Terminator 2: Tag der Abrechnung / Terminator 2: Judgment Day

Zehn Jahre sind seit den Ereignissen des ersten Terminators (Arnold Schwarzenegger) vergangen, als Sarah Connor (Linda Hamliton) erneut mit der Gefahr aus der Zukunft konfrontiert wird. Ein neuer Terminator (Robert Patrick) ist auf die Erde zurückkehrt, der den jungen John Connor (Edward Furlong) eliminieren soll, bevor er eines Tages zum Anführer des menschlichen Widerstandes gegen die Terrorherrschaft der Maschinen aufsteigt. Sarah tut alles, um ihren Sohn zu schützen, und sie ist nicht allein: ein umprogrammierter Terminator der alten Generation mit dem Auftrag John um jeden Preis zu beschützen, steht ihr zur Seite. (StudioCanal)

In der gesamten Filmgeschichte gibt es, wenn überhaupt, nur wenige Fortsetzungen, die so viele Unterschiede aufweisen, wie James Camerons Terminator 2: Judgement Day. Als vielleicht größter Nachfolger eines Films mit bescheidenem Budget kam T2 am 3. Juli 1991 in die Kinos, um intensiver Prüfung, unglaublichem Hype und kolossalen Erwartungen ausgesetzt zu sein. Der Film bestand seine vielen Tests und lieferte eine perfekt ausgewogene Geschichte, bahnbrechende Spezialeffekte und wundervolle schauspielerische Leistungen ab, während er gleichzeitig zur Überlieferung des Terminator-Universums beiträgt, die im ersten Film etabliert wurde, ohne seine Integrität zu beeinträchtigen. Bis 1991 war The Terminator zu einem Liebling der Fans geworden, ganz zu schweigen von dem Film, der den Beginn einer Reihe von Megahits markierte, die von Regisseur James Cameron angeleitet wurden und ihn zu fast beispiellosen Höhen als einen der führenden und bankfähigsten Regisseure der Branche führen würden.

Dennoch war es Terminator 2, der seine Karriere festigen und den Weg für Titanic (1997) ebnen würde, dem Film, der alle Kassenrekorde schlagen und diese Auszeichnung mehr als ein Jahrzehnt nach seinem Kinostart immer noch innehaben sollte. Von allen Streifen in Camerons Repertoire repräsentiert T2 jedoch möglicherweise den wichtigsten. Obwohl es sich nicht um seinen Film mit dem höchsten Einspielergebnis oder vielleicht sogar seinen besten Film überhaupt handelt (Konkurrenz stellen Aliens von 1986 und der Original Terminator dar), wird Camerons T2 immer als ein Film in Erinnerung bleiben, der das Kinoerlebnis neu definierte, indem er schillernde und innovative Spezialeffekte, ein intensives Tempo sowie eine unglaublich intelligente Geschichte ablieferte und Hollywood-Legende Arnold Schwarzenegger in seiner karrierebestimmenden Rolle aufweisen konnte.

In der Zukunft führen die Maschinen Krieg gegen die Menschheit. Gesteuert von einem leistungsstarken und somit enorm mächtigen Supercomputer namens SkyNet, wurde ein Cyberdyne Systems Model 101 (oder T-800) Terminator (Schwarzenegger) ins Jahr 1984 zurückgeschickt, um Sarah Connor (Linda Hamilton), die Mutter des zukünftigen Anführers des menschlichen Widerstands, John Connor, zu eliminieren. Da dieser Terminator einst scheiterte, schickt SkyNet erneut einen Terminator in die Vergangenheit, dieses Mal ein fortgeschrittenes Modell, bekannt als T-1000 (Robert Patrick), um John (Edward Furlong) zu töten, während der noch ein Junge ist. Doch auch der Widerstand ist erneut in der Lage einen Krieger zu entsenden, der seinen Anführer in der Vergangenheit beschützen soll. Dabei handelt es sich um ein umprogrammiertes T-800 Modell, dieselbe beeindruckende Maschine, die SkyNet bereits 1984 geschickt hatte, die diesmal aber vom T-1000 übertroffen wird, einer Maschine, die sich in fast jedes organische Material ähnlicher Größe umwandeln kann. Der T-1000 kann sich nach „Verletzungen“ sofort wieder regenerieren (quasi neu zusammensetzen) und seine Struktur „verformen“, um diverse Stichwaffen oder Ähnliches zu bilden. Mit Sarah, John und dem T-800 auf der Flucht vor dieser scheinbar unaufhaltsamen Macht wird die Entscheidung getroffen, nicht vor der Zukunft davonzulaufen, sondern ihr direkt entgegenzutreten, in der Hoffnung, den Aufstieg der Maschinen verhindern zu können.

