Strike Commando 2 / Heroin Force / Trappola Diabolica

Michael Ransoms Truppenführer in Vietnam, Vic Jenkins, wird von Terroristen gefangen genommen, die als Gegenleistung für seine Freilassung Diamanten im Wert von zehn Millionen Dollar fordern. Michael, der sich nur ungern vom lokalen tough-girl Rosanna Boom unterstützen lassen möchte, wird vom C.I.A. losgeschickt, um Jenkins zu befreien und seinen heroinschmuggelnden Entführern ein Ende zu setzen. Doch längst ist nicht alles so, wie es scheint.

Irgendwie gelang es dem Produktionsteam die Vertragsunterzeichnung von Superstar Richard Harris für diese Fortsetzung des hoch infektiösen Strike Commando klar zu machen, der nach den Ein Mann, den sie Pferd nannten Filmen vielleicht auf eine weitere erfolgreiche Filmreihe hoffte!? Eventuell konnte man ihn sogar zu der Annahme bringen, dass er in der europäischen Version von Rambo II Der Auftrag auftreten würde, oder vielleicht musste er auch einfach nur eine Bar-Rechnung bezahlen. Was auch immer der Grund sein mag, Regisseur Mattei muss seinen üblichen Denkprozess für das Filmemachen neu formuliert haben, da der Ton des Endprodukts von schlicht dumm, selbst nach seinen illustren Maßstäben, zu halbwegs ernsthaft wechselt, wenn auch immer Richard Harris auf dem Bildschirm auftaucht.

Der Film beginnt mit Brent Huff, dem Ersatzstar für Reb Brown, der einen Albtraum in Vietnam noch einmal erlebt. Sein Vorgesetzter Richard Harris hilft ihm allerdings aus der Klemme, während Explosionen und Schüsse um sie herum nur so knallen. Das Einstellen der Parameter für den Stil des Films, zusammen mit der männlichen Macho-Bindung zwischen den beiden Hauptdarstellern, lehnt sich sofort stark an die bekannte Eröffnungssequenz von Apocalypse Now an, doch man weiß sogleich, dass wenn dieses Drehbuch in Wirklichkeit von Claudio Fragasso stammt, es nach einem richtig schlechten Drehbuch riecht!

Doch schon bald betritt der Film vertrautes Territorium, wenn Richard Harris‘ Charakter Vic Jenkins nach dem Krieg verschwindet, um dann von Huffs Soldatenpersönlichkeit Michael Ransom noch lebend entdeckt zu werden. Er spürt Jenkins auf, nur um dann zu sehen, wie er von einer russisch unterstützten Miliz entführt wird, die stark an der Drogenproduktion im Dschungel Burmas beteiligt ist. Die CIA will ihren angesehenen pensionierten Offizier zurück und ist bereit das Lösegeld in Diamanten zu zahlen, wie von den Entführern gefordert. Selbstverständlich tritt Brent Huff als der Mann auf, der Vic Jenkins rauspaukt. Die Mission stellt für Ransom eine Chance dar, Jenkins eine Ehrenschuld zurückzuzahlen, der einst sein Leben rettete und außerdem sein Freund ist. Mit Richard Harris abseits der respektvollen Pflichten des Thespianers kann Bruno Mattei dann das liefern, was er am besten kann. Die Action nimmt Fahrt auf und der Spaß setzt ein, wenn Brent Huff beginnt das alberne Geschehen zu dominieren, an das man sich aus dieser Kombination von B-Filmschulungen schon eher gewöhnt hat.

Wenn die Barbesitzerin Mary Stavin als Rosanna Boom vorgestellt wird, erhält sie die Möglichkeit Karen Allens ausgelassene Figur der Marion Ravenwood direkt aus Jäger des verlorenen Schatzes bestmöglich zu interpretieren. Es dauert dann auch nicht lange bis sie und Huff zusammen mit dem erforderlichen russischen Bösewicht gegen eine Gruppe von Ninjas kämpfen, die alle auf wahnsinnig absurde Art und Weise dargestellt werden. Brent Huff tut sich dann mit der nervig lauten Stavin zusammen, die nur noch von der wirklich schrecklichen Musik übertroffen wird, die wie eine sehr amateurhafte Varieté-Präsentation im Hintergrund spielt. Gemeinsam, mit den Diamanten bewaffnet, entdecken sie nicht nur den Aufenthaltsort von Richard Harris, sondern auch die aufschlussreiche Wahrheit hinter dem gesamten Szenario. Folgerichtig wird dann das Lager für Arzneimittelproduktion im wahren Rambo-Stil zerstört.

Abgesehen von seiner damaligen Karriere, ist das einzig andere, was die Fehlbesetzung von Richard Harris zu töten bekommt, ein großer Käfer, was den charismatisch unterbelichteten Huff ganz allein für den Verlust eines gesamten Regenwaldes verantwortlich macht. Der gesamte Stil des Films ist Mattei zu verdanken, da die Hintergrundkulisse wunderschön eingefangen wurde und Star Brent Huff sehr gut in seine Rolle passt. Er scheint energetisch in der Lage zu sein, alle seine eigenen Stunts auszuführen und sogar ohne die Notwendigkeit eines Drehbuchs zu agieren.

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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