Sette note in nero / Die sieben schwarzen Noten

giallo Sette note in nero / Die sieben schwarzen Noten

Sette note in nero / Die sieben schwarzen Noten / Fulci

Oft als ‚Godfather of Gore‘ bezeichnet, ist Kult-Regisseur Lucio Fulci zweifellos am besten für seine grausamen Zombie Filme bekannt. Seine größten Errungenschaften sind allerdings, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, seine vergleichsweise unblutigen aber dennoch schaurigen und extrem eleganten Gialli aus den Siebzigern. Nach den brillianten Una Lucertola con la pelle di donna (aka A Lizard In A Womans Skin) von 1971 und Non Si Sevizia Un Paperino (aka Don’t Torture A Duckling) von 1972, folgte 1977 Sette Note In Nero (aka Seven Notes in Black/Murder to the Tune of the Seven Black Notes aka The Psychic), der auf meiner Liste der besten Fulci Filme ziemlich weit oben steht und überhaupt zu den ganz Großen des Giallo Genres gehört.

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Als Kind hat die hellseherisch begabte Virginia eine Vision vom Selbstmord ihrer Mutter und zwar genau in dem Moment, in dem diese den Freitod wählt und sich die Klippen von Dover hinunterstürzt. Als Erwachsene wird Virginia (Jennifer O’Neill), die erst kürzlich den wohlhabenden Francesco Ducci (Gianni Garko) geheiratet hat, immer noch von bedrohlichen Visionen heimgesucht. Eines Tages hat sie die beunruhigende Vision eines grausamen Mordes, in der eine Frau eingemauert wird…

Sette note in nero / Die sieben schwarzen Noten

Auf die Handlung möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, da dieser hervorragende Film von Beginn an mit cleveren Wendungen aufzuwarten weiss. Seven Notes in Black enthält keinen Sleaze und kaum Blut, ist dafür aber mit einem unglaublich faszinierenden und spannenden Plot ausgestattet. Dieser glänzt mit genialen Ablenkungsmanövern und unvorhersehbaren twists & turns, während die Aufnahmen in einem fürchterlich schönen und unsagbar gruseligen Stil gefilmt sind. Wie schon erwähnt enthält der Film wenig Blut und nur wenige grausame Szenen, doch die Ebene der Spannung ist sehr hoch und noch sehr intensiv dazu, denn bei Sette Note In Nero wird das Geheimnis um den Mörder erst ganz zum Schluss aufgelöst. Um sich den Clou nicht zu verderben, sollte man sich den englischen Trailer nicht vor dem Film ansehen, denn der nimmt, denke ich, schon zu viel von der Auflösung vorweg.

Sette note in nero / Die sieben schwarzen Noten

Eine faszinierende Handlung, eine wirklich eindringliche Atmosphäre und ein unheimlicher visueller Stil machen den Film zu einer der verlockensten GialloErfahrungen, die jemals auf den Bildschirm gebracht wurden. Der Soundtrack ist ein weiterer wahnsinnig brillianter Aspekt bei den Schwarzen Noten. Selten ist die Musik beim Aufbau von Spannung so überzeugend und zur gleichen Zeit so schön anzuhören. Vor allem das eindringliche Thema der Schwarzen Noten ist unglaublich gut angelegt; ich bin mir sicher Quentin Tarantino hatte gute Gründe dafür es bei Kill Bill einzusetzen. Zusätzlich konnte Fulci auf eine fantastische Besetzung zurückgreifen. Die hinreißende Jennifer O’Neill ist großartig als die originelle und sympathische Hauptprotagonistin Virginia, während Gianni Garko, den wir hauptsächlich aus vielen guten Spaghetti Western kennen, auch hier eine tolle Leistung abliefert. Gabriele Ferzetti hat eine vergleichsweise klein angelegte Rolle zu spielen, jedoch schon alleine seine Präsenz lässt den Bildschirm aufhellen. Ida Galli verkörpert die undurchsichtige Schwester Francescos wie üblich überzeugend und Bruno Corazzari ist in einem ganz kleinen Part als Stallbursche zu sehen.

Insgesamt kann ich keinen einzigen negativen Aspekt an diesem Film aufführenSette Note in Nero ist unglaublich spannend, echt gruselig, sehr elegant und einfach in jeder Hinsicht hervorragend. Kein Liebhaber des italienischen Horror- und Giallokinos kann es sich leisten dieses verlockende GialloJuwel, das ein weiterer Beweis dafür ist, dass Lucio Fulci ein echtes HorrorGenie war, zu verpassen!

Endlich gibt es auch eine deutsche Veröffentlichung, für die sogar extra eine deutsche Synchronisation angefertigt wurde (die, meiner Meinung nach, wirklich gut gelungen ist) und u.a einen sehr informativen Audiokommentar von Dr. Marcus Stiglegger enthält.

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Sette note in nero / Die sieben schwarzen Noten

Sette note in nero / Die sieben schwarzen Noten

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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1 Antwort

  1. Sebastian sagt:

    Wow den musst Du mir mal leihen