Shi san tai bao / Die 13 Söhne des gelben Drachen

Gegen Ende der Tang Dynastie gehen die 13 Söhne von Li Ke-Yung, Herrscher von Sha-To, gegen die Rebellen vor, die die Hauptstadt Changan besetzt haIten. Die 13 Söhne von Li Ke-Yung gelten als gefürchtete Gegner, sie alle sind mit tückischen und perfektionierten Kampftechniken gesegnet. Während der Zeit des Kampfes kommt es aufgrund mehrerer Befehle von Li Ke-Yung mehr und mehr zu Unruhen unter den Brüdern. Li Tsun-Hsin, eigentlicher Mitstreiter und Verbündeter von Li Ke-Yung, sieht im Streit der Brüder seine Chance die Tang Dynastie zu übernehmen. Mit einem hinterlistigen Plan und heimtückischen Fallen, will er die Brüder gegeneinander aufhetzen. (filmArt)

Als Chang Cheh Fan hat man sich an seinen Regiestil und die verschiedenen Nuancen seiner Filme gewöhnt. Man kennt die recht blutige Gewalt, „larger than life“ Charaktere und eine Vorliebe, jemanden zu töten, der den größten Einfluss auf die Handlung zu haben scheint. Doch auf die Achterbahnfahrt von Plot-Twists, Charakterverschiebungen und Todesfällen, die Die 13 Söhne des gelben Drachen auf Lager hat, ist man nicht vorbereitet. Von Beginn an zielt der Film auf den Ansatz eines epischen Krieges ab, aber es sind die endlosen Drehungen und Wendungen der Handlung, die diesen Film anstrengend machen … allerdings nur auf die angenehmste Art und Weise. Ein Kriegsherr (Ku Feng) hat seine dreizehn adoptierten Söhne als Generäle in seiner massiven Armee installiert. Unter dem jugendlichen Geist und der effektiven Führung des dreizehnten Sohnes (David Chiang) stellen die dreizehn Brüder eine Kraft dar, auf die man auf dem Schlachtfeld zählen kann, doch als sie einen Mordanschlag verhindern, sehen sie sich einem anderen Warlord gegenüber und haben zusätzlich mit Differenzen untereinander zu kämpfen – ein Umstand, der ihnen am Ende ihr Leben kosten könnte. Unter der sorgfältigen und energetischen Regie von Chang Cheh entstand mit Die 13 Söhne des gelben Drachen ein epischer Kampfkunstfilm vom Allerfeinsten. Eine All-Star-Besetzung, die vom charmanten David Chiang, dem starken Ti Lung und Ku Feng (in einem seiner besten Auftritte) angeführt wird, bringt diesem Film eine Fülle an unterschiedlichen Facetten, sodass man zu Beginn des Streifens in Bezug auf Charaktervorstellung zunächst einmal eine Menge zu schlucken hat. Trotz einer kurzen schriftlichen und gesprochenen Information über den Sachverhalt des Films muss man dann erstmal in ein Smorgasbord von verschiedenen Charakteren eintauchen. Für ein unvorbereitetes und ungeduldiges Publikum könnte dies schrecklich überfordernd sein. Der Fokus wird danach auf nur eine Handvoll der Generäle (und ihrem Vater) gerichtet, doch selbst dann scheint das Ganze noch ein wenig zu viel für diesen epischen Film zu verarbeiten zu sein. Mit einer Handlung, die sich auf den schachartigen Ansatz von zwei gegenüberstehenden Parteien mit Intrigen, Loyalitäten und Verrat konzentriert, ist bei The Heroic Ones schon eine Menge los und sollte man nicht bereit sein, sich sofort auf den Plot einzulassen, dann wird es schwierig werden überhaupt hineinzufinden.

Obwohl dies gegen den Film arbeitet, verkauft die rein charismatische Leinwandpräsenz der wichtigsten Protagonisten Shi san tai bao sehr gut. David Chiang, der doch ernsthaft weiße Pelzstiefel aus den Siebzigern trägt, bereichert den Film mit seinem patentierten Grinsen und kraftvollen Auftreten, doch es ist Ti Lungs herausragende Leistung, die allen anderen, vor allem in der beeindruckendsten und emotionalsten Sequenz des Streifens, die Schau stiehlt. Während Ti Lungs Charakter nicht gerade die beste Hintergrundgeschichte zu bieten hat (wenn überhaupt), macht das eine massive Kampfszene gegen Ende des zweiten Aktes, wo er seinen Vater beschützen muss, mehr als wett. Bis zu diesem Zeitpunkt muss der Bodycount bereits bei weit über hundert liegen (wer erklärt sich bereit da mal richtig mitzuzählen?). Chang Cheh lässt hier Aktion und Emotionalität vor dem epischen Hintergrund einer brennenden Festung aufeinanderprallen und das Ergebnis ist mehr als beeindruckend. Ohne zu viel verraten zu wollen, sogar diese intensive Schlachtsequenz kann einen der schockierendsten Tode (im Konzept und visuell), den ich je in einem Martial-Arts-Film gesehen habe, nicht überbieten. Es fällt einem förmlich die Kinnlade runter, da dies so sehr aus dem Nichts kommt und dem Publikum vollkommen überraschend um die Ohren gehauen wird. Sicherlich hat Die 13 Söhne des gelben Drachen in der zweiten Hälfte eher eine formelhafte Struktur und viele Charaktere bekommen nicht annährend genügend Entwicklung, wie es sinnvoll gewesen wäre, doch die Mischung aus den effektiven Action-Set-Pieces, der charismatischen Vorstellung der Hauptprotagonisten und den emotionalen Magenschlägen macht ihn trotzdem immer noch zu einem der besten Filme Chang Chehs. Ein Muss für Martial Arts Fans!

Die Nummer 8 der Shaw-Brothers-Collector’s-Edition ist da! filmArt veröffentlicht auch Die 13 Söhne des gelben Drachen in Form einer BluRay/DVD Combo, die wieder einmal über eine hervorragend saubere Bildqualität (2,35:1; 1080p/anamorph) verfügt. Der Ton bietet mit der deutschen (Neu- und Kinosynchro.) und der Mandarin drei Spuren, die allesamt gut klingen. Hierfür können deutsche Untertitel zugeschaltet werden. Als Extras beinhaltet die Combo ein Artbook mit dem kompletten deutschen Aushangfotosatz des Films, den Originaltrailer, der in High Definition daherkommen sowie noch weitere Trailer und eine Bildergalerie. Die Original deutsche Kino-&WA-Fassung kann auch in HD abgespielt werden. Ach ja, an ein Wendecover mit alternativem Covermotiv (deutsches Kinoplakat) ist ebenfalls gedacht worden. Chang Cheh bringt dem geneigten Martial-Arts-Fan mit Die 13 Söhne des gelben Drachen einen epischen, emotionalen, harten und blutigen Kung-Fu-Film, der voller Überraschungen ist. Bei diesem tollen Streifen und dieser äußerst gelungenen Veröffentlichung bleiben beinahe keine Wünsche offen, weswegen die Combo in keinem Sammlerregal fehlen darf!

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  • Darsteller: David Chiang, Chin Han, Ti Lung, Lily Li, Ku Feng
  • Regisseur(e): Chang Cheh
  • Format: Limited Collector’s Edition, Widescreen
  • Sprache: Mandarin (DTS HD), Deutsch (DTS HD)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
  • FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Studio: filmArt
  • Produktionsjahr: 1970
  • Spieldauer: 125 Minuten

 

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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