Stadt in Panik / Paura in città / Hot Stuff

Kommissar Murri wird beauftragt eine gefährliche Bande von Kriminellen, die aus dem Gefängnis ausgebrochen ist, wieder einzufangen. Murri ist ein Mann, der nicht viel auf Subtilität setzt, in ständigem Bruch mit seinen Vorgesetzten steht und beschließt den Fall auf seine ganz eigene Art und Weise zu lösen.

Kurzinhalt inkl. Spoiler !!!

Rom. Zwölf Häftlinge fliehen aus dem Regina Coeli Gefängnis. Unter ihnen befinden sich der Mörder Alberto Lettieri (Raymond Pellegrin) mit seiner Bande und (gezwungenermaßen) der alte Giacomo Masoni (Cyril Cusack), ein ehemaliger Eisenbahnbeamter, der wegen Sterbehilfe verurteilt wurde. Der Kommissar, der diesen Fall übernehmen soll ist Murri (Maurizio Merli), der von seinen Kollegen geachtet, von den Richtern aufgrund seiner gewalttätigen Methoden jedoch abgelehnt wird. Bei zwei Raubüberfällen gelingt es Murri fünf der Flüchtigen auszuschalten (er nimmt sie entweder fest oder tötet sie). Daraufhin befragt er Masonis junge Nichte Laura (Silvia Dionisio, in die er sich selbstverständlich verliebt) und entdeckt dabei eine Spur, die zu Lettieri führt. Denn aller Wahrscheinlichkeit nach wollen die Banditen Masoni dazu benutzen, um an eine Ladung Banknoten im Wert von mehreren Milliarden Lire heranzukommen, die mit dem Zug von Mailand nach Rom geschickt und dort vernichtet werden sollen. Nach einer Schießerei mit Lettieris Männern, die mit deren Tod endet, soll Murri eigentlich vom Dienst suspendiert werden, doch der Polizeichef gewährt dem Kommissar noch zwei Tage, um den Verbrecher zu stellen. Letztendlich gelingt es Murri, Lettieris Coup zu verhindern und ihn sowie seine Komplizen über die Wupper zu schicken.

Als eine Art Fortsetzung von Giuseppe Rosatis vorherigem poliziotteschi La polizia interviene: ordine di uccidere! (Die linke Hand des Gesetzes, 1975) gedacht, aus dem die Charaktere des Kommissar Murri und seiner beiden Assistenten stammen, stellt Stadt in Panik ein Vehikel für Maurizio Merli dar, der sich damals auf der Spitze seiner Popularität befand. Dem Film war jedoch nicht der große Erfolg beschieden, den sich die Macher erhofft hatten, denn der Streifen wurde zusammen mit Napoli violenta (Camorra – Ein Bulle räumt auf) veröffentlicht und spielte nur halb so viel ein wie sein Konkurrent. Anders als Umberto Lenzis Film leidet Stadt in Panik unter seiner formelhaften, gleichgültigen Herangehensweise, denn Merli tut äußerst wenig, um einer Figur ein wenig Leben einzuhauchen, die er eigentlich wie eine zweite Haut trägt und kommt dabei einer Selbstparodie gefährlich nahe. Murri redet zu viel, mit Einigem an ungeschickt überdrehten Dialogen. An einem Punkt lässt er sogar verlauten, er leide an cupio dissolve, ein Satz, über den das Publikum damals wahrscheinlich laut gelacht hat. Kommissare kennen sich wohl mit Waffen aus, allerdings nicht mit Latein. Auch die erzählerischen Zweckmäßigkeiten, wie etwa die gewaltvollen Rückblenden in Zeitlupe, in denen sich Murri an die Ermordung seiner Frau erinnert – was Bettis Hintergrundgeschichte betrifft, wurden einige Details aus dem ersten Film angepasst – sind ähnlich schlecht durchdacht worden.

Das soll jetzt nicht heißen, Stadt in Panik sei völlig frei von Ironie. Giuseppe Pulieris Drehbuch beginnt damit, dass Murri – der von Rom in eine Provinzstadt versetzt wurde, etwas, was sich auch in Zukunft wiederholen sollte – in einem Fluss fischt und den Polizeibeamten (der ihn wieder in die große Stadt holen soll) fragt: „Kannst Du Fisch zubereiten?“ und als Antwort bekommt „Nein, Herr Kommissar. Außerdem haben wir von der Polizei nie große Fische an der Angel…“ In der englischen Version antwortet der Polizist „Nein, Herr Kommissar. Außerdem reagiere ich allergisch auf Fisch.“ Wie Pulieri sich erinnert, war der ausführende Produzent Carlo Lizzanis Neffe Marcello, während die Produktionsfirma Triomphe Film nur einen weiteren Titel produzierte, nämlich Lizzanis Dokumentarfilm bzw. TV-Miniserie Africa nera, Africa rossa (1978).

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  • Alterseinstufung: ‎ Freigegeben ab 16 Jahren
  • Regisseur:‎ Massi, Stelvio, Ausino, Carlo, Rosati, Giuseppe
  • Medienformat: ‎Blu-ray
  • Laufzeit: 6 Stunden und 51 Minuten
  • Darsteller: Merli, Maurizio, Hilton, George, Mason, James
  • Untertitel: ‎Deutsch, Englisch
  • Studio:‎ Koch Media GmbH

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Filmliebhaber aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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