Söldner des Todes / Horror Safari / Invaders of the Lost Gold

Söldnerfilme

Tief im Dschungel der Philippinen haben drei Japanische Offiziere Gold versteckt, welches sie im 2. Weltkrieg geraubt hatten. 36 Jahre später ermordet Rex Larson die Offiziere, um so an eine Karte zu gelangen, in der das Versteck eingezeichnet ist. Mit dem Geld eines Millionärs wird eine Expedition ausgerüstet, um das Gold zu bergen. Doch es stellt sich heraus, dass einer der Gruppe die anderen eiskalt umlegt, um das Gold für sich alleine zu haben…

1945 wird eine Gruppe japanischer Soldaten von Kannibalen angegriffen, während sie irgendwo im philippinischen Dschungel ein Vermögen in Gold verstecken wollen. Sechsunddreißig Jahre später spürt der heimtückische Schatzsucher Rex Larson (Edmund Purdom) die Überlebenden der damaligen Expedition auf. Selbstverständlich will er mindestens einen von ihnen dazu überreden, ihm die Karte gegen 50% Anteil an der Beute auszuhändigen. Nachdem der erste Mann versucht ihn zu töten und der zweite sich selbst das Leben nimmt, überzeugt Larson schließlich Tobachi (Harold Sakata), sich der Suche anzuschließen. Allerdings besteht sein Finanzier Douglas Jefferson (David De Martyn) darauf, zusammen mit seiner unermüdlich fröhlichen Tochter Janice (Glynis Barber) und seinem Leibwächter Cal (Woody Strode) an der Reise in den Dschungel teilzunehmen. Jefferson fordert außerdem den temperamentvollen Alkoholiker Mark Forrest (Stuart Whitman) als Führer zu engagieren, da es ja immer eine gute Idee darstellt, einen streitsüchtigen Betrunkenen mitzunehmen, um die kniffligen Kletterpartien im Dschungel bewältigen zu können.

Auch bekannt unter dem Titel Invaders of the Lost Gold, wurde dieses billig vergnügte Getümmel im Dschungel vom berüchtigten, weltberühmten „Trash“-Mogul Dick Randall produziert, der einen Cameo-Auftritt als schmutziger alter Mann in dem Strip-Club hat, in dem das Publikum zum ersten Mal auf Mark trifft. Verglichen mit fiesen, frauenfeindlichen italienischen Kannibalen-Thrillern repräsentiert Horror Safari eher einen seltsam altmodischen, grenzwertig gutmütigen Abenteuer-Quickie, der mit „reißerischem“ Sex und Blut gespickt wurde. Neben den glücklosen Matinee-Idolen Stuart Whitman und Edmund Purdom, hat sich Randall noch eine saftige Exploitation-Besetzung von vergangenen bzw. vergessenen Größen und Leuten, die niemand kennt, an Board geholt. Schaut her Kinder, da ist Harold Sakata, der Bond-Bösewicht Odd-Job aus Goldfinger (1964), der hier einen Karate-Experten spielt, der gar kein Karate anwendet. Woody Strode, Veteran aus den John Ford Western, trägt einen lächerlichen Hut. Glynis Barber, zukünftiger Star der Achtziger-Cop-Serie Dempsey & Makepeace (1985-86), bekommt einen „and introducing“ Kredit, obwohl sie diesen Film wahrscheinlich lieber vergessen würde.

Mit der Euro-Sexsirene Laura Gemser ist ein weiterer Star (oder so etwas Ähnliches) auf dem Abstieg mit auf die Reise gegangen. Warum sich Mark dafür entschieden hat, gerade ihren Charakter mit in den Dschungel zu nehmen, wird nie ganz klar, es sei denn, er hätte sich vorher Nackt unter Kannibalen (1977) angesehen und dachte, dass sich die Geschichte wiederholen könnte, mit der Chance flachgelegt zu werden. Doch Mark ist kein solches Glück beschieden, da Gemsers Figur Maria in der Nähe eines Wasserfalls beim Nacktbaden unter enorm mysteriösen Umständen (die niemals aufgeklärt werden) ums Leben kommt. Trotzdem scheint sich jede Frau in der Umgebung unwiderstehlich zu Mark hingezogen zu fühlen (da er von den beiden äußerst attraktiven Damen Barber und Gemser aus unerfindlichen Gründen ständig angeschmachtet wird), obwohl er vom Alkohol aufgedunsen sowie übernächtigt aussieht und nicht in der Lage ist zu entscheiden, ob sein Akzent britisch oder amerikanisch klingen soll. Der in Neuseeland geborene Regisseur Alan Birkinshaw trödelt mit Kneipenschlägereien und kitschigen Dialogen durch die Kulissen, um den Einstieg in den Dschungelwahnsinn zu verzögern, wobei der Film sehr wenig Nervenkitzel und dafür einiges an Seifenopern-Nebenhandlungen zu bieten hat. Die Tonaufnahme ist als besonders schlecht zu bezeichnen, da mindestens zwanzig Prozent von Whitmans Dialog von einem anderen Darsteller synchronisiert worden sind, während Woody Strodes Stimme aus unerklärlichen Gründen vollständig ersetzt wurde.

Birkinshaw war ein ehemaliger Rodeo-Reiter, dessen Karriere zwischen „trashigen“ Horrorfilmen wie Killer’s Moon (1978) und klassischen Musikdokumentationen wie The Best of Gilbert and Sullivan (1983) und An Orchestral Tribute to the Beatles (1983) hin und her schwankte. Er arbeitete schließlich für einen anderen Sultan des Schlocks, Harry Allan Towers, an Remakes von Ten Little Indians (Death on Safari, 1989) und Masque of the Red Death (Die Maske des roten Todes, 1991). Rex Larson verschwindet kurz nach einem mutmaßlichen Krokodilangriff, während ein mysteriöser Killer damit beginnt, die Schatzsucher einen nach dem anderen zu ermorden. Sakata wird die Kehle durchgeschnitten und Strode fällt aus einem ziemlich dämlichen Grund von einer Seilbrücke. Wann immer es zu einem Mord kommt, entscheidet sich Birkinshaw für eine Superzeitlupen-, Bild-für-Bild-Technik, die nur noch zur allgemeinen Absurdität beiträgt. Mucho-Macho Stuart Whitman bleibt letztendlich am Leben, sieht aber oftmals so aus, als wünschte er sich tot zu sein. Bemerkenswert ist, dass er diese ganze Tortur drei Jahre später in der etwas lebhafteren Neuverfilmung Treasure of the Amazon (Das Geheimnis des blauen Diamanten, 1985) noch einmal durchmachte.

Special Features:

Rumble In The Jungle – Interview with Director Alan Birkinshaw
• Outtakes from Machete Maidens unleashed with Director Alan Birkinshaw and wife of producer Dick Randall, Corliss Randall
• Site Exclusive Slipcover

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  • Aspect ratio: 1.85:1
  • Audio: English Mono with Closed Caps
  • Region Free

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Filmliebhaber aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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