The Killer is one of 13 / El asesino está entre los trece

Eine Witwe hat eine Gruppe von Familienfreunden in ihr großes und abgelegenes Landhaus eingeladen. Was die Gäste jedoch nicht wissen: Der Grund für die Versammlung besteht darin, dass ihre Gastgeberin den Verdacht hegt, einer von ihnen könnte der Mörder ihres Mannes sein und sie beabsichtigt die Identität seines Mörders aufzudecken. Während die Gäste beginnen sich gegenseitig zu verdächtigen und dabei lang gehütete und düstere Geheimnisse preisgeben, bringt sie ein unbekannter Mörder mit schwarzen Handschuhen auf verschiedene böse Arten und Weisen um.

Die Spanier ließen sich nicht lumpen und produzierten in den siebziger Jahren ein paar sehr Giallo-artige Thriller, von denen einige den großen Paul Naschy in größere oder kleinere Rollen verwickelten. Una libélula para cada muerto (Todeskreis Libelle) aus dem Jahr 1975 ist einer dieser Film, doch als Favorit sollte der gewalttätige Sleaze-Klassiker Jack el destripador de Londres (Seven Murders for Scotland Yard) aus dem Jahr 1971 genannt werden, in dem ein weniger fitter Naschy einen betrunkenen Ex-Trapezkünstler spielt und zwar so, wie es nur Naschy konnte. Im Jahr 1973 erschien dieser wenig bekannte Thriller El asesino está entre los trece (Der Mörder befindet sich unter den dreizehn), der Agatha Christies Ten Little Indians eine nette Wendung verleiht, indem nur vorgegeben wird diesen Weg zu gehen, der dann allerdings ganz anders ausfällt.

Dreizehn Menschen versammeln sich in einer abgelegenen spanischen Villa auf Einladung der Witwe eines reichen Geschäftsmannes, Lisa Mandel (Patty Shepard). Alle hatten eine Verbindung zu ihrem toten Ehemann und sie vermutet und behauptet, dass einer von ihnen ihren Ehemann getötet hat! Mit Hilfe ihres Mechanikers / Gärtners (Paul Naschy) sabotiert sie die Autos ihrer Gäste, weswegen sie das Anwesen nicht einfach verlassen können (wenn sie nicht laufen möchten, doch man weiß ja, wie faul reiche Menschen sind). Nach Intrigen, Affären und vielen Gesprächen wird einer nach dem anderen von einem Mörder in schwarzen Handschuhen getötet …

El asesino está entre los trece revolutioniert vielleicht nicht das Mystery-Genre, sollte man allerdings die negativen Kritiken im Internet ignorieren, stellt der Streifen einen überraschend effektiven kleinen Thriller dar. Der Hauptteil des Films erweist sich als eine gesprächige, seifige Geschichte über eine Gruppe reicher Leute, die in einem großen Haus herumsitzen, trinken, rauchen und f…en. Doch, ob man es glaubt oder nicht, wird die letzte halbe Stunde dadurch noch stärker und wenn die Morde beginnen, sind sie blutig und sehr effektiv gestaltet worden. Gewalttätiges Zeug (aber ohne es dabei zu sehr zu übertreiben, was natürlich etwas schade ist), mit einem schönen, halb-ironischen Ende, das tatsächlich einem der am häufigsten verwendeten Witze über Mystery-Geschichten gerecht wird.

Paul Naschy verkörpert eine recht kleine Rolle, macht aber das Beste aus der wenigen Leinwandzeit, die ihm beschieden ist. Der Rest der Besetzung präsentiert sich ebenfalls wirklich gut, wobei es immer wieder schön ist solche Veteranen wie Jack Taylor (Nachts, wenn Dracula erwacht; Die Nacht der blutigen Wölfe; Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen) und Simón Andreu (Frauen bis zum Wahnsinn gequält; Die eiserne Hand des Todes; Die Nacht der rollenden Köpfe) in einem obskuren spanischen Genrefilm herumtollen zu sehen. Die Charaktere sind gut geschrieben und haben Persönlichkeit, so dass sich ein Großteil der Unterhaltung von den Schauspielern und deren Charisma speist. Während der Gore-Faktor nicht übermäßig grafisch geraten ist, ist er dennoch gut gemacht und mit cleverer Nachbearbeitung veredelt worden. Einer der Darsteller bekommt eine Axt in den Kopf und der Clip, in dem dies geschieht, ist sooo kurz, dass er beinahe schon zu kurz ist. Die anderen Messerstechereien und das Halsaufschlitzen sind gut gelungen, wobei wir hierbei auch nicht gerade über Carlo Rambaldi oder Gianetto De Rossi sprechen. Ein langsamer, aber dennoch unterhaltsamer spanischer „Giallo“.

Eine einzigartige spanische Version von Agatha Christies oft adaptiertem Roman (And Then There Were None), der auch Lieblingsausgangsmaterial des Giallo ist. Exploitation Auteur Javier Aguirres (El gran amor del conde Drácula aka Count Dracula’s Greatest Love) The Killer is one of 13 ist ungewöhnlich literarisch in seiner Struktur, überspringt jedoch niemals das erforderliche Blutvergießen. Mit einigen der besten Genre-Filmstars Spaniens, darunter Patty Shepard (Ruhe in Frieden; Mio caro assassino; Slugs, muerte viscosa), Jack Taylor (Entfesselte Begierde; Woodoo – Inferno des Grauens; Orgie des Todes) und Paul Naschy (Nacht der Vampire; Die Nacht der blutigen Wölfe; Die Stunde der grausamen Leichen) in einer Nebenrolle, bringt Vinegar Syndrome The Killer is on of 13 auf Blu-ray heraus. Der Film wurde in 2K vom Originalnegativ neu restauriert und ist erstmals erhältlich.

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Directed by: León Klimovsky
Starring: Ágata Lys, Heinrich Starhemberg, Ricardo Merino, Isabel Pisano
1978 / 87 min / 1.85:1
• Region Free Blu-ray
• Newly scanned & restored in 2k from its 35mm original negative
• Original Spanish language sound with newly translated English subtitles
• Historical commentary track with European cult cinema author Troy Howarth
• Promotional image gallery

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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