Silk – Eiskalt und gnadenlos

Schauplatz Honolulu: Polizei-Inspektorin Jenny Sleighton ist Silk: Die hübscheste, draufgängerischte und erfolgreichste Polizistin der Stadt. Ihre lebensgefährlichen Einsätze gegen Heroin-Dealer und andere Gewaltverbrecher erledigt sie mit Vorliebe im Alleingang. Bei einem dieser Einsätze kommt sie einem brutalen Killer-Duo auf die Spur. Zwei ausgeflippte Vietnam-Veteranen erledigen gewissenlos und mit tödlicher Präzision jeden Auftrag. Trotz der Warnungen ihres Freundes verfolgt Silk die beiden im Dschungelkrieg gestählten Ex-Legionäre und entdeckt ein schockierendes Geheimnis. (Starlight Video)

Dieser „direct-to-Video“ Film der philippinischen Exploitation-Ikone Cirio H. Santiago aus den späten 80er Jahren ist insgesamt als ziemlich mies zu bezeichnen, doch versteht es der Streifen dennoch wirklich gut, Fans von schlechten Filmen bestens zu unterhalten. Der Plot dreht sich um Drogenschmuggel sowie gestohlene Identitäten toter Hawaiianer und präsentiert sich hoffnungslos verschachtelt aber nicht auf eine coole, The Big Sleep – Art und Weise. Die amerikanische Schauspielerin Cec Verrell verkörpert Jenny „Silk“ Sleighton, eine knallharte Polizistin aus Honolulu, die nach ihren eigenen Regeln spielt. Silk und ihre Partner Yashi (Joe Mari Avellana) und Brown (Fred Bailey, der auch das Drehbuch verfasst hat) gehen gegen den Drogenring des Verbrecher-Lords Austin (Peter Shilton) vor, während sie zwei Attentätern (einschließlich eines enorm übertrieben spielenden Nick Nicholson) aus dem Weg gehen müssen, die von jemandem engagiert wurden, der nicht so ist, wie er vorgibt zu sein.

Silk nimmt sich auch Zeit für Tändeleien mit ihrem Kapitän (Bill McLaughlin), wobei es jedoch keine Nacktheit zu bestaunen gibt (bizarr für einen von Roger Corman veröffentlichten B-Film) und Santiago sowieso nur wenig oder gar kein Interesse am T & A-Potenzial zu zeigen scheint. Dafür gibt es eine ganze Menge an Gewalt, Schießereien, Explosionen und Verfolgungsjagden zu betrachten, darunter eine durch ein Einkaufszentrum mit einem Kino, in dem Antonio Margheritis I sopravvissuti della città morta (Die Überlebenden der Totenstadt, 1984) gezeigt wird. Manila vermag es überhaupt nicht Honolulu überzeugend rüberzubringen, doch selbst die philippinische Hauptstadt liefert eine bessere Leistung ab, als die leblose, zombieähnliche Verrell. Sie stellt zwar eine schreckliche Schauspielerin dar, versteht es aber mit Action-Sequenzen umzugehen, auch wenn sie durch die umständliche Garderobe, mit der sie ausgestattet wurde, behindert zu sein scheint.

Der obligatorische, klassische Tod eines Dummys ist genauso vorhanden, wie die lächerlich gefälschten Hawaii-Nummernschilder an allen Autos (aber hey, zumindest gab man sich Mühe!) und dem rockigen Pat Benatar (für die 80er extrem typischen) Titelsong („Don’t push your luck too far / Silk’s gonna getcha no matter where you are / You’ll never get away / From Siiiiiiillllk!“). Die Nebenbesetzung besteht aus einem wahrem Wer-ist-wer der philippinischen Exploitation-All-Stars: Joe Mari Avellana, Frederick Bailey, Nick Nicholson, Henry Strzalkowski, Mike Monty, Joseph Zucchero, David Light, Don Gordon Bell, Berto Spoor, Eric Hahn und der allgegenwärtige Vic Diaz. Verrell tauchte als nächstes in Santiagos Eye of the Eagle (Jungle Force, 1987) und dem Roddy Piper-Kultfavoriten Hell Comes to Frogtown (The Hunter, 1988) auf. Es überrascht kaum, dass nie ein Star aus ihr wurde, während sie in den 80er und 90er Jahren eine Menge an TV-Gastauftritten hatte (L.A. Law – Staranwälte, Tricks, Prozesse; HunterCheersMatlockAkte X: Die unheimlichen Fälle des FBIWings/ÜberfliegerNew York Cops: NYPD BlueMord ist ihr HobbyEmergency Room: Die Notaufnahme) bevor sie sich 2001 von der Schauspielerei zurückzog.

Silk war anscheinend irgendwo erfolgreich genug, um Silk 2 – Hart wie Seide, Sanft wie Stahl zu rechtfertigen, der 1989 herauskam. Regie führte wieder Santiago, doch Monique Gabrielle (Das Frauenlager; Bachelor Party) übernahm die Rolle der Silk. Silk ist totaler Müll, billig gemacht und schrecklich gespielt, kein essentieller Santiago, aber angenehm sowie vergnüglich anzusehen, wenn man mit seinen Filmen vertraut ist und weiß, was einen erwartet.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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3 Antworten

  1. Stefan sagt:

    da sieht man mal wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. Ich mag SILK sehr gern, klar hat er seine Schwächen und Macken, aber da gibt es weitaus noch schlimmere Filme.

  2. Bluntwolf sagt:

    Im ersten und letzten Absatz wird doch erwähnt, dass der Film „angenehm sowie vergnüglich anzusehen“ ist … abgesehen von aller Häme 😉

  1. 15. Juni 2020

    […] des Films bei, während unsere Charaktere, verstärkt mit der toughen Centinella (Cec Verrell aka Silk, die man sogar Oben-ohne zu sehen bekommt) durch das Ödland in Richtung ihres Zieles, Frogtown, […]

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