verleiht hm damit auch eine gewisse Qualität, hat er sich aber sicherlich am Wochenende kurz aus dem Ärmel geschüttelt der Meister. Was Brooke Shields anbelangt, sie kann zwar in vielen Szenen mit einer guten Leinwandpräsenz und etwas frecher Performance glänzen, vermag es aber nicht diesen doch etwas opulenten Film auf ihren Schultern zu tragen. Ein paar Jährchen nach ihrem Blockbuster-Erfolg Die Blaue Lagune, mit dem die auch hier erst 18-jährige über Nacht zum Superstar wurde, musste natürlich auch hier etwas Erotik her, das geschieht hier halbwegs familientauglich mit einer Szenen unterm Wasserfall. Die Amis nennen sowas „money shot“.

Sahara 1983

Ob MGM mit dieser Cannon Produktion so glücklich wurde ist fraglich, als Zuschauer kann man sagen: eher langweilig und mein Muss. Aber nun zur BluRay: Also das Bild sieht echt prima aus, tolle Farben, gute Kontraste und auch sehr scharf. Nur gelegentlich ist es etwas verblasster und nicht immer ganz stabil. Stellenweise fällt auf dass der digitale Rauschfilter gar arg zu arbeiten hat, aber insbesondere die Farben und auch die teilweise nicht gänzlich ausgemerzten Bildschäden oder Dreck, machen das eine Freude. Sieht echt gut aus. Der Ton (Englisch getestet, es gibt auch die deutsche Synchronfassung) klingt ziemlich gut, obgleich die Lautstärke ein wenig unausgewogen wirkt (DTS-HD 2.0 stereo das Ganze). Leider gibt es keine Untertitel, wie auch schon bei Support Your Local Sheriff festgestellt. Außer Bildergalerie und Trailern keine Extras.

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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