Scanners II – The New Order

Sie sind äußerlich von den Menschen nicht zu unterscheiden, aber eine medizinische Fehlleistung machte sie zu außergewöhnlichen Wesen. Die Scanners besitzen telepathische und telekinetische Fähigkeiten und sind somit in der Lage, diese Gabe ebenso nutzbringend wie zerstörerisch einzusetzen. Der junge, scannende Medizinstudent David gerät an den reaktionären Polizeioffizier Forrester, der mit Hilfe gedopter Scanners versucht, die Macht an sich zu reißen. Doch schnell durchschaut David die Pläne des machthungrigen Beamten und stellt sich gegen ihn und somit gegen den gesamten Polizeiapparat. David bringt seine scannenden Fähigkeiten im Kampf gegen Forrester voll zum Einsatz. (Wicked-Vision Media)

1981 führte David Cronenberg bei Scanners – Ihre Gedanken können töten Regie, einem einigermaßen preiswerten Horrorfilm, der auf den Straßen von Toronto gedreht wurde und dank der hervorragenden Leistungen von Michael Ironside sowie Patrick McGoohan und einigen großartigen, blutigen Szenen explodierender Köpfe zum Kultklassiker wurde. Zehn Jahre später wurden zwei Folgefilme ohne Cronenbergs Beteiligung gedreht, nämlich Scanners II: The New Order und Scanners III: The Takeover (auch bekannt als Scanner Force). Offen gesagt sind diese Sequels nicht annähernd so gut wie das Original, beurteilt man sie jedoch nach ihren eigenen Standards, können sie durchaus als unterhaltsam bezeichnet werden.

Scanners II: The New Order beginnt mit einer Szene in einer Arcade-Spielhalle (erinnert Ihr Euch!?), wo ein Einzelgänger-Scanner unter ernsthaften Kopfschmerzen leidet und verzweifelt dagegen ankämpft komplett auszurasten. Während er seine außergewöhnlichen Fähigkeiten nutzt, um ein Schießspiel kontrollieren zu können, entwickeln sich die Ereignisse äußerst negativ, bevor der Scanner von örtlichen Behörden zur Strecke gebracht werden kann, die ihn zu einem gewissen Doktor Morse (Tom Butler) verfrachten, der seine Ressourcen nutzt, um die Scanner zu studieren. Er möchte herausfinden, was bestimmten Leuten die Fähigkeit verleiht, Dinge mit ihrem Verstand zu sehen oder zu hören, was andere, „normale“ Menschen nicht können. Da die Scanner offensichtlich sehr gefährlich sind, verwendet Morse starke Betäubungsmittel, um sie unter Kontrolle zu halten, wobei er sich nicht besonders um die süchtig machenden Qualitäten seiner Medikamente oder deren Nebenwirkungen zu kümmern scheint. Einer von Morses Unterstützern ist Top-Cop Commander John Forrester (Yvan Ponton), der die Fähigkeiten der Scanner für gute Zwecke nutzen möchte, die auch bei der Polizeiarbeit helfen sollen. Nun kommt ein junger Mann namens David Kellum (David Hewlett) ins Spiel, ein kluger Student, der genau die Art von Scanner darstellt, nach der Morse und Forrester suchen. Forrester bildet David als seine heimliche Waffe im Kampf gegen die Kriminalität aus und beginnt immer mehr zu begreifen, welche Macht er damit besitzt, was seinem Ego einen unwillkommenen Schub versetzt. Denn leider beginnt Forrester seine anfänglichen guten Absichten recht schnell aus den Augen zu verlieren, weswegen sich David mit seiner Schwester Julie Vale (Deborah Raffin) zusammenschließen muss, um Forrester aufzuhalten, bevor der seine Pläne, mit Hilfe der Scanner eine sogenannte „Neue Ordnung“ zu schaffen, verwirklichen kann.

Unter der Regie von Christian Duguay ersetzt diese Fortsetzung die brodelnde, langsam brennende Intensität von Cronenbergs Originalfilm mit einer schnellen Serie von Set-pieces, welche durch eine einigermaßen fesselnde Handlung zusammengehalten werden, die vorher etablierte Plot-Elemente mitnimmt. Das Konzept ist solide und vermag es einige der Gründe zu erklären, warum Scanner überhaupt existieren können, sie anfänglich von „normalen“ Menschen mutiert wurden und welche Möglichkeiten sich für sie ergeben könnten, sollten ihre Kräfte durch Forresters politische Aspirationen auf die nationale Bühne gehoben werden. Dabei bewegt sich der Film in überraschend schnellem Tempo, wobei Action-Set-Pieces der Charakterentwicklung vorgezogen werden, doch man erfährt zumindest genügend über David, um erkennen zu können, dass er ein wirklich guter Kerl ist.

Die schauspielerischen Leistungen gehen in Ordnung, sind nicht als überragend aber durchaus als akzeptabel zu bezeichnen. Hewlett ist ein freundlicher Typ, der einen annehmbaren Helden abgibt. Seine Zusammenarbeit mit Raffin als Vale funktioniert recht gut und schließt in angemessener Art und Weise an die ursprüngliche Kontinuität des ersten Films an. Ponton verkörpert den Top-Cop Forrester angenehm überzeugend, während Butler für einen ordentlich porträtierten Wissenschaftler sorgt. Scanners II: The New Order ist gut gedreht und versteht es die gewählten Standorte in Montreal klasse zu nutzen. Ja, das hier ist nicht das Original, versucht es allerdings auch nicht zu sein. Keine schlechte Fortsetzung, die genügend zu unterhalten weiß, um die Aufmerksamkeit des Publikums stets aufrecht halten zu können.

Wicked-Vision Media veröffentlicht die Scanners Trilogy als Nummer 20 ihrer Collector’s Edition im Mediabook (CD + 2 BluRays), das auf 1222 Stück limitiert ist. Bild (1,85:1/1080p) und Ton (deutsch+englisch DTS-HD Master Audio 2.0 / englisch DTS-HD Master Audio 5.1) bewegen sich auf hohem Niveau, da kann man überhaupt nicht meckern. Extras: • Deutscher Trailer (Vintage & re-cut 2018) • Originaltrailer (Vintage & re-cut 2018) • • Bildergalerie und das featurette Inside Scan: The New Order. Insgesamt handelt es sich bei Scanners Trilogy um eine äußerst gelungene Mediabook-Edition, die bei Liebhabern und Freunden von SciFi-Horrorfilmen, nicht zuletzt aufgrund der üppigen Boni (auf beiden BluRays), enorm gut ankommen sollte und in keiner gut sortierten Sammlung fehlen darf.

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Region: Region B/2
FSK: Nicht geprüft
Studio: Wicked-Vision Media
Spieldauer: 311 Minuten

Diese Edition wurde uns freundlicherweise von Wicked-Vision Media zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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