Surrounded – Tödliche Bucht / Frenzy

Eine Gruppe von Abenteuer Vloggern chartern ein Flugzeug um damit illegal auf eine abgelegene thailändische Bilderbuchinsel zu fliegen. Kaum in der Luft zerreißt es ihnen die Maschine und sie stürzen ins Meer. Kaum im Wasser sind sie auch schon von 3 adipösen weißen Haien umzingelt, die sich zum Ziel gesetzt haben alles und jeden zu fressen der in ihrer Nähe ist.

Ich muss gestehen, dass man mich mit Hai Filmen fast immer bekommt. Als ich 5 Jahre alt war machten meine älteren Cousins während einer Familienfeier einen Der weiße Hai Marathon und da man ja nicht uncool wirken wollte schaute man die Filme eben mit. Dies hatte zur Folge dass ich 3 Wochen lang nicht schlafen konnte und bis zum heutigen Tag keinen Fuß ins Meer setzte. Seit diesem Erlebnis hab ich eine sehr ausgeprägte Faszination für Haie entwickelt und Jaws (1975) ist einer der wenigen Filme die bei mir mehrmals im Jahr im Player landen. Das dürfte allerdings nicht sehr verwundern, denn mit Der Weiße Hai setzte Steven Spielberg neue Maßstäbe in Sachen Suspense und hob die Art des Filmemachens auf ein neues Level. Somit könnte man Jaws eigentlich als die Geburtsstunde des modernen Blockbusterkinos bezeichnen. Bei so einem Erfolg ließen die ersten Nachahmungstäter natürlich nicht lange auf sich warten und es folgten 3 eher durchschnittliche bis grottenschlechte Fortsetzungen in der eigenen Franchise, sowie Filme wie Mako – Die Bestie (1976) oder Shakka – Bestie der Tiefe (1989), bei denen der kommerzielle Erfolg allerdings ausblieb und die Kritiken eher dürftig waren. Man wurde zwar erfinderisch und tauschte den Hai gegen andere Meeresbewohner mit scharfen Zähnen aus wie in Orca– Der Killerwal (1977) oder Barracuda (1978), aber auch diese Filme wurden von der Kritik nicht gut aufgenommen und wurden stets als billige Jaws Kopien abgestempelt (Was mir gerade im Fall von Orca – Der Killerwal ein Rätsel ist, da dieser ein audiovisuelles Meisterwerk ist). Lange Zeit war es um den Hai-Film ruhig geworden bis dann 1999 (Stirb Langsam 2 Regisseur) Renny Harlin mit Deep Blue Sea einen Überraschungshit landete der zwar keinen weiteren Hai-Boom auslöste, das Genre aber kurzzeitig wiederbeleben sollte. Zudem war es die Geburtsstunde des CGI-Hais, doch zu diesem Thema kommen wir später. Mit den Low Budget Filmen Open Water (2004) und The Reef (2010) folgen 2 weitere gute Vertreter des Genre, wobei gerade ersterer trotz seines geringen Budget ultra realistisch wirkt und in Sachen Spannung nicht zu geizen weiß. Dank der (oder eher verursacht durch die) Mockbuster Billo-Produktionsgesellschaft The Asylum sind Haifilme heutzutage wieder in aller Munde, geschuldet durch inszenatorischen Dünnschiss wie Mega Shark vs. Giant Octopus (2008) oder der allseits bekannten Sharknado Reihe die 2013 startete und mittlerweile 5 Fortsetzungen bekommen hat. Doch zwischen all der Grütze gesellen sich immer mal wieder wirklich spannende und beachtliche Genrevertreter dazu, wie beispielsweise The Shallows (2016).

Als ich gelesen habe, das ein neuer Hai-Thriller das dunkle Licht der Heimkino Säle erblickt, war ich als Hai-Fetischist natürlich erst mal aufgeregt. Nachdem ich dann den Namen des Regisseurs gelesen habe hielt sich die Vorfreude allerdings in Grenzen, denn die Rede ist von keinem geringeren als Jose Monesinos. Dieser zeichnet sich nämlich verantwortlich für den 2020 erschienenen Hai PTSD „Thriller“ From the Depths, was mit unter einer der schlechtesten Filme war die ich in den letzten Jahren sehen durfte. Billige CGI Effekte, beschissene Schauspieler, zu ernst für einen Trash Film, zu trashy für ein Filmdrama. Aber man soll ja jedem eine 2. Chance geben und tatsächlich kann man sagen dass Surrounded wesentlich mehr richtig macht als sein Nachfolger (Tatsächlich ist Surrounded schon 2018 erschienen aber erst nach From the Depths für das deutsche Heimkino ausgewertet worden) und auch inszenatorisch anständiger gedreht ist. Aber macht ihn das jetzt zu einem guten Film?

