Shen quan da zhan kuai qiang shou / Das Todeslied des Shaolin

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Während der Ching Dynastie trat ein Mann besonders hervor. Es war der Japaner Hirezugo Jilo. Er wollte China erobern. Ohne die Hilfe der mächtigen Mandarine war das nicht möglich. Der Mächtigste der Mächtigen war Toerto, der große Mandarin. Jilo verstand es unauffällig und geschickt, eine Anzahl Samurais nach China in die Provinz Toertos einzuschleusen. Auf ihrem Eroberungszug durch China werden sie von chinesischen Patrioten gestoppt. Es kommt zu erbitterten und gnadenlosen Kämpfen. Viele werden getötet und nur wenige erreichen die Residenz von Toerto. Der Festungskommandant ahnt die Absichten der Samurais und schickt seine Nichte, Lady Feng, zu Yoshiohka, um ihn um Hilfe zu bitten. Auf dem Weg zur Grenze werden sie von Japanern in einen Hinterhalt gelockt und angegriffen. In letzter Sekunde kommt ihnen Shia Pailung zur Hilfe, sodass Lady Feng und einige ihrer Getreuen dem Gemetzel entkommen können. Ohne Erbarmen dringen die Samurais weiter in das Land vor und vernichten alles, was sich ihnen entgegenstellt. Nur ein Mann ist in der Lage, dem Gemetzel für immer ein Ende zu setzen: Shia Pailung, ein ehrenhafter und berühmter Kung Fu- und Karatekämpfer. (filmArt)

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Nachdem der ausgewaschene Kung-Fu Star Jimmy Wang Yu erfolgreich nach Taiwan ins Exil geschickt und so etwas wie der Ed Wood des Martial Arts Kinos wurde, verwirrte er viele Leute, indem er relativ klassische Elemente aus Material, in das er vormals involviert war, in seinen neueren Exploitation-Filmen wiederverwandte. In diesem Zusammenhang führt der englische Titel Return of the Chinese Boxer (1977) zu Verwirrung, denn der Film hat nicht viel mit Jimmy’s Rolle in dem prototypischen Basher The Chinese Boxer ( Wang Yu – Sein Schlag war tödlich aka Long hu dou) von 1970 zu tun. Das Todeslied des Shaolin stellt eher die verrückte Schwester von Duell der Giganten (Master of the Flying Guillotine aka Du bi quan wang da po xue di zi, 1976) dar, aus dem viele Requisiten, Schauspieler und Ideen für den ein Jahr später veröffentlichten Film übernommen wurden. Besonders der 12 minütige Rückblick auf das Martial Arts Turnier, der so gut wie keine Relevanz für den Plot hat aber klasse Kampfszenen liefert, erinnert stark an das offensichtliche Vorbild. Das Ganze funktioniert als Inszenierung eines Turniers sogar besser als in Duell der Giganten, da man verfolgen kann wie die seltsamen, mannigfaltigen videospielartigen Charaktere mit den ausgefallensten Waffen, im Turnier voranschreiten. Das Thema des Films lässt sich also so zusammenfassen: Ziemlich sinnlos … aber total cool!

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So betrifft der einzige einigermaßen verständliche Handlungspunkt eine Reihe von Ninjas, die versuchen einige chinesischen Generäle für sich zu gewinnen, um heimlich China zu infiltrieren und dort die Macht zu übernehmen.  Dem Rest des Plots ist nur schwer zu folgen, denn dies ist alles nur ein Vorwand für Jimmy Wang Yu durch die Lande zu reisen und Ninjas, böse Mönche, Muay Thai Kickboxer und Kung-Fu-Zombies zu verprügeln. Ja, es ist so genial, wie es klingt. Die Choreographien sind zwar „nur“ typisches Punch-Block Zeugs aus Mitte der 70er Jahre aber ziemlich genial inszeniert, vor allem wenn die vielen exotischen Waffen zum Einsatz kommen. Jimmy Wang Yu war zwar kein agiler Kämpfer mehr aber als Regisseur des Films hatte er die Macht die Spezialeffekte zu seinen Gunsten zu gestalten und sich „gottähnliche“ Fähigkeiten zuzuschreiben: Er läuft Wände hoch, balanciert auf den Klingen von tödlichen Waffen, besitzt perfekte Genauigkeit mit Wurfmessern, verfügt über einzigartig fantastisches Kung-Fu und wird allgemein als der Ehrfurcht gebietenste, unbesiegbarste Mann der Welt porträtiert. Galaktisch !!!

