Special Correspondents

Was tut man nach einem langem Tag, der Kopf qualmt, der Magen knurrt, die Füße sind schwer. Man wirft sämtliche Pläne über den Haufen, an der Watchlist zu arbeiten, oder den BluRay Stapel anzugehen, und sehnt sich nach einem spontanen hirnlosen Quatschfilm um etwas abschalten zu können. Vorhang auf für Special Correspondents, der neuen Satire von Ricky Gervais auf Netflix.

Der Radioreporter Frank Bonneville (Eric Bana) und sein Techie Finch (Ricky Gervais) sollen nach Ecuador fliegen um dort über einen ausbrechenden Bürgerkrieg zu berichten. Nachdem Frank vorher noch unwissentlich mit Finchs Frau schläft, wirf Finch doch tatsächlich Reisepässe und Tickets versehentlich in den Müll. Was also tun? Sie ziehen gegenüber der Radiostation in eine Dachgeschosswohnung ein, und senden, hinterlegt mit Soundeffekten, ihre falschen Reportagen aus Ecuador an die Redaktion. Was kann schon schiefgehen? Jede Menge, immerhin tobt dort ein Krieg, und so werden die beiden „entführt“ und zu nationalen Helden. Doch so einfach kommen die beiden da nicht raus, und müssen ins echte Ecuador um sich da herauszuwinden…..

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Insgesamt hinterlässt einen der Film durchaus mit einem Schmunzeln, aber um es vorweg zu nehmen, der große Wurf ist das (mal wieder) nicht. Neben den nutzlosen Adam Sandler Komödien die bei Netflix unter Vertrag produziert werden (The Ridiculous Six, The Do-Over) sieht ein Ricky Gervais Film zwar wie Oscar-Material aus, aber das macht es noch nicht wirklich gut. Man muss den leicht missmutigen Humor des Briten schon sehr mögen, um dem Film komödiantische Absichten abkaufen zu können. Dabei ist die Prämisse des Films durchaus was wert und auch mutig, aber so richtig ausgereizt wird auch sie nicht. Am lustigsten sind eigentlich fast schon die beiden Restaurantbesitzer bei denen die Radioleute kurzzeitig Asyl suchen.

Special Correspondents

Gervais schafft es  zudem nicht, einen Film zu tragen. Das wird auf Charakterebene durchaus auch auf die Schippe genommen. Er ist ein wenig gutaussehender, unauffälliger, leicht dicker „under-achiever“ den keiner wirklich ernst nimmt, im Film vor allem nicht seine Frau. Eric Bana muss sich auch gefragt haben, was mit der Branche los ist, und er so tief sinken muss, vom coolen Delta Force Scharfschützen in Black Hawk Down zu einem flachen Radiomoderator. Ich persönlich denke ja, der hat seit einiger Zeit kein gutes Material mehr bekommen bzw. keinen Regisseur der ihn mal so richtig ausreizt. Nun denn, die beiden sind als Team auch deshalb wirklich keine Glanzpartie. Der ganze Subplot um seine Frau Eleanor (Vera Farmiga) und die Mitarbeiterin Claire (Kelly Macdonald) scheint dann auch nur so eine Ausrede, das ganze in eine Romanze zu drehen, was auch nicht so ganz klappen will. Also auch das Drehbuch lässt viel zu viele Lücken offen. Doof eigentlich, entblößt sich der Film nach kurzer Recherche ja doch nur als Remake.

Was bleibt ist eine flache, nicht super lustige, billige aber gleichzeitig überproduziert wirkende, Komödie, die man wirklich nicht gesehen haben muss, aber ansehen kann wenn man denn will. Auf Netflix.

Trailer:

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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