Die Antwort ist definitiv NEIN! Fangen wir mit der Story an: Eine Gruppe Social Media Vlogger, allen voran die gutaussehende Paige, finanzieren sich ihr Dasein durch Abenteuertrips quer durch die Welt, die sie immer und zu jeder Zeit mit ihren Fans zu Hause vor den PCs und an den Smartphones teilen, welche durch ihr Anklicken der Videos wiederum die kostspieligen Reisen der Vlogger finanzieren. Nun hat die Gruppe ein Flugzeug gechartert um auf eine einsame Insel in Thailand zu reisen. Da diese Aktion nicht legal ist muss der Pilot unter Radar fliegen um nicht entdeckt zu werden und auch er versucht den jungen Leuten noch einmal ins Gewissen zu reden und klärt sie auf, wie gefährlich das Unterfangen ist. Doch wie dumme junge Menschen eben so sind, lassen sie sich von ihrem Vorhaben nicht abbringen und setzen Kurs auf die Insel. Nun kommt es wie es kommen muss und die Maschine stützt ins Meer und zwar genau in das Jagdterritorium von 3 weißen Haien. Diese fangen natürlich prompt an die Vlogger einen nach dem anderen zu dezimieren bis nur noch Paiges Schwester Lindsey übrig zu bleiben scheint, die es dann mit den 3 adipösen Fischen ganz alleine aufnehmen muss.

Meiner Meinung nach braucht ein guter Hai-Thriller nicht unbedingt eine gut durchdachte Story, solange er durch eine dichte Atmosphäre überzeugen kann. Jedoch hat Surrounded weder das eine noch das andere. Denken wir doch an Jaws, wo man den Hai in der ersten Hälfte des Films kaum bis gar nicht zu sehen bekommen hat oder an Open Water, der die Angst durch das erzeugt hat was wir nicht sehen. In Surrounded allerdings überschlagen sich die Dinge alleine schon in den ersten 10 Minuten nach Ankunft im Wasser. Und wenn wir dann das erste Mal diese 3 aufgeblasenen grottenschlecht animierten CGI Haie sehen ist die Luft leider schon für den Rest des Films draußen. Es wäre mir auch neu, dass der weiße Hai im Rudel jagt. Der Film geizt aber generell nicht an Logiklöchern. Zudem fällt es auch schwer eine spannende Atmosphäre zu generieren wenn man alle 3 Minuten eine Rückblende einschiebt, die die Vlogger hinter der Kamera zeigt. Kein Mensch interessiert bei so einem Film die Liebes- und erste Welt Probleme von 5 privilegierten Youtube Influencern. Die Schauspielerischen Leistungen der B und C Darsteller machen dies natürlich nicht besser und es fällt einem sehr schwer Sympathie mit den Charakteren aufzubauen. Als dann Kahaia kurz vor ihrem Ableben versucht die labil wirkende Lindsey aufzubauen und von ihren Kriegserlebnissen während ihrer Zeit bei der Armee erzählt sind mir beide Hoden in den Bauch zurückgewandert.

Ziemlich schnell wird klar, dass wir es hier mit einer One-Woman-Show zu tun haben. Die zerbrechliche und labil wirkende Lindsey, die im Angesicht des Todes binnen weniger Minuten zum MacGyver des Shark-Survival mutiert und es gegen 3 übergewichtige weiße Alpha-Haie aufnehmen muss. Wenn man sich bis dahin damit abgefunden hat, dass man in einem Hai Trash-Film gelandet ist und es schafft sich darauf einzulassen kann der Film dann doch noch Spaß machen, denn die Hai Tötungs-Szenen sind so saudumm und unrealistisch, dass einem schon mal ein Schmunzeln über die Lippen rutschen kann. Bemerkenswert ist auch wie viel sich der Film bei seinen Genrevorgängern zusammengeklaut hat. Ganz deutlich erkennt man hier Anleihen aus The Shallows, aber auch Jaws wird hier gerne mal zitiert. Abschließend könnte man sagen, für Fans von gut gemachtem Hai-Horror nicht zu empfehlen, für Anhänger von Sharknado und Co. sicherlich einen Blick wert.

Bei Busch Media Group im Shop kaufen. Bei Amazon kaufen oder streamen

  • Seitenverhältnis: ‎16:9 – 1,78:1
  • Alterseinstufung: ‎Freigegeben ab 16 Jahren
  • Regisseur: ‎Jose Montesinos
  • Medienformat: ‎Breitbild
  • Laufzeit: 1 Stunde und 25 Minuten
  • Darsteller: Gina Vitori, Aubrey Reynolds, Taylor Jorgensen, Russell Geoffrey Banks
  • Untertitel: ‎Deutsch
  • Sprache: ‎Deutsch, Englisch DTS-HD 5.1
  • Studio: Busch Media Group

Diese Blu-Ray wurde uns freundlicherweise von Busch Media Group zur Verfügung gestellt.

Mike

Mike ist leidenschaftlicher Teilzeitcineast und hat sich auf die freizügigere Art des Bahnhofskinos spezialisiert. Von Porn Chic und dem Pinku Eiga der 70er bis hin zum aktuellen erotischen Kinos nimmt er die verruchtesten Filme unter die Lupe.

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.