The Hotel New Hampshire

The Hotel New Hampshire

The Hotel New Hampshire ist ein Familiendrama von Tony Richardson (The Border) aus dem Jahr 1984 mit Rob Lowe, Jodie Foster und Beau Bridges in den Hauptrollen.

Enthält Spoiler. Der Film erzählt von Familie Berry; die Eltern (Bridges und Lisa Banes) haben sich im Gastgewerbe kennen gelernt und erfüllen sich den Traum vom eigenen Hotel in dem sie eine alte Schule kaufen und restaurieren. Schon früh wird die Großfamilie von derben Schicksalen gebeutelt. Erst kann Tochter Frannie (Jodie Foster) nur mit Müh und Not von Sohn John (Rob Lowe) und einigen anderen aus einer Gruppenvergewaltigung durch den miesen Chip (Matthew Modine) und seiner Entourage befreut werden. John, der sich durch Football mühsam beliebt macht aber nicht sehr lebenserfahren ist, lässt sich von Opa Iowa (Wilford Brimley) coachen, doch der stirbt kurz nach dem Familienhund an einem Herzinfarkt. Der Plan ist nun, das Hotel zu verkaufen und nach Wien zu ziehen, wo Freud (Wallace Shawn), ein alter Freund des Vaters, eine Pension aufgemacht hat. Als der Verkauf glückt, reist eine Hälfte der Familie vor, doch die Mutter und der kleinere Sohn Egg (Seth Green) kommen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Die kleinere Tochter Lilly (Jennifer Dundas) wird das später in einem erfolgreichen Buch verarbeiten, während der Rest der Familie die neue Pension schmeißt, laufen sie Chip dort auf der Straße über den Weg, und zum Inventar der Pension gehören auch Susie, eine hübsche Frau im Bärenkostüm (Nastassja Kinski) und einige linke Terroristen, darunter Miss Miscarriage (Amanda Plummer)….

The Hotel New Hampshire

The Hotel New Hampshire ist ein etwas seltsamer, sich teilweise improvisiert anfühlender, schlecht ausbalancierter Film, der ein wenig was von Altman hat. Jedenfalls ist Altman der Name den ich im Kopf hatte, denn Materie und Stil finde ich stark von ihm beeinflusst. Dabei hätte Altman wohl mehr Fingerspitzengefühl bewiesen, mit all diesen krassen Themen die der Film berührt: Inzest, Vergewaltigung, Selbstmord, Terrorismus, Kommunismus, Bullying, die Liste an sensiblen Themen ist lang, die hier teilweise eher leichtherzig als Tenenbaum-artige Familienbiografie erzählt wird.

The Hotel New Hampshire

Den Roman von John Irving kenne ich nicht. Er muss vertrackt gewesen sein. Richardson erlaubt sich zwar keine zu krassen Kontroversen, wie sie sich z.B. Bertolucci erlaubt hätte (und in 1900 hat) bei diesem Stoff, aber dieses Oszillieren zwischen heiter und ernst gelingt ihm nicht besonders. Eine viel zu junge Foster wird, wie schon bei Taxi Driver, in dahingehend fragliche Sujets altersungemäß zweckentfremdet, man kauft es ihr schließlich auch nicht ab. Eher noch Lowe, der in jungen Jahren hier entsprechend den Coming-of-Age Aspekt verköpert. Nicht zuletzt die diversen Nebenrollen bereichern den ansonsten etwas wirren Film, der sicherlich etwas Herz und Stimmung mitbringt, aber lose zusammengeschustert daherkommt und schwer verdaubar bleibt.

The Hotel New Hampshire

Für Filmnerds übrigens ganz interessant: in einer der Szenen die in Wien spielen, sieht man ein Filmplakat des empfehlenswerten Elke Sommer Films Die Hölle von Macao, dann noch ein Poster von Die Tote von Beverly Hills (ein Film mit Heidelinde Weis, die bis vor zehn Jahren noch im TV aktiv war, gedreht von Michael Pfleghar, der in den 60ern und 70ern alles mögliche gemacht hatte, Wie verführt man einen Playboy mit Peter Alexander nur als Beispiel) und eins von Adrian Hovens Austro-Giallo Der Mörder mit dem Seidenschal. Ein weiteres konnte ich nicht identifizieren, da es von einer Pflanze verdeckt ist.

Die BluRay die bei noch-Koch Films erscheint, firmiert zwar als Special Edition, bietet aber nicht recht viel mehr als den Film in HD und SD und (da bin ich mir nicht mal sicher) ein Booklet.

The Hotel New Hampshire

Die Bildqualität ist einigermaßen solide, auch wenn die Farben nicht immer sehr gut abgestimmt sind (für Laien: wenn rot fast wie eine knallig neon Verkehrsampel leuchtet dann stimmt was nicht, gleiches gilt für grüne Wiesen die aussehen wie saure Apfelringe). Zumeist ist das Material gut repräsentiert und sowohl Kontrast als auch Details ausreichend. Zu viel sollte man sich aber nicht erwarten, es ist eine etwas leblose Präsentation, immerhin ein Quantensprung weg von was auch immer man vielleicht noch vom TV kannte.

Der Ton klingt in Ordnung, auch die Dialogverständlichkeit ist gut. Da der Film eher dialoglastig ist und sonst wenig, ist das wichtig und gleichzeitig braucht man ansonsten von der Tonspur auch nicht viel erwarten. Eine deutsche Synchronfassung ist auch enthalten, diese habe ich nicht getestet. Es gibt Untertitel auf Deutsch. Extras gibt es keine, außer dem Trailer und einer Bildergalerie, und dem Film als DVD Version.

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The Hotel New Hampshire
Die BluRay wurde uns zur Verfügung gestellt. Ein paar Screenshots sind von hier.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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