The Rental

Eine einsame Strandvilla mit mordsmäßiger Aussicht. Genau so haben sich zwei Pärchen ihren Wochenendtrip an die raue Küste von Oregon vorgestellt. Aber schon bei der Ankunft kommt es zum Streit mit dem Vermieter und nach einer durchzechten Party-Nacht in dem luxuriösen Anwesen treten Spannungen zwischen den Freunden auf. Auch das vermeintliche Traumhaus scheint einige düstere Geheimnisse in sich zu bergen. Schleichend wächst in ihnen die Paranoia und ein schrecklicher Verdacht: Sind sie etwa nicht so alleine, wie sie dachten? (Pandastorm Pictures)

The Rental repräsentiert Dave Francos Regiedebüt und beschert ihm einen guten Start auf diesem neuen Karriereweg. Dabei sind Alison Brie (Michelle), Dan Stevens (Charlie), Sheila Vand (Nina), Jeremy Allen White (Josh) und Toby Huss (Taylor). Der Film beginnt bereits mit einer interessanten Beobachtung. Das Publikum sieht, wie sich Nina auf Charlies Schulter lehnt, um sich eine Immobilie ansehen zu können, die sie fürs Wochenende mieten möchten (wobei es sich selbstverständlich um das zu vermietende Ferienhaus des Titels handelt). Dabei scheinen die beiden sehr vertraut miteinander umzugehen. Doch dann betritt Charlies Bruder Josh die Szene und begrüßt Nina mit einem dicken Knutscher. Oha, Charlie und Nina sind also überhaupt gar nicht zusammen, sie sind nur … Geschäftspartner. Richtig … und Charlie ist mit Michelle verheiratet. Diese vier planen also einen gemeinsamen Wochenendausflug … der jetzt schon nach Katastrophe riecht.

Ein kluger Schachzug von Francos Seite, da das Publikum Charlie und Nina nun umso aufmerksamer unter die Lupe nimmt, weil allen bewusst sein dürfte, dass es sich vorher nicht um Körpersprache zwischen Kollegen gehandelt hat. Nun kommt unser Grüppchen beim Mietobjekt an und wird von Taylor begrüßt, der ein wenig aggressiv auftritt und möglicherweise ein Rassist sein könnte. Unsere Bande zeigt sich ein wenig erschrocken von ihm, besonders Nina, da sie das Gefühl hat, dass hier Mikroaggression (indirekte, subtile oder unbeabsichtigte Diskriminierung von Mitgliedern einer marginalisierten Gruppe) im Spiel ist und sie sich nicht wohl dabei fühlt, dass er kommen und gehen kann, wie es ihm gefällt. Sollte man jetzt narrative Wendungen und OMG-Momente erwarten, so liegt man bei diesem Film falsch. Der gestaltet sich größtenteils recht atmosphärisch, versteht es die Umgebung zu nutzen, um die Isolation des gemieteten Hauses zu porträtieren und zeigt sehr gut auf, wie der Wunsch, weg von der Hektik unseres geschäftigen Lebens zu sein, uns in eine ziemlich verletzliche Position bringen kann. Ton und Bild werden gut genutzt, doch die Thriller-Aspekte sind als enttäuschend zu bezeichnen. Man erwarte bloß keine erweiterten Sequenzen von Katz- und Mausspielen, denn es gibt keine aufwändige Verfolgungsjagd zu bestaunen, sondern lediglich Charaktere, die mehr oder weniger leicht zu entsorgen sind. Obwohl gut gespielt (wobei Brie und Stevens den größten Teil der Arbeit erledigen), kann man sich nicht im Geringsten mit ihnen identifizieren. Sie kommen wie nicht fertig gezeichnete Skizzen rüber, so dass die Zuschauer am Ende nicht wirklich viel über sie wissen und daher nicht in ihr Schicksal investieren können.

Was wissen die Zuschauer über Michelle, abgesehen von der Tatsache, dass sie Charlies Frau ist? Man erfährt mehr über Charlies Dating-Geschichte, da man dies aufgrund der Handlung mitgeteilt bekommen muss. Josh repräsentiert den stereotypen fuck-up Bruder, während Charlie und Nina im Grunde genommen auf einem gefährlich dünnen Seil von sexueller Anziehungskraft tanzen. Dann verschwören sich die Ereignisse des Films, um Nina und Charlie zusammen zu bringen. Man erwartet das zwar schon, doch die Art und Weise, wie es passiert, gestaltet sich schlichtweg zu billig. Sowohl Michelle als auch Josh werden für diesen Haupthandlungspunkt bequem aus dem Weg geräumt (beide schlafen) und das Haus hat einen Whirlpool, wobei jeder weiß was passiert, wenn eines dieser Dinger vorhanden ist.

Franco nimmt ein eher normalisiertes Konzept, bei dem das Haus einer anderen Person gemietet wird und verwandelt es in etwas ziemlich Schreckliches. Was weiß man schon über die Leute, denen das Haus gehört? Da sie die Schlüssel zu allem haben, könn(t)en sie (wenn man gerade nicht da ist) einfach in das Haus „eindringen“ und alles durcheinander bringen. Kameras könnten aus Sicherheitsgründen installiert worden sein, doch sind sie auch da, um andere beobachten zu können? Bei The Rental geht es nicht um den Täter, worauf sich die meisten Filme konzentrieren würden. Dieser Film beleuchtet die Mieter sowie die möglichen Auswirkungen eines Aufenthalts an einem Ort, der einem Fremden gehört. Natürlich geht der Film mit einem psychopathischen Mörder einen eher hyperbolischen Weg, die Botschaft sollte man jedoch verstehen können.

Fazit: Dave Francos Regiedebüt präsentiert sich anständig, fährt allerdings nicht die nötigen schweren Geschütze auf. Der Film gestaltet sich zwar recht atmosphärisch, versteht es jedoch nur seichte Unterhaltung zu bieten.

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  • Alterseinstufung: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Laufzeit: 1 Stunde und 28 Minuten
  • Studio : Pandastorm Pictures
  • Anzahl Disks : 1

Diese Blu-Ray sowie das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von Pandastorm Pictures zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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