Scream Week

Sechs Freunde feiern zusammen eine Woche lang – bei der sogenannten „Sneekweek“. Für Merel (Carolien Spoor), Lisa (Holly Mae Brood), Kim (Yootha Wong-Loi-Sing), Thijs (Jelle de Jong), Boris (Jord Knotter) und Peter (Jonas De Vuyst) scheint alles perfekt: Heiße Sommertemperaturen, strahlender Sonnenschein und knappe Bade-Outfits steigern die Feierlaune. Dabei dürfen Alkohol und Drogen natürlich nicht fehlen. Babes, Bikinis, Sommer und Sonne: Das Film-Debut Scream Week des niederländischen TV-Regisseurs Martijn Heijnes ist eine sexy Hommage an Horror-Klassiker wie Scream oder I know what you did last summer, gepaart mit einer Prise Humor. Mit Party-Hits wie Another you von Armin van Buuren oder Policemen von Eva Simons und anderen Chart-Knallern kann der Sommer kommen und das Abschlachten beginnen. Nach einem ausschweifenden Drogenexzess geraten die Dinge etwas außer Kontrolle, als ein Killer sechs Freunden zeigt, was man sonst noch mit Stichsägen und Nagelpistolen anstellen kann und veranstaltet ein Blutbad …

Die Handlung von Scream Week beginnt sehr konventionell. Ein Haufen Studenten tötet versehentlich jemanden, während eines dämlichen Spiels und begeht anschließend den dümmsten Fehler, den man sich nur vorstellen kann (was in diesem Genre jedoch üblich ist): Sie vertuschen die Tat und versuchen die scheußliche Angelegenheit zu vergessen. Doch offensichtlich funktioniert das nicht, denn zwei Jahre später zeigt sich, dass die vor kurzem graduierten College-Kids nicht nur „weiche“ Drogen konsumieren, um mit ihrer schattigen Vergangenheit fertig zu werden. Die Protagonisten repräsentieren die üblichen Horror-Film-Archetypen, wie man sie schon tausendmal gesehen hat. Die Tatsache, dass sie den größten Teil des Streifens damit verbringen entweder zu zanken oder sich engagiert in vermeintlich sexy Slang zu ergehen, lässt sie dem Zuschauer gegenüber so egal werden, dass man sie nur noch schnell und äußerst schrecklich sterben sehen will. Bis dahin muss man allerdings erstmal eine gehörige Portion Geduld aufbringen. Der maskierte Mörder sucht zwar schon bald die Räumlichkeiten der Hinterwälder-Residenz auf – insofern es so etwas in Friesland überhaupt gibt – aber es dauert eine ganze Weile, bevor die Menschen endlich anfangen zu sterben. Die Geduld des Publikums wird bis zu diesem Zeitpunkt schon so dermaßen auf die Probe gestellt, denn die Kids bekommen nichts weiter gebacken, als sich von einer Party zur nächsten zu streiten und das ständig begleitet von einer unverschämt lauten Techno-Musik. Anscheinend um an die „moderne“ Generation zu appellieren?!

Doch dann beginnt die zweite Hälfte der Sneekweek, wobei die Identität des Killers nicht so offensichtlich ist, wie man eventuell vermuten mag. Allerdings gestaltet sich das Ganze auch nicht sonderlich kompliziert, es fühlt sich nur so an, da die Handlung die Dinge so weit verdreht, sodass jeder verdächtig ist. Die Morde nehmen nun in schnellem Tempo zu, lassen in Bezug auf Originalität und/oder Schaurigkeit aber viel zu wünschen übrig. Die Geschichte beginnt, bis zum Finale, gleichermaßen im Chaos zu versinken. Zumindest wird ein wenig Witz eingestreut, der Horror-Liebhabern mit ein oder zwei unvergesslichen Einzeilern ein paar Lacher beschert. Diese beziehen sich offensichtlich eher auf das Genre, als auf den Film selbst, was die Absicht von Sneekweek zu sein scheint. Der gesamte Aufbau des Films ist eine einzige Referenz auf das Genre, spielt mit Konventionen und fügt erzählerische „Überraschungen“ hinzu. Trotzdem kann diese Art von Film inzwischen kaum etwas Neues bieten. Scream hat nun mittlerweile schon zwanzig Jahre auf dem Buckel und wurde so oft referenziert, dass es bereits langweilig geworden ist ähnlich selbstreflexive Filme anzuschauen. Screamweek ist kaum innovativ. Der Film versucht verzweifelt, nicht an unsere Erwartungen anzuknüpfen und verwirrt das Publikum mehr als er es zu erschrecken vermag. Es sei denn, man hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten weder Scream, noch ähnlich selbstreferenzierende Slasher-Filme gesehen.

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  • Darsteller: Carolien Spoor, Jelle de Jong, Holly Mae Brood, Jord Knotter
  • Regisseur: Martijn Heijne
  • Format: Widescreen
  • Sprache: Niederländisch (DTS-HD 5.1), Deutsch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Englisch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: WVG Medien GmbH
  • Produktionsjahr: 2016
  • Spieldauer: 108 Minuten

Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von WVG Medien zur Verfügung gestellt.

 

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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