Space Pirate Captain Harlock

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Nach dem erfolglosen Versuch fremde Galaxien zu besiedeln, herrscht seit geraumer Zeit ein unerbittlicher und blutiger Krieg um das Recht auf Rückkehr zur Mutter Erde, die von der unberechenbaren „Gaia Sanction“ regiert wird. Der legendäre Weltraumpirat Captain Harlock und seine Crew rebellieren gegen die skrupellosen Machenschaften der neuen Regierung. Mit ihrem Raumschiff, der „Arcadia“, stellen sie sich gegen den Ministerrat und kämpfen für einen Neuanfang zum Wohle der Menschheit. Die „Gaia Sanction“ sieht dadurch ihre Vormachtstellung bedroht und so schleust Flottenführer Isora seinen Bruder Yama auf die „Arcadia“, um den gesetzlosen Captain Harlock endlich zur Strecke zu bringen. Doch je mehr Zeit Yama an Bord des Raumschiffes verbringt, desto größer werden die Zweifel an seiner Mission und auf welcher Seite er tatsächlich steht. Hat die „Gaia Sanction“ wirklich nur gute Absichten? Und ist Captain Harlock wirklich so gefährlich wie alle behaupten?

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Die Handlung ist einfach gestrickt und hat nichts mit der TV-Serie aus den 70er und 80er Jahren, die uns Arcadia und die Endlose Odyssee näher brachten, zu tun. Es scheint so als wären die Japaner noch nie so richtig daran intresseiert gewesen eine einheitliche Kontinuität oder Mythologie jeglicher Art fortzuführen, während sie sich eher darauf konzentrieren „nur“ die Atmosphäre der Vorlage zu rekreieren. Natürlich ist der Plot trotzdem mit den gleichen Grundzutaten einer typischen Captain Harlock Geschichte ausgestattet: Er ist ein Pirat, ein Ex-Kapitän eines Militärschiffes, das er in einem früheren Krieg, den er verloren hat, führte. Er kämpft für die Freiheit und für die Erde (diesmal ist nicht nur Harlock von der Erde verbannt, sondern alle Menschen, die auf diese zurückkehren möchten), sein lieber Freund Toshio ist tot und seine Crew besteht aus Ausgestoßenen unter denen sich auch seine rechte Hand Key und seine linke Hand Yattaran befinden.

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Die Hauptantagonisten sind die Gerontokraten der Gaia-Koalition, die die Menschheit einst von der Erde verbannten, da es auf dem Planeten keinen Platz mehr für Rückkehrer gibt. Hierbei gibt es einige Verweise auf die Überalterung der Bevölkerung und den Niedergang der Zivilisation, welche neue und interessante Elemente der Geschichte darstellen und sicherlich aktuelle Themen unserer Zeit nicht nur in Japan, sondern auch in Europa widerspiegeln. Ohne zu viel spoilern zu wollen, die Geschichte macht relativen Sinn, bis auf das Ende, wo etwas unklar ist: auf der einen Seite scheint es, als wäre eine kosmische Regeneration im Gange und Yama wird das Kommando übergeben (der hier, wie in der Original-Serie, wie ein junger“ Harlock aussieht) aber auf der anderen Seite scheint es so, als wäre der ursprüngliche Plan Harlocks gar nicht weiter ausgeführt worden!?

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Die Inkarnation der Arcadia ist wirklich cool gelungen, das CGI auf allerhöchstem Niveau. Die Schiffe der Koalition haben einen schönen Retro-Stil verpasst bekommen, die sehr an Alien erinnern. Wie gewohnt schafft CGI es nicht Menschen realistisch zu porträtieren: Harlock und Yama schauen ein wenig wie Big Jim Figuren aus, Key auf der anderen Seite, die ja eine Frau ist, sieht einer echten Schauspielerin schon ähnlicher. Am besten sieht allerdings die Alienfrau aus, viel besser als alles, was wir in Camerons Avatar gesehen haben. Das Charakter- und Kostümdesign basiert auf ursprünglichen Entwürfen Matsumotos, also Männer und Frauen sind schlank und ätherisch dargestellt, die Frisuren sind angenehm 70er (Key sieht wie ein skandinavisches Modell der damaligen Zeit aus). Es ist immer wieder überraschend, was die Japaner mit einem Budget von nur 30 Millionen Dollar machen können. Sollten die amerikanischen Regisseure und Hollywood-Manager diesen Film sehen, werden sie dabei noch ein oder zwei Dinge lernen können.

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Abschließend bleibt festzuhalten, ich mochte den Film. Im Vergleich zu dem Hollywood-Mist-Fest, das wir in den letzten Jahren beobachten müssen ist Space Pirate Captain Harlock ein Meisterwerk. Die Schwachpunkte bestehen aus den traditionellen Matsumoto“ Schönheitsfehlern: einem gewissen Mangel an Konsistenz, keine wirkliche Beziehung zu den anderen Medien und abweichender Plot. Wer jedoch mit ihm vertraut ist und auch im Allgemeinen die Welt der japanischen Anime kennt, muss damit umgehen können. Ich kann den Film jedenfalls nur jedem ans Herz liegen, der Anime oder Manga mag, denn er ist nicht nur visuell ein echtes Erlebnis.
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  • Format: Widescreen
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Japanisch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Universum Film GmbH
  • Erscheinungstermin: 22. August 2014
  • Spieldauer: 115 Minuten

 

 

 

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Diese BluRay sowie das Bildmaterial wurde freundlicherweise von universum film zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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