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Die Eröffnungssequenz von Das Todeslied des Shaolin zeigt wie Jimmy seinen Frust an einem Haufen von lebensgroßen Trainingspuppen auslässt und umreißt damit bereits die finale Konfrontation, die in einer Scheune stattfindet, in welcher etliche lebensgroße Puppen platziert sind, die Wang Yu „verdammt ähnlich“ sehen. Neben bestens bekannten Hieb- und Stichwaffen gibt es auch mehrere unterschiedliche Feuerwaffen zu bestaunen, wie zum Beispiel eine acht-läufige (!?) Flinte, die im Schlußkampf von Lung Fei „geschwungen“ wird, der in Wangs Epos Eine Faust wie ein Hammer (The Chinese Professionals / One-Armed Boxer aka Du bei chuan wang) von 1972 den geheimnisvollen Mann von Okinawa aka The Kung Fu Beast zum besten gab.

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Neben den bereits erwähnten Highlights des Films gibt es noch die Szene, in der drei Zombie-Kung-Fu-Kämpfer auferstehen und dabei deutlich an Mario Bavas Terrore nello spazio (Planet der Vampire, 1965) erinnern. Wie auch immer, die Handlung spielt in Shen quan da zhan kuai qiang shou keine große Rolle, der Film dreht sich viel eher um ein Kaleidoskop von kitschig-bunten Klischees, blutiger Gewalt, absurdem Editing und grotesk lachhaften Charakteren. Dies ist kein konventionell guter Film, aber er ist enorm unterhaltsam und effektiv inszeniert, was hauptsächlich die vielen tollen Kampfsequenzen betrifft.

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filmArt spendiert uns Das Todeslied des Shaolin als BluRay-Weltpremiere in einer neuen 2K-Abtastung und endlich auch im originalen 2,35:1 Cinemascope. Das Bild (1080p Full HD anamorph) ist gut restauriert worden und sieht klasse aus. Ich habe den Film jedenfalls in noch keiner besseren Verfassung gesehen. Beim Ton werden uns zwei Spuren (deutsch und englisch) in DTS-HD-MASTER AUDIO geboten, die beide gut verständlich und beinahe vollkommen rauschfrei sind. Der deutsche Ton kommt dabei jedoch ein kleines Bisschen besser weg. Untertitel sind keine zuschaltbar. Als Extras sind deutscher (HD) und englischer Trailer, eine Trailershow sowie eine unrestaurierte Fassung und ein von  Frank Faltin interessant verfaßtes 11seitiges Booklet vorhanden. Zusätzlich hat sich, wie beim filmArt Eastern Filmprogramm schon obligatorisch, noch ein „Easter-Egg“ als besonderer Bonus auf der Scheibe versteckt. Eastern-Fans kommen an dieser Veröffentlichung nicht vorbei. Der Plot hat zwar nicht viel zu bieten aber das können die vielen gelungenen und sehr unterhaltsamen Martial Arts Einlagen mehr als ausgleichen.

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  • Darsteller: Chan Kwun Tai, Chi Kwan Chin, Wong Dao, Ling Wong, Tsung Hua
  • Regisseur: Jimmy Wang Yu
  • Sprache: Deutsch (DD 1.0 Mono), Englisch (DD 1.0 Mono)
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
  • FSK: Nicht geprüft
  • Produktionsjahr: 1977
  • Spieldauer: 99 Minuten

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Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von filmArt zur Verfügung gestellt.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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