Stone

Als ein Undercover-Cop (Ken Shorter) eine Motorradgang von Gesetzlosen (angeführt von Sandy Harbutt) infiltriert, muss er mit 7000 U/min auf kreischendem Stahl einen Vollgas-Höllenritt durch Sex, Gewalt und Down-Under-Rache überleben.

Eine Gruppe von Umweltschützern hält ein Treffen in einem Park ab und während ihr Anführer gegen Strände verschmutzende, korrupte Großunternehmen schimpft, taucht eine Rockergang namens Grave Diggers auf und verspottet die Aktivisten, wird von diesen aber ignoriert. Einer der Rocker, Toad (Hugh Keays-Byrne), ist voll auf LSD, stolpert in die Menge, wankt dann zum nahe gelegenen Rathaus und landet schließlich auf dessen Dach. Dort erspäht er einen Attentäter, der ein Gewehr auf den Sprecher richtet, den Abzug drückt und ihn mit mehreren Schüssen tötet. Toad ist sich aufgrund seines Trips jedoch nicht richtig sicher was er gesehen hat und verschweigt sein Erlebnis gegenüber den Gangmitgliedern. Doch plötzlich wird einer nach dem anderen der Rockerbande umgebracht. Könnte etwa Toads mögliche Zeugenschaft der Grund dafür sein?

Stone stellt einen wichtigen Film im großartigen Programm des australischen Exploitation-Kinos dar, sowohl wegen der Darstellung von Sex und Gewalt, als auch aufgrund seiner unliebsamen Handlung, die das Establishment seines Heimatlandes zwar entsetzt haben mag, aber vom Rest der Bevölkerung hungrig (auf Nervenkitzel) angenommen wurde. Der Streifen repräsentiert gleichzeitig Sandy Harbutts einzige Regiearbeit, für den es sich um ein Projekt gehandelt hat, bei dem er zudem die Funktion des Produzenten, des Co-Autors (gemeinsam mit Michael Robinson), eines Hauptdarstellers (er spielt The Undertaker, den Anführer der Rockerbande) und sogar des Produktionsdesigners abdeckte.

Nicht, dass dies eine One-Man-Show gewesen wäre, doch in seiner Arbeit steckt eine Menge an Liebe sowie Mühe, was sich in gewissem Maße auch auszahlt. Schade, dass der beste Teil des Films nur aus den ersten zehn Minuten besteht, wobei der Rest jedoch auch nicht gerade als unansehbar bezeichnet werden darf. Es ist nur so, dass nichts dem Chaos gerecht werden kann, welches man während dieser Eröffnungssequenz zu sehen bekommt, denn da dreht es sich nicht nur um das Attentat, das die Biker in große Schwierigkeiten bringt, sondern auch um die Ermordung von drei von ihnen: Einer wird von einem über die Straße gespannten Draht geköpft, ein weiterer in die Luft gesprengt und beim spektakulärsten Mordanschlag von allen wird einer der Rocker von der Straße abgedrängt und stürzt mit seinem Motorrad von einer hohen Klippe ins Meer (der legendäre australische Stuntman Peter Armstrong übernahm diesen Job, der noch immer als absolut umwerfend beschrieben werden muss).

Doch lasst uns erstmal beim Plot bleiben, in dem die Grave Diggers von – Schrecken aller Schrecken – einem Polizisten, dem Stone des Titels (Ken Shorter), infiltriert werden. Der soll nämlich herausfinden wer für die Rockermorde verantwortlich ist und den oder die Täter verhaften. Stone lässt also ein eigentlich sehr gutes Leben hinter sich, um bei den Bikern mitzumachen, wobei die zunächst äußerst skeptisch sind, ob er ihnen letztendlich mehr schaden als helfen wird, bis sie mit einer Armbrust beschossen werden. Ehrlich gesagt hätte der Film noch mehr Mordversuche vertragen können, denn nach einer Weile wird bereits klar, dass es vor dem großen Finale auf einem Friedhof keinen weiteren mehr geben wird. Das Publikum darf dann in der Zwischenzeit viele Sequenzen darüber bestaunen, was es bedeutet, ein Grave Digger zu sein.

Dieser mittlere Teil enthält einige Actionszenen, einschließlich solch auffälliger Sequenzen, in denen die Crew eine Kamera an der Vorderseite eines Motorrads befestigt hat und den Stuntman so schnell wie möglich durch die Küstenstraßen rasen lässt: Das Ganze soll Stones „Aufnahmeprüfung“ darstellen, in der er seinen Wert beweisen soll, obwohl er ein Cop ist. Normalerweise würde man niemals darauf kommen, dass Stone ein Polizist ist, wenn er nicht ein paar Minuten lang Ermittlungen durchgeführt hätte und am Ende seine Pflicht tun müsste. Natürlich handelt es sich dabei nicht um das richtige Ende, während der Film in einer gewagten Anti-Polizei-Botschaft gipfelt, um aufzuzeigen, dass sich die Grave Diggers in ihrem Streben nach persönlicher Gerechtigkeit oder ihrem Leben auf der Straße vor niemandem beugen. Das mag seiner Zeit geschuldet sein, gestaltet sich aber für ein Publikum des 21. Jahrhunderts eher nur bedingt unterhaltsam, vor allem weil die Höhen des ersten Akt nicht wieder erreicht werden können.

Special Features:

• The Making of STONE
• Deleted And Extended Scenes
STONE Forever
NOT QUITE HOLLYWOOD Extended Interviews
• Make Up Tests
• Slideshow with commentary by director Sandy Harbutt
• Trailer
BONUS DISC: CD Soundtrack

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Aspect ratio: 1.85:1
Audio: English Mono
Run time: 99 minutes
Closed Captions
Region Free

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  • Rated:‎ Suitable for 18 years and over
  • Language:‎ English
  • Director:‎ Sandy Harbutt
  • Run time: 1 hour and 39 minutes
  • Actors:‎ Vincent Gil, Hugh Keay-Byrne, Helen Morse
  • Subtitles: ‎English
  • Studio:‎ 88 Films

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Filmliebhaber aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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