Mit Terminator 2 liefert Regisseur James Cameron den Inbegriff des Blockbuster-Action-Films ab, ein Referenzstück, das die Fantasie anregt, eine qualitativ hochwertige Geschichte erzählt (die sich enorm actionreich gestaltet), ansteckende Dialoge bietet, viele diverse Emotionen einfängt und das Erbe seines Vorgängers weiterführt. Auch die damals hochmodernen Spezialeffekte gingen neue Wege, die sich 30 Jahre nach dem Debüt des Films noch immer sehen lassen können. Der Film bewegt sich zudem – recht geschickt – auf einem schmalen Grat zwischen grausiger Gewalt und zahmen Action-Segmenten. T2 scheut nicht vor stark visuell sowie grafisch inszenierter Gewalt zurück. Dennoch überschreitet er nie die Grenzen des guten Geschmacks, was den Streifen zwar nicht unbedingt familienfreundlich gestaltet, jedoch einen herrlichen Realismus übernehmen lässt, wobei darauf verzichtet wird diesen ohne Vorbehalte zu porträtieren. Was sich als genauso wichtig erweist, ist, dass die Action ebenso knallig, wie gekonnt inszeniert wurde und mit viel Abwechslung in den Kategorien Waffen, Schauplätze und Choreografien unterwegs ist.

Obwohl in erster Linie ein Actionfilm, versteht es Terminator 2 überraschend gut mehr zu sein, als „nur“ eine Ansammlung von umherfliegenden Kugeln und donnernden Explosionen. Der Film hat einen erstklassigen Plot zu bieten, der von seiner Gewalt eingerahmt wird und der Action somit Gewicht, Bedeutung und Unmittelbarkeit verleiht. Obwohl die Zeitreise-Thematik oft für bestenfalls passables und im schlimmsten Fall kopfschüttelndes Material sorgt, gelingt es T2 ein komplexes Thema im Kontext der Geschichte gut funktionieren zu lassen. Als äußerst bemerkenswert ist außerdem Brad Fiedels wundervolle Musik zu bezeichnen, die die Geschichte selbst zu erzählen scheint, während sie sich entfaltet.

Wenn Terminator 2 einen erkennbaren Fehler aufweisen sollte, liegt dieser nicht im Film selbst verborgen, sondern in seiner Verbreitung innerhalb der Populärkultur. Es kommt nämlich irgendwann eine Zeit, in der ein Film einen Sättigungspunkt erreicht, einen Punkt, an dem er etwas von seinem Glanz und seiner Größe verliert und zwar nicht, weil der Film schlechter eingestuft wird als er ursprünglich bewertet wurde, sondern aufgrund einer einfachen Reizüberflutung. Der Film hat einen Punkt erreicht, an dem er zu dem Franchise geworden ist, wobei der erste und der dritte Streifen mit Sicherheit nur noch als nachträgliche Gedanken erscheinen, während der erste wohl den überlegeneren Film darstellt. Von der Veröffentlichung von Terminator Salvation (Terminator: Die Erlösung, 2009) konnte man nur hoffen, dass sie ähnlich wie die TV-Serie Terminator: The Sarah Connor Chronicles (Terminator: S. C. C., 2008-2009) etwas dringend benötigtes Leben eingehaucht bekommt und eine neue Perspektive auf das Terminator-Universum zu bietet hat. Ein Bereich, in dem der Heimvideomarkt tatsächlich von T2 profitiert hat, ist die Möglichkeit, den Film in einem extended cut zu präsentieren, der ähnlich wie die längere Fassung von Camerons Aliens zur Handlung beiträgt und einige zusätzliche Details hervorhebt, ohne den Fluss des Films zu unterbrechen.

Terminator 2 hinterlässt ein bleibendes Vermächtnis, sowohl als Eckpfeiler in einer mittlerweile aus vielen Filmen bestehenden Serie, als auch als Benchmark-Actionfilm, der sich fast so frisch und verlockend gehalten hat, wie am Tag seiner Kinoveröffentlichung. Obwohl einige Filme, sowohl vor, als auch nach der Veröffentlichung die Intensität der Action, den Wert der Geschichte oder die Qualität der Spezialeffekte übertreffen mögen, gelingt es nur wenigen das gesamte Spektrum einzufangen und auf ganzer Linie so wie Terminator 2 zu glänzen. Seltsamerweise besteht der einzige Nachteil des Films in seiner massiven Verbreitung, die anscheinend einen breaking point erreicht hat, an dem unzählige Heimvideo-Veröffentlichungen die Magie des Films – leicht – gemindert zu haben scheinen.

Bonusmaterial:

  • Dokumentation „T2: Reprogramming the Terminator“ mit exklusiven Interviews mit Arnold Schwarzenegger, James Cameron, Edward Furlong und vielen anderen
  • 2 Audiokommentare von James Cameron & Co-Autor William Wisher und von Cast & Crew
  • Making of
  • Geschnittene Szenen
  • „Die Suche des T-1000“ und „Die Zukunftssequenz“ (wahlweise mit Audiokommentar)
  • Trailer

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  • Seitenverhältnis:‎ 16:9 – 2.40:1
  • Alterseinstufung:‎ Freigegeben ab 16 Jahren
  • Regisseur: Cameron, James
  • Medienformat: Breitbild, 4K
  • Laufzeit:‎ 2 Stunden und 17 Minuten
  • Darsteller: Schwarzenegger, Arnold, Hamilton, Linda, Furlong, Edward, Patrick, Robert, Berkeley, Xander
  • Untertitel: ‎Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
  • Sprache: ‎Deutsch (DTS-HD 7.1), Englisch (DTS-HD 5.1), Französisch (DTS-HD 5.1), Deutsch (DD Stereo)
  • Studio: ‎StudioCanal

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Die Discs zu dieser Edition sowie das Bildmaterial wurden uns freundlicherweise von StudioCanal zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Filmliebhaber aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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