Scanners III – The Takeover

Ihre Gedanken kontrollieren dich, rauben dir den Willen, lassen dich Schmerzen spüren oder deine Nervenbahnen explodieren: Scanners. Unerkannt leben sie unter uns, selber gequält von ihren übermenschlichen Fähigkeiten. Helena ist ein Scanner und versucht mittels der experimentellen Droge EPH-3, ihre mörderische Kraft zu unterdrücken, die Folge: Ein Massaker. EPH-3 verändert Helena und schon bald hinterlässt die junge Frau eine blutige Spur von Tod und Zerstörung. Der einzige, der sie jetzt noch aufhalten kann, ist ein anderer Scanner: Helenas Bruder Alex. Ein brutaler Kampf entbrennt … (Wicked-Vision Media)

1981 führte David Cronenberg bei Scanners Regie, einem einigermaßen preiswerten Horrorfilm, der auf den Straßen von Toronto gedreht wurde und dank der hervorragenden Leistungen von Michael Ironside sowie Patrick McGoohan und einigen großartigen, blutigen Szenen explodierender Köpfe zum Kultklassiker wurde. Zehn Jahre später wurden zwei Folgefilme ohne Cronenbergs Beteiligung gedreht, nämlich Scanners II: The New Order und Scanners III: The Takeover (auch bekannt als Scanner Force). Offen gesagt sind diese Sequels nicht annähernd so gut wie das Original, beurteilt man sie jedoch nach ihren eigenen Standards, können sie durchaus als unterhaltsam bezeichnet werden.

Nachdem der Grund für die Existenz der Scanner nun mehr oder weniger erklärt wurde, stellt Scanners III: The Takeover (direkt nach Beendigung des zweiten Films ebenfalls von Christian Duguay gedreht) Doktor Elton Monet (Colin Fox) vor, einen weiteren Wissenschaftler, der sich dem Studium von Scannern verschrieben hat. Seine Gründe dafür sind sehr persönlicher Natur: Des Doktors Kinder, Alex (Steve Parrish) und Helena (Liliana Komorowska), sind Scanner und wäre das nicht schon „Unglück“ genug, so tötete Alex einst seinen besten Freund, allerdings unabsichtlich. Monet ist der festen Überzeugung er habe ein Heilmittel gefunden, was seine Studien so enorm wichtig erscheinen lässt. Der Haken? Er benötigt dafür einige menschliche Meerschweinchen zu Testzwecken, um seine Ergebnisse bestätigen zu können.

Helen stimmt überraschenderweise zu von ihrem Vater für Forschungszwecke „missbraucht“ zu werden, während Alex in Asien, mit Hilfe buddhistischer Lehren, versucht seine Fähigkeiten besser unter Kontrolle zu bringen. Eines Tages bekommt Helen unerträgliche Kopfschmerzen, weswegen sie eine Dosis der Droge ihres Vaters, ohne dessen Wissen, einnimmt und sich sofort besser fühlt. Was sie dabei nicht erkennt ist, dass die Droge auch ihre Psyche beeinflusst und sie plötzlich eine unersättliche Lust auf Sex und Zerstörung verspürt, die sie nicht recht zu kontrollieren vermag. Nach der Rache an einem Arzt, der sie in jüngeren Jahren belästigt hatte, wird sie sich der Macht bewusst, die ihr innewohnt und macht sich nun schnell daran, eine Armee von Scannern zu rekrutieren, um die Droge ihres Vaters in größeren Mengen beschaffen und zu ihrem Vorteil nutzen zu können. Sobald Helen zufällig herausbekommt, dass sie in der Lage ist ihre Kräfte durch Fernsehwellen auf dem gesamten Planeten zu übertragen, bricht das Chaos los … bis Alex nach Hause zurückkehrt und erkennt, was seine Schwester in seiner Abwesenheit angerichtet hat.

Scanner Force stellt einen hübschen Streu-Schuss dar. Der Streifen hat großartige Ideen zu bieten: Die Verwendung von Fernseh- und anderen Massenmediengeräten als Abgabevorrichtung für Drogen und den Gebrauch von Betäubungsmitteln zur Beherrschung mentaler Telepathie sind beides interessante, Erforschens werte Ideologien, doch der Film behandelt noch viel mehr als das, was den effektiveren zentralen Ideen den Wind aus den Segeln nimmt. Es wird in zahlreiche Nebenhandlungen eingeführt, die dem Film nicht gut tun. Der Plot-Punkt mit Alex in Asien, zum Beispiel, ist zwar interessant, widerspricht jedoch den eher technologischen Aspekten, die in anderen Segmenten des Films sondiert werden. Anstatt mit der Hauptgeschichte zu arbeiten, fühlt es sich beinahe so an, als wollten die Autoren (hier waren viele davon involviert) das Konzept für einen vierten Film in diesen dritten hineinquetschen … aus Gründen. Das Endergebnis ist ein Film, der einige wirklich wirkungsvolle Szenen präsentieren kann und es gelegentlich gut versteht sein Grundthema vernünftig zu entwickeln, jedoch von seinen eigenen Ambitionen untergraben wird und zwangsläufig etwas aus dem Ruder läuft.

Die schauspielerischen Leistungen gehen in Ordnung und einige der Gore-Effekte sind wirklich gut in Szene gesetzt worden. Die Musik klingt etwas veraltet, funktioniert aber größtenteils. Das niedrige Budget scheint zuweilen etwas durch, doch die meisten erfahrenen Horrorfilm-Fans werden damit kein Problem haben. Scanners III: The Takeover hätte eine prima Fortsetzung sein können, ist es aber leider nicht geworden. Der Streifen ist unzusammenhängend und teilweise schlampig inszeniert; hat jedoch einige effektive Momente zu bieten, die ihn für Fans der ersten beiden Beiträge der Serie sehenswert machen.

Wicked-Vision Media veröffentlicht die Scanners Trilogy als Nummer 20 ihrer Collector’s Edition im Mediabook (CD + 2 BluRays), das auf 1222 Stück limitiert ist. Bild (1,85:1/1080p) und Ton (deutsch+englisch DTS-HD Master Audio 2.0 / englisch DTS-HD Master Audio 5.1) bewegen sich auf gutem Niveau, da kann man sich nicht beschweren. Extras: • Deutscher Trailer (Vintage & re-cut 2018) • Originaltrailer (Vintage & re-cut 2018) • • Bildergalerie und das featurette Inside Scan: The Takeover. Insgesamt handelt es sich bei Scanners Trilogy um eine äußerst gelungene Mediabook-Edition, die bei Liebhabern und Freunden von SciFi-Horrorfilmen, nicht zuletzt aufgrund der üppigen Boni (auf beiden BluRays + Soundtrack CD), enorm gut ankommen sollte und in keiner gut sortierten Sammlung fehlen darf.

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Region: Region B/2
FSK: Nicht geprüft
Studio: Wicked-Vision Media
Spieldauer: 311 Minuten

Diese Edition wurde uns freundlicherweise von Wicked-Vision Media zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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