The Challenge

The Challenge (aka Wenn er in die Hölle will, laß Ihn gehen) ist ein Actionfilm von 1982 von dem viele noch nie gehört haben. Dabei ist der Film von keinem geringeren als French Connection Regisseur John Frankenheimer, und kann mit den Hauptdarstellern Scott Glenn (The Keep) und Toshiro Mifune (Die Sieben Samurai) aufwarten. Der Film hat eine etwas bewegtere TV und VHS Geschichte hinter sich und liegt erstmals ungekürzt von Explosive Media auf DVD vor. Eine Rarität also… und dazu auch eine gute.

The Challenge

Das Samurai-Schwerter-Paar „The Equals“ (ein Alternativtitel des Films)  wird von Generation zu Generation vererbt. Eines der beiden Sammlerstücke ging während des 2. Weltkriegs verloren, taucht aber  nach langer Suche in Kalifornien wieder auf. Während Hideo, ein Sohn des alten Yoshiida, ein Konzernchef wurde, und eines der Schwerter schon im Besitz hat, wartet der rechtmäßige Erbe, der andere Bruder Yoshida-san (gespielt von Mifune) darauf, sein Erbe anzutreten. Er schickt jemanden nach Kalifornien um das Schwert zurück zu bringen. Der abgehalfterte Boxer Rick (Scott Glenn) wird engagiert um bei der Schmuggelaktion zurück nach Kyoto zu helfen. Schon sind die Schergen von Toshio hinter ihnen her. In Kyoto beginnt ein Katz und Maus spiel um das Schwert. Rick verliert sich in der örtlichen Kultur und will letztendlich die Kampfkunst von Yoshida-san lernen, doch Hideo ist nach wie vor hinter dem Schwert her, und ob Rick zu trauen ist, muss sich erst noch herausstellen.

Es ist in gewisser Weise auch ein Kampf zwischen dem alten, traditionellen Japan, und dem neuen, korporatistischen, welches Frankenheimer in diesem Film heraufbeschwört. Traditionelle Werte, Legenden und Familienrechte prallen auf die Macht von Firmenchefs, Privatarmeen und Bestechung. Die Welt der 80er also, als Hollyood begann, mit der Invasion japanischer Elektronikgeräte umzugehen. The Challenge ist dabei mehr als ein Video-Film aus den 80ern mit etwas Action-Szenen. Ganz im Gegenteil. Über weite Strecken ist der Film relativ Action-los und verliert sich teilweise gar in den Wandlungsprozess von Rick. Der Film ist ein Mash-Up aus 80er Action 60er Samurai Filmen und  70er Krimi. Den Lernpfad den Rick beschreitet auf dem Weg zum Aikido Kämpfer wird verkompliziert mit seiner Zuneigung zu Yoshiida-sans Tochter, seinem zweifelhaften wirtschaftlichen Hintergrund, und damit der Frage wie stark seine Motivation vom Geld geleitet ist, und der Beziehung zwischen den Zwei Brüdern, bei denen man sich nicht sicher sein kann wie viel ihnen diese Schwerter am Ende wirklich Wert sind.

The Challenge

Scott Glenn hat wohl sein Leben lang keine wirklich herausragenden Hauptrollen gespielt für der zumindest der Mainstream ihn wertschätzen würde. Aus Hollywood ist er allerdings nicht wegzudenken. Ob als tougher Cowboy oder drahtiger Soldat, Glenn ist ein alter Hase. Ich finde Rick ist hier nicht unbedingt die Glanzrolle, auch hat man den ganzen Film unter nicht das gefühlt, einen Schauspieler im Zenith seiner Karriere zu sehen. Dennoch ist es eine solide Performance und handwerklich auch durchaus beeindruckend, Glenn beim Schwertkampf zu sehen.

Toshiro Mifune ist natürlich eine Legende. In den 80ern kann der alte Meister schon auf mehrere Jahrzehnte legendärer Schauspielerei zurück blicken. Immerhin ist Sieben Samurai aus den 50ern. Er spielt den alten Yoshida-san ruhig und anfangs durchaus belanglos, erst im Laufe des Films wird klar welche zentrale Rolle er einnimt und wie emotional seine Verbindung sowohl zu Rick als auch zu den Schwertern wird. Auch hier jedoch vermisst man etwas Feuer, vielleicht ist es ja Frankenheimer, der es nicht schafft, eine besondere Beziehung zwischen Zuschauer und Rollen herzustellen, jedenfalls vermisst man etwas Dreidimensionalität.

The Challenge DVD

John Frankenheimer, wo wir beim Thema sind. Richtig berühmt wurde er unter anderem durch The French Connection, doch auch später hat er, zum Beispiel mit Ronin, klasse spannendes Kino geschaffen. Mich selbst hatte damals die French Connection ja nicht umgehauen, aber es war ein Meilenstein spannenden Krimikinos. The Challenge erschien in einer eher weniger umtriebigen Phase seiner Karriere. Man merkt dem Film an, wie sich Frankenheimer nicht so recht zwischen Actionfilm, Martial Arts Film oder Drama entscheiden konnte. Der Film ist daher eher etwas unbalanciert. Die Musik von Jerry Goldsmith ist passend, man merkt aber auch hier dass der Film nicht gerade oberste Priorität künstlerischen Schaffens einnahm.

Die DVD von Explosive Media bringt den Film zum ersten mal ungeschnitten in unsere Heimkinos. Das Bild sieht recht gut aus, und auch der Ton ist völlig in Ordnung. Außer Bildergalerien, Trailer und TV Spots bietet die Disc allerdings keine weiteren Extras. Was bleibt ist ein wirklich unterhaltsamer Actioner mit dem „Rarität“ Siegel auf einer wirklich guten DVD. Fans und Neugierige können hier getrost zugreifen. Ich hatte jede Menge Spaß dieses Kleinod kennen zu lernen.

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

1 Antwort

  1. Bluntwolf sagt:

    Tja, der Film kann einen nicht gerade vom Hocker hauen, ist aber dennoch ok und hat seine Momente…